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Jürgen Brähmer verteidigt am Sonnabend in Dresden seinen WM-Titel gegen Konni Konrad

Jürgen Brähmer verteidigt am Sonnabend in Dresden seinen WM-Titel gegen Konni Konrad

Am Sonnabend fliegen in der Energieverbund-Arena in Dresden die Fäuste. Im Hauptkampf des Abends um die WBA-Weltmeisterschaft im Halbschwergewicht trifft Titelverteidiger Jürgen Brähmer aus Schwerin in einem deutschen Duell auf den Kölner Konni Konrad.

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Mit dem WM-Gürtel auf der Schulter will Jürgen Brähmer auch nach seinem Kampf in Dresden am Sonnabend gegen Konni Konrad diese Jubelgeste zeigen.

Quelle: Picture Alliance

Brähmer kennt seinen Herausforderer aus früheren Tagen, als sich beide beim Universum-Boxstall in der gleichen Trainingsgruppe auf ihre Kämpfe vorbereiteten. Bald zehn Jahre ist das nun her. Doch die Entwicklung, die beide Kontrahenten seither genommen haben, könnte verschiedener kaum sein.

Auf der einen Seite steht Jürgen Brähmer, der zu Deutschlands bekanntesten Boxern zählt. Auch wenn der 36-Jährige, der sich schon mehrfach wegen des Vorwurfs der Körperverletzung vor Gericht verantworten musste, nicht unbedingt ein Saubermann-Image hat: Seit Jahren mischt er in der Weltspitze mit, hat als Profi 40 Siege und zwei Niederlagen vorzuweisen. Ungeschlagen ist er, seit er sich im März 2009 bei seinem ersten und bisher einzigen Kampf in Dresden gegen den Franzosen Rachid Kanfouah durch Sieg nach technischem K. o. in der fünften Runde den EBU-Europameistertitel im Halbschwergewicht sicherte. Im November 2009 wurde er WBO-Weltmeister, verteidigte den Titel zweimal. Im Dezember 2013 holte er sich schließlich den zuvor vakanten WBA-Weltmeistertitel durch einen Punktsieg gegen den US-Amerikaner Marcus Oliveira in Neubrandenburg. In norddeutschen Städten verteidigte er diesen Titel seither viermal. Nun also in Dresden.

Sein Gegner Konni Konrad will ihm das möglichst schwer machen. "Jürgen Brähmer wird auf den besten Konni Konrad aller Zeiten treffen", kündigt er an. Dabei wäre noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen, dass es jemals zu diesem Duell kommt. Einst wurde der 30-Jährige, der als Mevludin Cokovic in Montenegro geboren wurde und als Kind vor dem Krieg in Jugoslawien nach Deutschland floh, zwar genau wie Brähmer als Jahrhunderttalent gefeiert - er war als 19-Jähriger Juniorenweltmeister und gewann seine ersten 16 Profikämpfe problemlos. Doch 2006 verlor er gegen den späteren Weltmeister Denis Inkin aus Russland. Nach der Niederlage tauchte Konrad ab, hängte seine Boxhandschuhe an den Nagel und war seinen Profivertrag los. Schließlich bekam er einen neuen Job bei der Kölner Müllabfuhr. Erst 2012 machte er mit dem Boxen weiter. Nach oben kämpfte er sich mit Unterstützung seines Mentors, des bosnischstämmigen Boxers Adnan Catic - besser bekannt als Felix Sturm. Nun boxt Konni Konrad um den WM-Titel. Für ihn wohl der Kampf seines Lebens.

In diesem ungleichen Duell von David gegen Goliath gilt der erfahrenere Jürgen Brähmer, der seinen WM-Gürtel noch einige Jahre behalten will, als klarer Favorit. Diese Rolle beflügele ihn: "Ich will schließlich zeigen, dass ich zu Recht der Weltmeister bin", begründet der Schützling von Trainer Karsten Röwer. Auf den Kampf gegen Underdog Konrad, der unter Anleitung von Magomed Schaburow trainiert, hat sich der Champion in den vergangenen Wochen in seiner Heimatstadt Schwerin sowie Ende August im Bundesleistungszentrum Kienbaum vorbereitet. Denn unterschätzen wolle er seinen Gegner keinesfalls. "Konni ist ein wahrer Fighter - jemand, der den Kampf sucht. Daher muss ich bis zur letzten Sekunde voll konzentriert bleiben, um gegen ihn zu siegen", ist der Rechtsausleger überzeugt.

Konrad hätte nichts dagegen, wenn es am Sonnabend zu einer faustdicken Überraschung kommt. "Klar sagen viele, dass ich der Außenseiter bin und kaum eine Chance gegen Jürgen habe - doch diese Chance will ich nutzen", sagt der Herausforderer. Der Schützling von Magomed Schaburow baut auf seine größere Schlagkraft, mit der er Brähmer in die "Boxer-Rente" schicken will. Der zeigt sich davon allerdings unbeeindruckt. "Vielleicht schlägt Konni härter zu, aber im Vergleich zu ihm bin ich ein 'Scharfschütze' mit den Fäusten", stellt der 36-Jährige seine Zielgenauigkeit in den Vordergrund. Er glaubt, dass sich der Boxer mit der höheren Ringintelligenz durchsetzen werde. Ob es so kommt, wird sich am Sonnabend zeigen.

Karten für die Box-Nacht am 5. September in Dresden sind über die telefonische Ticket-Hotline 01806-570044, im Internet unter www.tickethall.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.09.2015

Schramm, Stefan

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