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Humpelnder Österreicher erkämpft den Sieg – Eisspeedway mit Heiratsantrag in Dresden

Humpelnder Österreicher erkämpft den Sieg – Eisspeedway mit Heiratsantrag in Dresden

Als Erster ins Ziel rasen trotz eines schweren Sturzes – dieses Glanzstück ist am Sonnabend dem Eisspeedway-Fahrer Fritz Wallner aus Österreich gelungen. In der Dresdner Energieverbund-Arena ließ er neun Kontrahenten auf ihren heulenden Motorrädern hinter sich.

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Stiebender Schnee, Stahlschuhe und heulende Motorräder - das ist Eisspeedway.

Quelle: Tanja Tröger

In einem der letzten Vorläufe war Wallner aufs Eis geknallt, hatte sich aber wieder berappelt, war zum Finalstart gehumpelt – und aufs oberste Treppchen geschlittert. Rang 2 in der 500-Kubikzentimeter-Klasse belegte Marcin Sekula aus Polen, auf Platz 3 landete der Tscheche Roman Cejka. Lokalmatador Ronny Weis aus Meißen fuhr auf Rang 4.

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Auto-Speedway-Fahrer Uwe Neumann aus Meißen machte seiner Dani einen Heiratsantrag.

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Eisspeedway – das sind verrückte Kerle mit einem Stahlschuh, die mit gewichtsoptimierten Motorrädern über das Eisoval rasen und um die Kurven driften. Der linke Fuß schleift dabei mit dem Stahl übers Eis und stützt die Maschine. Eine spektakuläre Angelegenheit – vor allem lautstärke- und geruchstechnisch. Wer als Zuschauer vorn an der Bande steht, bekommt die volle Ladung stiebenden Schnee und Abgase ab.

Außer beim Junioren-Rennen natürlich. Die Kleinsten drehten auf ihren 50-Kubikzentimeter-Maschinen ihre Runden nicht so schnell wie die Großen, dafür aber mit absoluter Coolness. Dafür bejubelten die mehr als 1000 Zuschauer sie lautstark. Weil das Bike der siebenjährigen Mascha Schwendt schon nach der Trainingsrunde streikte, wurde der Wettkampf zwischen dem fünfjährigen Oscar Diemert und dem sechsjährigen Bruno Thomas ausgetragen. Bruno siegte souverän, Oscar fuhr lässig auf Platz 2. Für alle drei war ihr Auftritt in Dresden das allererste Rennen gewesen.

Auch für Fans von vierrädrigen Gefährten gab es was zu sehen: Vier Autos aus Meißen rutschten übers Eisoval und ließen die Motoren ordentlich aufjaulen. Das Finale bestritten die Kleinwagen: Suzuki Swift gegen Renault Twingo. Der Sieg ging an Enrico Weis, den Bruder des Meißner Motorrad-Cracks.

Doch am Samstag ging es nicht nur um harte Jungs, sondern auch um zarte Gefühle. Auto-Speedway-Fahrer Uwe Neumann vom Motorsportclub Meißen hielt um die Hand seiner langjährigen Freundin Dani an. Zwischen zwei Läufen wurde es plötzlich dunkel, Bryan Adams schmachtete aus den Boxen und Neumanns mit Rosen und Herzen geschmückter Rennwagen rollte aufs Eis. Der Hüne im Anzug fiel auf die Knie und stellte seiner Liebsten die alles entscheidende Frage. Der kullerten vor Freude die Tränen, und so wurde das verlobte Paar unter dem Johlen der Zuschauer aus dem Oval chauffiert.

Der Wettkampf in der Dresdner Eishalle war Teil der Rennserie „Speedway on ice“. Sie umfasst sieben Wettkämpfe in Sachsen und Thüringen und wird vom Unternehmen White Racing organisiert. Speedwayfahrer Ronny Weis vom MC Meißen hält dabei die Fäden in der Hand. „Der lädt sich immer internationale Fahrer ein, gegen die er nicht gewinnen kann. Wir fahren jetzt schon drei Jahre, aber er hat noch nie gewonnen“, so White-Racing-Mitarbeiterin Anke Geyer über den Lokalmatador.

Für das Speedway-Rennen hatten die Mitarbeiter der Eishalle extra eine Nachtschicht eingelegt. Noch am Tag zuvor spielten die Eislöwen auf einer etwa zwei Zentimeter dicken Eisschicht. Binnen weniger Stunden wurde das Eis um zehn Zentimeter aufgestockt, damit die Spikes der Motorräder ordentlich Grip haben.

ttr

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