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Jenny Elbe springt ins EM-Finale

Windlotterie und Zitterpartie Jenny Elbe springt ins EM-Finale

EM-Qualifikation der Dreispringerinnen: Mit starken 14,24 Metern im dritten Versuch und der zweitbesten Weite aller 22 Starterinnen qualifizierte sich die 26-jährige Jenny Elbe vom Dresdner SC für das Finale am Sonntag (17.25 Uhr).

Drei Versuche, drei Sprünge, ein Erfolg: Jenny Elbe hat sich gestern in Amsterdam für das EM-Finale am Sonntag qualifiziert.

Quelle: dpa

Amsterdam. Von Windlotterie sprechen die Journalisten häufig beim Biathlon und Skispringen, wenn die Böen im Gebirge aus allen Himmelsrichtungen angreifen und das sportliche Geschehen beeinflussen. Gestern traf der Begriff auch auf die EM-Qualifikation der Dreispringerinnen zu. Denn im 16 Grad kalten Amsterdam wehte der Wind „von vorn, von der Seite und von hinten“, wie Jenny Elbe hinterher erzählte. Noch schlimmer sei der Regen gewesen, da die Dresdnerin erkältet in den Wettbewerb gegangen ist und keine Gelegenheit zum Unterstellen fand.

Trotz aller Widrigkeiten ist die Sache gut gegangen. Mit starken 14,24 Metern im dritten Versuch und der zweitbesten Weite aller 22 Starterinnen qualifizierte sich die 26-Jährige vom Dresdner SC für das Finale am Sonntag (17.25 Uhr). Doch die Windlotterie wurde auch noch mächtig gewaltig zur Zitterpartie. „Für meine Familie war es sicher schlimmer als für mich. Denn ich hatte es ja selber in der Hand und ich wusste, was ich falsch gemacht habe und wie ich darauf reagieren muss.“ Technische Probleme – insbesondere beim richtigen Setzen der Füße – machte die deutsche Meisterin dafür verantwortlich, dass zunächst nur 13,51 und 13,53 Meter heraussprangen.

Damit lag sie weder nach dem ersten noch nach dem zweiten Durchgang unter den besten Zwölf. Auf der anderen Anlage ging es Kristin Gierisch übrigens genauso. Auch die Chemnitzerin „gurkte“ bei Weiten knapp über 13,50 herum, um im dritten Versuch mit einem wahren Kraftakt auf 14,05 Meter den Kopf noch aus der Schlinge zu ziehen. Gierisch schlug die Hände vors Gesicht: „Ich dachte nur: Wie blöd bist du, dass du das nicht im ersten Durchgang geschafft hast.“

Jenny Elbe bekam von den Problemen der zweiten Sächsin Wind und sagte später: „Da haben wir wohl den gleichen Mist gebaut. Wichtig ist, dass wir beide im Finale stehen, das zählt.“ Auch Trainer-Vater Jörg, der seine Tochter vor Ort betreute, gab später zu: „Jenny ist in den ersten beiden Versuchen wie eingesackt. Den technischen Fehler haben wir aber vor dem letzten Versuch besprochen. Sie hat sich dann ganz stark konzentriert und das umgesetzt. Zusätzlich ist sie im Anlauf noch eine Fußlänge zurückgegangen. Ich bin stolz auf sie, wie sie sich aus dem Tief gezogen hat, aber jetzt habe ich mindestens 100 graue Haare mehr.“ Sie sei schon nervös gewesen vor dem entscheidenden Durchgang, habe jedoch alles in den Griff bekommen. „Ich glaube, ihr hilft auch, dass sie mittlerweile auf eine ganze Menge Erfahrung bauen kann“, so Jörg Elbe.

Daran wird deutlich, dass beide Athletinnen unheimlich gereift sind. Jenny Elbe dankte dem medizinischen Team des DLV: „Sie haben mich wieder hinbekommen. Auf dem Hinflug am Mittwoch habe ich das erste Kratzen im Hals gespürt, noch am Abend habe ich einen Vitamin-Cocktail bekommen. Ohne den hätte ich eine Woche lang flachgelegen.“ Bis zum Finale wird es eine weitere Infusion geben und am heutigen Sonnabend noch ein abschließendes Training – dann kann der Medaillenkampf beginnen. Unterstützung erhält die Dresdnerin auch von Mutter Birgit und Bruder Lukas, die am Sonntag ebenfalls im Stadion sein werden.

Astrid Hofmann und Frank Schober

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