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"Ich hab's verbockt" - Dresdner Hochspringer Raul Spank hadert mit Leistung bei Hallen-WM

"Ich hab's verbockt" - Dresdner Hochspringer Raul Spank hadert mit Leistung bei Hallen-WM

Beim "Schnupperkurs" für Olympia haben sich die deutschen Leichtathleten tapfer geschlagen und zweimal Silber erkämpft. Die Glanzlichter am Bosporus setzte aber die internationale Konkurrenz: Zwei tolle Mehrkampf-Weltrekorde und zehn weitere Saisonbestleistungen krönten am Wochenende die 14. Hallen-Weltmeisterschaften in Istanbul.

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Istanbul war für Raul Spank keine Reise wert: Mit übersprungenen 2,28 Metern landete der Dresdner bei der Hallen-WM auf dem letzten Platz.

Quelle: dpa

Istanbul . Der Amerikaner Ashton Eaton schraubte seine Siebenkampf-Bestmarke um 77 Punkte auf fantastische 6645 Zähler. Olympiasiegerin Natalja Dobrynska aus der Ukraine hatte zum Auftakt den 20 Jahre alten Fünfkampf-Weltrekord auf 5013 Punkte verbessert. Mit neun Titeln und insgesamt 17 Medaillen avancierten die US-Stars erneut zur klar stärksten Nation. Herausragend waren die 7,23 Meter von Weitsprung-Weltmeisterin Brittney Reese. Das zehnte Gold verloren die Amerikaner am grünen Tisch: Ein Protest der Briten war erfolgreich, das US-Quartett über 4 x 400 Meter wurde wegen eines Wechselfehlers disqualifiziert.

Nach Doppel-Silber für Stabhochsprung-Oldie Björn Otto (5,80 Meter) und Kugelstoß-Youngster David Storl (21,88 Meter) ging das junge Team (Durchschnittsalter 25,3 Jahre) des Deutschen Leichtathletik-Verbandes gestern leer aus. Stabhochspringerin Silke Spiegelburg (Leverkusen) fehlten mit 4,65 Metern allerdings nur fünf Zentimeter zum Podest-Platz. Ihre Teamkollegin Kristina Gadschiew (Zweibrücken/4,30) wurde Zwölfte. Jelena Issinbajewa scheiterte beim Angriff auf den eigenen Hallen-Weltrekord zwar dreimal an 5,02 Metern, mit 4,80 Meter holte die 29 Jahre alte Russin aber erstmals seit ihrem Olympiasieg 2008 wieder einen großen Titel. Die 6000 Zuschauer in der erneut ausverkauften Arena feierten die Goldmedaille gemeinsam mit der nun viermaligen Hallenweltmeisterin.

Schnellster Sprinter der Welt unterm Dach war Athen-Olympiasieger Justin Gatlin. Der 30 Jahre alte Amerikaner gewann die 60 Meter in glänzenden 6,46 Sekunden - nur sieben Hundertstel fehlten zum Weltrekord seines Landsmanns Maurice Greene. Christian Blum aus Wattenscheid war im Halbfinale ausgeschieden. Jamaikas Veronica Campbell-Brown verteidigte ihren Titel in 7,01 Sekunden.

"Die Mannschaft hat die Erwartungen in der Spitze erfüllt, aber gerade unsere jungen Hoffnungen haben ihre Chancen nicht immer genutzt. Da ist leider keiner über sich hinausgewachsen, David Storl einmal ausgenommen", sagte DLV-Cheftrainer Herbert Czingon. Vor zwei Jahren hatten die Deutschen aus Doha drei Medaillen (1 Silber/2 Bronze) mitgebracht. Aufschlüsse für die Freiluft-EM in Helsinki oder Olympia in London lasse eine Hallen-WM ohnehin nicht zu. "Unsere Besten waren ja nicht alle da", meinte Czingon.

Auch für Hochspringer Raul Spank endete der Ausflug zum Bosporus mit einer herben Enttäuschung. Nach übersprungenen 2,28 Metern fiel für den Dresdner bei 2,31 dreimal die Latte. "Ich habe es verbockt, ich habe es einfach nur verbockt", jammerte der WM-Dritte von 2009 - der Dresdner wurde Letzter. 3000-Meter-Läufer Arne Gabius (Tübingen) holte sich zumindest Wettkampfhärte für seine Olympia-Ambitionen im Freien: In dem Weltklasse-Feld hatte der 30-Jährige als Achter aber keine Chance. Kugelstoßerin Nadine Kleinert war mit ihrem fünften Platz durchaus zufrieden, 29 Zentimeter fehlten zu Bronze.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.03.2012

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