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Jörg Peter schaut gespannt nach Frankfurt

Jörg Peter schaut gespannt nach Frankfurt

Der Einladung der Veranstalter kann Jörg Peter nicht nachkommen, doch er wird am Sonntag vorm Fernseher verfolgen, was bei der 34. Auflage des Frankfurt-Marathons passiert.

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Marathonrekordler Jörg Peter.

Quelle: imago sportfotodienst

Dresden. Immerhin will dort der gebürtige Hamburger Arne Gabius den "Methusalem-Rekord" des Dresdners knacken. Am 14. Februar 1988 lief Jörg Peter in Tokio die 42,195 Kilometer in 2:08:47 Stunden. Eine Zeit, an der sich alle folgenden deutschen Marathonläufer über 27 Jahre vergeblich die Zähne ausbissen. Aber der Rekordhalter hat an diesem Wochenende keine Zeit für die Reise in die Main-Metropole. Er begeht schließlich heute ein rundes Jubiläum, wird 60 Jahre alt. "Die Feier, zu der ich 60 Einladungen verschickt habe, steigt am Sonnabend im Olympiasportzentrum von Gerd Leopold und Harald Czudaj in Riesa", verrät Jörg Peter, der dennoch gespannt ist, ob es Arne Gabius schafft. "Die Bedingungen für Leistungssportler sind heutzutage schon schwieriger. Da muss jeder selbst sehen, wie er zurechtkommt. Deshalb finde ich seine Leistungen erstaunlich", meint Peter, den es ein wenig stolz macht, dass seine Bestmarke so lange Bestand hat. Allerdings sagt er auch ohne Groll: "Wenn er den Rekord bricht, ist ihm das zu gönnen."

Für Jörg Peter ist das Kapitel "Leistungssport" längst abgeschlossen. Als Zwölfjähriger hatte er bei der BSG Robotron begonnen, bevor er zum SC Einheit Dresden delegiert wurde und unter die Fittiche von Trainer Günter Büttner kam. Die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. An den ersten internationalen Triumph erinnert er sich besonders gern: "Das war der Europacup-Sieg über 10 000 m 1977 in Helsinki. Die Stadt gefiel mir sehr gut. Ich war erst in diesem Jahr mit meiner Frau Petra anlässlich unseres 40. Hochzeitstages während einer Ostsee-Kreuzfahrt in Helsinki und bin auch am Olympia-Stadion vorbeigefahren", erzählt Jörg Peter, der 1978 mit Bronze bei der Hallen-EM in Mailand ( 3000 m) sein einziges Edelmetall bei internationalen Titelkämpfen holte.

Zu seinen schönsten Erlebnissen zählt er die Teilnahme an den Olympischen Spielen 1980 in Moskau, wo er über 10 000 m Platz sechs belegte. Vier Jahre später, als er in der Form seines Lebens war und sogar Weltbestzeit lief, ging ihm die vielleicht größte Chance auf eine Olympia-Medaille durch den Boykott des Ostblocks flöten. Im Jahr 1988 machte die Rekordzeit von Tokio wieder Hoffnung. "Doch ich musste in jenem Jahr fünf Marathonläufe bestreiten, Tokio war der dritte und in Seoul bei Olympia bestritt ich den fünften. Da reichte es nicht mehr, wegen Achillessehnenbeschwerden stieg ich aus", erzählt der Jubilar, der 1990 und 1991 den Hamburg-Marathon gewann und 1993 nach 26 Jahren Leistungssport und insgesamt 138 000 Trainingskilometern (!) in Paris seinen letzten Lauf über die 42,195 km lief. "Da war ich schon 39 und es reichte", erinnert sich Jörg Peter, der "alles wieder so machen würde" und der betont: "Der Sport hat mich vor allem eins gelehrt: Dass man nie aufgeben darf."

Kampfgeist ist seither auch im Berufsleben gefragt. Schon 1989 übernahm er den Fuhrbetrieb seines Vaters, handelt heute vor allem mit Schrott und seine Firma ist ein zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb. Zuvor hatte der gelernte Anlagentechniker das Studium zum Maschinenbauingenieur abgeschlossen (1985). "Da war ich der einzige von den damaligen Sportlern, der das während der aktiven Zeit beenden konnte", berichtet Peter. In der Firma gab es in all den Jahren Aufs und Abs. "Nach jedem tiefen Tal kommt wieder ein hoher Berg", ist seine Maxime, die er auch seinen beiden Söhnen Mario (38/Elektriker) und Ron (35/Speditionskaufmann) vermittelt hat. Der jüngere der beiden soll in einigen Jahren einmal seine Firma übernehmen.

Astrid Hofmann

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