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Im Carus Vital Center halten sich Mitarbeiter der Uniklinik fit

Im Carus Vital Center halten sich Mitarbeiter der Uniklinik fit

Wilfried Winzer ist Schreibtischtäter, wie er selbst von sich behauptet. Von seinem Büro aus regelt er alles. Er führt Verhandlungen, schließt Verträge, beantragt Fördergelder.

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Der Chef der Uni-Unfallchirurgie Hans Zwipp (vorn) trainiert einmal in der Woche zusammen mit Thea Koch, Leiterin der Uniklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie (vorn rechts) und dem kaufmännischen Vorstand Wilfried Winzer (hinten rechts) im Carus Vital Center des Uniklinikums Dresden, um in Form zu bleiben.

Quelle: Dietrich Flechtner

Von Katrin Tominski

Natürlich alles im Sitzen. Viele Stunden am Tag. Als kaufmännischer Direktor des Dresdner Universitätsklinikums legt er die finanziellen Grundlagen für ein Krankenhaus, in dem knapp 4 400 Menschen arbeiten und jährlich etwa 320 000 Patienten behandelt werden. Sein Ziel ist es, beste Bedingungen für Gesundheit und Heilung zu schaffen - mit dem Risiko, dass die eigene Gesundheit zu kurz kommt. Damit steht er nicht allein: Viele Menschen, die in Medizin und Pflege arbeiten, sind gefährdet. Ärzte und Pfleger gehören zu den Risikogruppen für Burnout-Patienten. Viele Mitarbeiter erleiden Bandscheibenvorfälle. Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind keine Seltenheit und gehören zu den häufigsten Krankheiten aller Arbeitnehmer in Sachsen.

Damit ihm diese ganzen Diagnosen erspart bleiben, sitzt Wilfried Winzer wie jeden Montag im Vital-Center auf einem Gummiball. Neben ihm Hans Zwipp, Chefarzt der Unfallchirurgie und Thea Koch, die Leiterin der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie Kursleiter Christian Klepper gibt Anweisungen. "Jetzt führen wir den Ball um den Körper." Was spielend leicht aussieht, scheint anstrengend zu sein, denn die Köpfe werden rot, die Ärzte kommen ins Schwitzen. Es ist 19.15 Uhr. Noch eine dreiviertel Stunde intensive Kräftigung liegt vor dem Klinikpersonal. Dann ist der wöchentliche Kurs und die kurze Auszeit im Gesundheitszentrum des Uniklinikums wieder vorbei.

Über 1100 Mitarbeiter - knapp ein Fünftel aller Angestellten des Uniklinikums - nutzen das Angebot des Carus Vital Center, dass 2008 auf dem Gelände des Klinikums eröffnet wurde. "Unsere Erwartungen haben sich mehr als erfüllt", sagte Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Uniklinikums. Das Krankenhaus finanzierte die Ausstattung des Zentrums und den überwiegenden Teil der Betriebskosten aus eigenen Mitteln. Unterstützt wurde es dabei von der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK Plus), die sich von der betrieblichen Gesundheitsförderung Einsparungen erhofft. "Ein gesundheitsförderliches Umfeld beeinflusst die Motivation und das Wohlbefinden der Mitarbeiter positiv", sagte Hannelore Strobel, Sprecherin der AOK Plus. Die Krankenkasse unterstütze Arbeitgeber, um vermeidbares Krankheitspotenzial abzubauen und positive Beispiele für andere Organisationen zu schaffen. "Unsere Experten schauen sich betriebliche Prozesse an und bewerten sie im Hinblick auf gesundheitliche Belastungen für die Beschäftigten", erklärt Rolf Steinbronn, Vorsitzender des Vorstands der AOK Plus. "Dabei finden sie Belastungsschwerpunkte, Ressourcen und Entwicklungspotenziale und schlagen Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit vor."

Der Erfolg war bereits nach einem Jahr sichtbar: Die bei den teilnehmenden Mitarbeitern entstehenden Krankheitskosten verringern sich nach Angaben der Krankenkasse deutlich: Jeder eingesetzte Euro lässt die Ausgaben unter anderem für Arztbesuche oder Krankenhausaufenthalte um mindestens 2,30 Euro sinken, rechnet die Gesundheitskasse hoch. Und auch das Universitätsklinikum kann sich über positive Effekte freuen: Neben einer engeren Bindung der Mitarbeiter an das Klinikum reduzierte sich der Krankenstand bei den Teilnehmern des Gesundheitsprogramms überproportional - die Fehlzeiten der Carus Vital-Mitglieder sanken fünf Mal so stark wie die der gesamten Belegschaft des Universitätsklinikums.

"Ich bin hier, weil ich das als Ausgleich brauche", erzählt Anästhesie-Chefin Thea Koch nach den Rumpfbeugen am Gummiball. Zwar komme sie bei diesem Kurs nicht an ihre Grenzen, doch die Bewegung sei optimal. Unfallchirurgie-Chef Zwipp treiben die Übungen schon mehr Schweißperlen auf die Stirn: "Für mich ist der Sport auch ein guter Ausgleich. Doch ich komme an meine Grenzen", sagt er mit einem Lachen. Der Kurs sei die einzige Bewegung in der Woche. Die Nähe zum Arbeitsplatz ideal. "Den Schreibtisch aufräumen und vor dem Abendbrot noch ein wenig bewegen", das sei optimal. Auch Vorstand Winzer ist glücklich: "Wir bewegen uns viel zu wenig. Ich bin seit einem halben Jahr dabei und spüre nach jedem Kurs andere Muskeln."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.08.2019

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