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Interview mit Ex-Dynamo-Dresden-Spieler Thomas Bröker: "Für mich schließt sich der Kreis"

Interview mit Ex-Dynamo-Dresden-Spieler Thomas Bröker: "Für mich schließt sich der Kreis"

Thomas Bröker spielte von 2005 bis 2006 und dann noch einmal von 2007 bis 2009 für Dynamo Dresden. Am Montag trifft er mit dem 1.FC Köln auf seinen Ex-Club.

Dresden/Köln .

Dresden/Köln (DNN). Thomas Bröker spielte von 2005 bis 2006 und dann noch einmal von 2007 bis 2009 für Dynamo Dresden. Am Montag trifft er mit dem 1.FC Köln auf seinen Ex-Club. Die DNN sprachen mit dem Stürmer über ein denkwürdiges Spiel, seine Zeit in Dresden und die neuen Herausforderungen in Köln.

Frage: Am 26. September 2004 spielte Dynamo zuletzt in der 2. Liga beim 1. FC Köln. Dresden führte schon mit 2:0 und verlor am Ende mit 2:3. Warum war diese Partie für sie ein ganz besonderes Spiel?

Thomas Bröker: Ich habe ausgerechnet in dieser Begegnung mein Zweitliga-Debüt für den FC gegeben. Für mich schließt sich am Montag damit der Kreis. Ich wurde damals in der 71. Minute eingewechselt, da stand es noch 2:0 für Dynamo. Zwei Tore von Marius Ebbers und ein Treffer von Lukas Podolski ließen uns am Ende jubeln. Den entscheidenden Treffer zum Sieg habe ich mit einer Flanke von der rechten Seite vorbereitet.

Köln stieg damals nach der Saison wieder in die Bundesliga auf, sie wechselten an die Elbe. In der aktuellen Spielzeit ist ihr Club mit einigen Problemen gestartet. Sechs Spiele ohne "Dreier". Zuletzt gab es aber gegen den FSV Frankfurt und in Paderborn zwei Siege. Hat sich die Stimmung am Rhein wieder gebessert?

Die beiden Siege haben uns sehr gut getan. Es ist gut, dass wir in der Tabelle ein wenig geklettert sind. Die Erfolge waren enorm wichtig, da wir in den ersten sechs Spielen oft die bessere Mannschaft waren und uns am Ende nicht belohnen konnten. Wir haben eine komplett neue Truppe, die sich vor der Saison viel vorgenommen hat. Wir konnten unsere Chancen allerdings am Anfang nicht in Treffer ummünzen, haben zudem blöde Gegentore kassiert.

Zum sportlichen Misserfolg kamen die Ereignisse um Verteidiger Kevin Pezzoni, den einige Unverbesserliche bedrohten. Schließlich wurde sein Vertrag aufgelöst. Ist das in Köln noch ein Thema?

Das Thema ist komplett vom Tisch. Jeder in ganz Deutschland hat sich dazu geäußert und seinen Senf dazu gegeben. Natürlich war das nicht schön für ihn, aber wir beschäftigen uns nicht mehr damit.

Im Sommer gelang Ihnen der Erstliga-Aufstieg mit Fortuna Düsseldorf, an dem Sie mit acht Toren während der Saison und dem Treffer beim Relegations-Hinspiel bei Hertha BSC entscheidenden Anteil hatten. Warum haben Sie den 1. FC Köln dem Traum erste Liga vorgezogen?

Düsseldorf wollte mit mir verlängern, sie haben sich auch gerade nach dem Aufstieg noch sehr um mich bemüht, aber für mich ist der 1. FC Köln eine Herzensangelegenheit. Ich wohne hier und habe auch während meiner Zeit in Düsseldorf mit meiner Frau und den beiden Kindern hier gelebt. Ich habe in Köln meine Profikarriere begonnen und habe einen langfristigen Vertrag bis 2015 unterschrieben. Ich sehe es als große Herausforderung an, dabei zu helfen, hier wieder etwas aufzubauen. Mit dem Trainerteam und dem gesamtem Umfeld hat es mich einfach wieder gereizt, hier zu spielen.

Welche Ziele haben Sie mit dem 1. FC Köln?

Vor der Saison gab es durch den Abstieg einen großen Umbruch. Der Club hat sich für den Neuanfang zwei Jahre Zeit gegeben, will in dieser Zeit die Rückkehr in die erste Liga schaffen. Der Start war holprig, aber ich hoffe, dass wir jetzt Punkt für Punkt sammeln. Ob es schon dieses Jahr für ganz oben reicht, weiß ich nicht; das wird sicher sehr schwer. Wenn nicht, dann greifen wir auf jeden Fall in der nächsten Spielzeit voll an.

Verfolgen Sie die Spiele von Dynamo Dresden?

Ja natürlich, immer. Ich habe auch jetzt das Spiel gegen Aue gesehen und mich sehr gefreut, dass die Dresdner das brisante Ost-Derby gewonnen haben. Dynamo hat letztes Jahr mit dem neunten Platz eine tolle Saison gespielt. Dieses Jahr haben sie auch einen schwierigeren Start gehabt, ich bin überzeugt davon, dass sie wiederholen können, was sie letzte Saison gespielt haben.

Sie schwärmen sehr von ihrer Liebe, dem 1. FC Köln. Wäre es für Sie trotzdem vorstellbar, ein drittes Mal im Dynamo-Trikot aufzulaufen?

Ich hatte eine super Zeit in Dresden. Im Fußball ist immer alles möglich, da soll man niemals nie sagen. Mal schauen, was die Zukunft bringt. Momentan fühle ich mich in Köln mit meiner Familie sehr wohl, deshalb ist es erst einmal nicht angedacht den Verein zu wechseln.

Wie schätzen Sie die Chancenverteilung am Montag ein?

Ich glaube schon, dass wir leicht im Vorteil sind - einfach, weil wir Zuhause spielen. Es werden mehr als 40000 Zuschauer erwartet. Viele Dynamos werden auch dabei sein, es wird ein hochinteressantes Spiel. Wir sind mit den zwei Siegen in die Spur gekommen und ich hoffe, dass wir am Montag nachlegen können, auch wenn es gegen Dresden geht. Danach werde ich Dynamo wieder die Daumen drücken, aber in dieser Partie muss die Sympathie mal ruhen.

Interview: Tina Hofmann

Dynamo-Verteidiger Bjarne Thoelke steht nach überstandener Verletzung (Bänderanriss im Knöchel) seit gestern wieder im Mannschaftstraining.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.10.2012

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