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Jan Frodeno im Interview über seinen Triathlon, Menschen und Moment des Jahres

Sportler des Jahres Jan Frodeno im Interview über seinen Triathlon, Menschen und Moment des Jahres

Herr Frodeno, Frankfurt, Zell am See, Hawaii und nun Baden-Baden. Nach den drei Triumphen im Triathlon sind Sie seit einer Woche auch noch Sportler des Jahres. Der perfekte Abschluss 2015?

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Nach seinem Sieg beim Iron Man auf Hawaii hatte Triathlet Jan Frodeno genug Reserven zum ausgelassenen Jubel.

Quelle: dpa

Tropisch. Herr Frodeno, Frankfurt, Zell am See, Hawaii und nun Baden-Baden. Nach den drei Triumphen im Triathlon sind Sie seit einer Woche auch noch Sportler des Jahres. Der perfekte Abschluss 2015?

Jan Frodeno: Es ist eine große Ehre und eine schöne Trophäe - in 20, 30 Jahren erzähle ich meinen Enkeln wahrscheinlich davon.

Was hat Ihr Sportjahr 2015 so besonders gemacht?

Es war ein Meisterschaftsjahr, von dem ich schon lange geträumt habe. Jedes Rennen hatte einen komplett anderen Reiz. Frankfurt war mein erster Ironman-Sieg, da ist mir ein Stein vom Herzen gefallen, dazu kam noch der Gesamtstreckenrekord, der mich sehr überrascht hat. In Zell am See habe ich meinen ersten Weltmeister-Titel gewonnen. So oft, wie ich daran schon gescheitert bin, war ich mir nicht sicher, ob ich das jemals in meinem Leben erreichen könnte. Hawaii war dann das Größte, der Wettkampf hat aber auch am längsten gedauert. Das heißt, die Emotion war und ist am längsten gestreckt, das hält bis heute an. Hawaii steht über allem. Ich brauche wohl noch ein bisschen, bis das alles sackt.

Welcher Moment aus Hawaii ist Ihnen noch am meisten präsent?

Die pure Freude auf der Zielgeraden - weil ich mir so lange untersagt habe, mich auf diesen Moment vorzubereiten. Das sportlich-mental Schönste war meine Verfassung am "Natural Energy Lab", einem Wendepunkt beim Marathon. Alle denken an diesem Punkt: Oh, oh, jetzt ist es bald so weit, jetzt wird es krass. Ich habe diesen Moment erwartet und mich lange darauf vorbereitet. Und dann konnte ich wie geplant in diesem Moment den Turbo zünden - das passiert sonst nicht beim Ironman. Das war so unvorhersehbar, dass ich im Rennen Gänsehaut bekam.

Welcher Moment war denn für den Sportler des Jahres der schönste des Jahres?

Als ich erfuhr, dass ich Papa werde. Das war im Juni. Ich hatte gerade eine harte Trainingseinheit bei uns zu Hause im spanischen Girona hinter mir und lag auf der Massagebank. Meine Frau Emma kam ins Zimmer, sagte es, und mir schoss es sofort nass in die Augen. Das war unerwartet und daher so überwältigend. Das Kind kommt im Februar. Wir freuen uns riesig.

Und wer ist Ihr Mensch des Jahres?

Natürlich meine Frau, mit ihr gehe ich durch dick und dünn. Sie hat ein Dauerabo auf diesen Titel.

Was war Ihr Ereignis des Jahres, abgesehen von den sportlichen Triumphen und der Schwangerschaft Ihrer Frau?

Der plötzliche Tod von Laurent Vidal im November (der französische Triathlet starb mit 31 Jahren an einem Herzstillstand, d. Red.) - das hat mich sehr getroffen und bewegt. Er war ein langjähriger Wegbegleiter, ein Sprecher der Triathleten. Ich habe viele Rennen mit ihm bestritten und viel erlebt, er war in meinem Alter. Das war sicherlich der traurigste Moment.

Was war für Sie die Entdeckung des Jahres? Und was war der größte Fortschritt?

Um was ganz Banales zu nennen: Was mich 2015 wirklich weitergebracht hat, war eine Studie. Diese belegt, dass Kaffee zu 98 Prozent aus Wasser besteht und man ihn doch zu hohen Mengen konsumieren kann und das also völlig okay ist (lacht).

Wie feiern Sie nun Weihnachten?

Tropisch. Mit meiner Frau in Noosa in Australien. Wir essen Garnelen und Mangos. Also etwas andere Weihnachten.

Und wie lauten Ihre Ziele für 2016?

Olympia ist für mich keine Option, auf dieser Distanz kann ich vorne nicht mehr mitmischen. Ziele könnten der Weltrekord oder die Acht-Stunden-Marke auf Hawaii sein, diese magische Grenze ist noch nicht geknackt worden. Das würde mich sehr reizen.

Interview: Patrick Strasser

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