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Jusuf El Domiaty will mit den Titans schnelles Konterspiel zelebrieren

Basketball Jusuf El Domiaty will mit den Titans schnelles Konterspiel zelebrieren

Seinen ersten Profivertrag unterschrieb der 25-Jährige in seiner Heimatstadt Braunschweig, in der Bundesliga spielte er zuletzt in Bremerhaven, doch nun will er mit den Dresden Titans durchstarten: Jusuf El Domiaty möchte beim Pro-A-Aufsteiger mithelfen, die Klasse zu halten. Seine ersten Eindrücke von Elbflorenz sind sehr positiv.

Jusuf El-Domiaty freut sich auf die Saisoneröffnung am Sonntag gegen Chemnitz.

Quelle: Jochen Leimert

Dresden. Am Sonntag (16 Uhr) können die Fans der Dresden Titans in der Margon-Arena endlich wieder Basketball live erleben. Das erstmals auf dem neuen Parkettboden stattfindende Testspiel gegen den Ligarivalen Chemnitz Niners gilt als offizielle Saisoneröffnung und wichtige Standortbestimmung vor dem Ligaauftakt zwei Wochen später gegen Kirchheim. Beim ersten öffentlichen Auftritt der neuen Mannschaft von Trainer Steven Clauss können die Anhänger auch die fünf Zugänge etwas näher kennenlernen. Einer von ihnen ist Jusuf El Domiaty, ein als Flügelspieler oder Guard einsetzbarer Profi, der die Erfahrung von immerhin 89 Bundesliga-Spielen mit an die Elbe brachte.

Einen Großteil davon bestritt der 1,88 Meter große Junggeselle für die Eisbären Bremerhaven, für die der 25-Jährige bis Herbst 2015 dreieinhalb Jahre lang aktiv war, ehe sein Vertrag auslief. Seine beste Zeit an der Nordseeküste hatte er unter Trainer Calvin Oldham, der im Februar 2015 aber entlassen und durch Muli Katzurin ersetzt wurde. „Unter Oldham lief es gut für mich, er hat mich spielen lassen. Unter ihm habe ich vor zwei Jahren beim Sieg in Göttingen mein vielleicht bestes Spiel gemacht und 19 Punkte geworfen“, erinnert sich El Domiaty. Unter Katzurin sei er aber nicht mehr so zum Zuge gekommen, „dann sollte ich weg“, denkt er ungern zurück.

Im vergangenen Sommer machte er sich in der Vorbereitung schon mit den Hamburg Towers fit, ehe er noch einmal für drei Monate in Bremerhaven unterschrieb, weil sich Adam Ariel verletzt hatte. „Als er wieder fit war, musste ich nach nur zwei Monaten wieder gehen. Leider war es dann zu spät, einen neuen Verein zu finden, weil die Mannschaften alle schon voll waren“, so El Domiaty, der daraufhin in seine Heimatstadt Braunschweig zurückkehrte und sich im nahen Wolfenbüttel fit hielt.

„Es war eine komische Zeit. Ich war Weihnachten und Ostern zu Hause, habe das erste Mal seit langem die Geburtstage meiner beiden jüngeren Brüder mitgefeiert, weil ich sonst immer weg war. Das war mal ganz schön, aber ich war froh, als das Angebot aus Dresden kam“, erzählt der ehemalige U16- und U18-Nationalspieler, den Titans-Trainer Steven Clauss von mehreren Lehrgängen beim Deutschen Basketball-Bund her kannte. „Er war dort nicht direkt mein Trainer, hat mich nur in einigen wenigen Einheiten betreut. Aber als er mich im Sommer angerufen hat, wusste ich natürlich gleich, wer er war. Er kam sofort zur Sache und hat gesagt, dass ich kein Probetraining machen müsse, weil er meine Spielweise kennt. Da wusste ich, dass das mit Dresden passen könnte“, so der Sohn eines Ägypters aus Alexandria und einer Bosnierin aus Sarajevo, die in Braunschweig als selbstständiger Buchhändler und Medizinisch-technische Angestellte in einem Krankenhaus arbeiten.

Für Clauss war El Domiaty ein Geschenk des Himmels, denn er benötigte schnell Ersatz für den überraschend nach Quakenbrück abgewanderten Kapitän Philipp Lieser: „Als Philipp uns abgesagt, dachten wir nicht, dass wir einen kleinen Flügelspieler mit Aufbauspieler-Qualitäten brauchten. Dann ist mir durch einen Trainerkollegen zu Ohren gekommen, dass Jusuf noch einen Verein suchte. Da war ich überglücklich, dass er noch zu haben war, weil er nicht nur Bundesliga-Erfahrung besitzt, sondern auch die ganze DBB-Förderung durchlaufen hat. Er war ein sehr erfolgreicher Jugendnationalspieler, entsprach genau dem Kaliber, was wir suchten.“ El Domiaty könne dominant und schnell spielen, liebe den Fastbreak-Angriff: „Das ist genau unser Ding – das Spiel, wofür ich als Trainer stehe, insofern passt er auch genau da rein“, so Clauss. „Mir liegt schnelles Spiel. Ich mag es, Kontermöglichkeiten zu haben und viel von außen zu werfen“, bekräftigt El Domiaty. Seine Dreierquote habe in den letzten Jahren zwischen 43 und 47 Prozent gelegen, ergänzt er auf Nachfrage.

Ob El Domiaty, der als Kind eigentlich mal Fußballer werden wollte und Leverkusens Nationalspieler Karim Bellarabi zu dessen Zeit als Profi von Eintracht Braunschweig näher kennenlernte, seine Qualitäten auch am Sonntag zeigen kann, dahinter steht noch ein kleines Fragezeichen. Adduktorenprobleme bremsten ihn zuletzt beim Turnier in Coburg aus: „Es ist aber nichts Ernstes. Dass ich mit dem Training ausgesetzt habe, war eher eine Vorsichtsmaßnahme.“ Er freue sich riesig auf das erste Heimspiel, schätze die Bedingungen in der Halle als sehr gut ein, versichert der Neuzugang. Die Mannschaft habe ihn auch sehr gut aufgenommen.

Seine ersten Eindrücke von Elbflorenz sind gleichfalls sehr positiv: „Ich war vorher nie in Dresden, doch die Stadt hat mir gleich gefallen. Sie ist groß, bietet viele Möglichkeiten. Man kann den ganzen Tag etwas unternehmen, in Bremerhaven ist nach 19 Uhr nicht mehr viel los.“ Als Film-Fan, der auch im Fernsehen oder übers Internet gern Serien schaut, finde er viele Kinos in der Stadt. Gelegenheiten, gut essen zu gehen, nicht minder. Selbst als er nach einer Moschee fahndete, wo er freitags beten kann, wurde der gläubige Moslem schnell fündig. Von der Margon-Arena wohnt er nur zwei Haltestellen mit der Straßenbahn entfernt: „Da bin ich in fünf Minuten da. In Bremerhaven wohnte ich etwas außerhalb, brauchte 20 bis 25 Minuten mit dem Auto.“ Die gesparte Zeit kann er nun täglich in sein Logistik-Management-Fernstudium investieren, für das er sich kürzlich eingeschrieben hat und das drei Jahre laufen soll. In dieser Zeit will er natürlich auch mit den Titans vorankommen. Sein Vertrag bei den Dresdner Korbjägern läuft vorerst zwei Jahre.

Von Jochen Leimert

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