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Im Angriff hat Dynamo Dresdens Trainer Ralf Loose die Qual der Wahl

Im Angriff hat Dynamo Dresdens Trainer Ralf Loose die Qual der Wahl

Jürgen von der Lippe fühlte einst in einer Schmonzette mit einem vor dem Nervenzusammenbruch stehenden Stürmer: "Trainer, ich treff das Tor nicht!", gab der Komiker aus Bad Salzuflen den verzweifelten Hilfeschrei eines Balltreters wieder, der die Spatzen in der Luft und die Fotografen hinter der Bande malträtiert, aber das Runde partout nicht im Eckigen einnetzt.

Dresden .

Von Jochen Leimert

Dresden (DNN). Jürgen von der Lippe fühlte einst in einer Schmonzette mit einem vor dem Nervenzusammenbruch stehenden Stürmer: "Trainer, ich treff das Tor nicht!", gab der Komiker aus Bad Salzuflen den verzweifelten Hilfeschrei eines Balltreters wieder, der die Spatzen in der Luft und die Fotografen hinter der Bande malträtiert, aber das Runde partout nicht im Eckigen einnetzt. Hilferufe solcher Coleur dringen derzeit nicht ans Ohr von Ralf Loose. Der Trainer von Dynamo Dresden hat vor dem "Geisterspiel" gegen den FC Ingolstadt (Sonntag, 13.30 Uhr) ein ganz anderes Problem: das der Qual der Wahl. Im Sturm verfügt er über mehr treffsichere Torschützen, als er normalerweise einzusetzen bereit ist.

Um die zwei Plätze im Sturmzentrum rangeln mit Zlatko Dedic (10 Saisontore), Mickael Poté (9) und Pavel Fort (5) gleich drei Torjäger. "Momentan sind sie alle fit, haben alle getroffen", weiß Loose. Die drei ausländischen Legionäre liefern sich den erhofften Konkurrenzkampf, alle drei sind in der Rückrunde noch enger zusammengerückt. Fort, der laut Loose im Sommer 2011 nach einjähriger Verletzungspause mit "Trümmer-Fitnesswerten" nach Dresden gewechselt war, hat den Abstand zu den lange gesetzten Dedic und Poté verkürzt. "Er hat einen Sprung nach vorn gemacht", bescheinigt ihm der Trainer nach den letzten Spielen eine positive Entwicklung, die sich auch an Toren messen lässt.

Als der robuste Typ aus Pilsen in den letzten beiden Spielen in der Startelf ran durfte, weil Poté erst gesperrt und dann noch müde von einer Länderspielreise nach Äthiopien war, da nutzte der 28-Jährige seine Chancen konsequent. Beim 2:0-Sieg gegen den MSV Duisburg versenkte der Ex-Bielefelder eine Koch-Flanke per Kopf zum 2:0 im Netz, eine Woche später nahm er nach Brégerie-Zuspiel den Bochumer Schlussmann Andreas Luthe aus und markierte im Ruhrstadion erneut den 2:0-Endstand für Dynamo.

Ob Fort am Sonntag im leeren Glücksgas-Stadion noch ein drittes Mal in Folge von Beginn an aufläuft, das ist aber alles andere als sicher. Wenngleich Poté seit seinem 2:0-Treffer beim 3:1-Erfolg gegen Greuther Fürth nunmehr seit drei Spielen nicht mehr zugeschlagen hat, hat der ebenso extrem schnelle wie kopfballstarke Nationalspieler Benins gute Karten, in die Stammformation zurückzukehren. Zum einen ist er weder gesperrt noch braucht er Schonung. Zum anderen traf der 27-Jährige wie Dedic beim 2:4 im Hinspiel und wurde in der Audi-Stadt in der zweiten Halbzeit bei gegnerischen Standards auch als Bewacher des zuvor zweimal per Kopf erfolgreichen FCI-Torschützen Edson Buddle eingesetzt. Und Loose stellte mit Blick auf die Statistik auch fest: "Sicher ist Fort momentan die Nummer drei im Sturm. Er hat im Vergleich mit den anderen die wenigsten Tore erzielt."

Immerhin kann Fort darauf hoffen, dass Trainer ungern eine erfolgreiche Mannschaft ändern. Und sollte sich Loose trotzdem dazu durchringen, dann muckt Fort auch nicht auf. Er nimmt die Jokerrolle professionell an. Der kräftige, aber deshalb naturgemäß nicht ganz so bewegliche und schnelle Stoßstürmer - ein ganz anderer Typ als Poté und Dedic - weiß: "Für den Trainer ist es gut, wenn er viele Stürmer hat, die Tore schießen." Und gewiss schonender, als wenn ihm wehleidige Blindgänger mit Klageliedern auf die Nerven gehen.

Florian Jungwirth musste das Nachmittagstraining mit Brummschädel abbrechen. Bei einer Rettungstat hatte er Zlatko Dedics Schuhsohle auf den Hinterkopf bekommen.

Bis gestern Abend (18 Uhr) waren 21 523 "Geistertickets" verkauft.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.03.2012

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