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In alter Frische: Boxer Jürgen Brähmer verteidigt in Dresden souverän seinen WM-Gürtel

In alter Frische: Boxer Jürgen Brähmer verteidigt in Dresden souverän seinen WM-Gürtel

Er ließ vor 2500 Zuschauern in der Energieverbund-Arena am späten Sonnabendabend erst gar keinen Zweifel daran aufkommen, dass der alte auch der neue Box-Champion ist: Jürgen Brähmer siegte klar wie verdient gegen Herausforderer Konni Konrad und behält somit seinen WBA-Gürtel, den er sich 2013 erkämpft hatte.

Dresden.

Er hatte deutliche technische Vorteile, war wesentlich variabler, schneller und zielsicherer.

Die gelungene Titelverteidigung ist dabei keineswegs eine Selbstverständlichkeit, denn der Weltmeister im Halbschwergewicht wird bald 37 Jahre alt - in dem Alter haben viele andere Profis ihre Boxhandschuhe längst an den Nagel gehängt oder sind nicht mehr auf hohem Niveau aktiv. Anders der topfitte und frisch wirkende Schweriner. "Das ist der beste Jürgen Brähmer, den es je gab", freute sich Promoter Kalle Sauerland.

Das Team von Konni Konrad aus dem Boxstall des Ex-Weltmeisters Felix Sturm musste die Überlegenheit anerkennen. Die achte Runde sollte gerade beginnen, als in der Konrad-Ecke das Handtuch wedelte - technischer K. o. In Runde sechs war der Kölner in Brähmers Schlaghand gelaufen und zu Boden gegangen. Im siebenten Durchgang wischte er sich, so gut das mit Handschuhen geht, mehrfach durchs Gesicht. Später kam heraus: Konrad sah auf einem Auge nicht mehr richtig und musste deshalb aufgeben. Artig gratulierte der 30-Jährige nach dem sehr fairen Kampf dem Altmeister, anschließend fuhr er zur Behandlung in die Klinik.

Allerdings hatte der ehemalige Juniorenweltmeister schon zuvor nicht immer den vollen Durchblick, kassierte viele harte Treffer, verlor viele Runden deutlich. "Ich bin schwer in den Kampf reingekommen. Jürgen hat mich in Schach gehalten und gut gekontert, wenn ich mal angegriffen habe", so das Fazit des Verlierers nach der zweiten Niederlage seiner Profilaufbahn. Konrads zweite Karriere im Ring wurde damit schmerzlich gebremst. Der Schützling von Trainer Magomed Schaburow hatte seine Laufbahn 2006 nach einer Niederlage für fünfeinhalb Jahre unterbrochen und währenddessen bei der Kölner Müllabfuhr gearbeitet. Die verlorene Zeit dürfte ein Grund für Brähmers Dominanz gegenüber Konrad sein.

"Gegen den besten Halbschwergewichtler der Welt kann man verlieren", lobte Kalle Sauerland den Sieger über den grünen Klee. "Ich wollte zeigen, dass zwischen Konni und mir noch ein großer Unterschied besteht. Das ist mir gelungen", so Brähmers nüchterneres Resümee. Sein Trainer Karsten Röwer ergänzte: "Wenn Jürgen locker bleibt und sich aufs Boxerische besinnt, dann ist er kaum zu schlagen."

In der Tat gibt sich Brähmer weiter erfolgshungrig. Seit seinem letzten Kampf gegen Robin Krasniqi im März sei ihm zu viel Zeit vergangen, weshalb er nicht wieder ein halbes Jahr warten will. Für den nächsten Kampf, der für den 7. November geplant ist, habe er bereits den Vertrag unterschrieben. Da er mit seinen Leistungen auch international von sich reden gemacht hat, darf er dann die Grimaldis unterhalten. Fürst Albert von Monaco lud Brähmer in den Zwergstaat am Mittelmeer ein, um dort seinen Titel zum sechsten Mal zu verteidigen. Wer der Gegner in seinem 50. Profikampf sein wird, gibt er heute oder morgen bekannt.

Schramm, Stefan

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