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Hans-Jürgen Kreische: "Man müsste noch einmal 18 oder 25 sein"

Hans-Jürgen Kreische: "Man müsste noch einmal 18 oder 25 sein"

Fünfmal war er DDR-Meister, viermal Oberliga-Torschützenkönig, 1972 wurde er Olympiadritter, 1973 DDR-Fußballer des Jahres und 1974 WM-Teilnehmer - bei Hans-Jürgen Kreische kann man nur die wichtigsten Erfolge aufzählen, denn der 50-fache Auswahlspieler feierte einfach zu viele.

Dresden .

Längst steht "Hansi" nicht mehr im grellen Rampenlicht, aber an seinem heutigen 65. Geburtstag in Rente zu gehen, fällt dem Dynamo-Idol nicht im Traum ein. Als Chefscout bei RB Leipzig hat er noch gut zu tun.

Frage: Feiern Sie den Geburtstag?

Hans-Jürgen Kreische: Urlaub ist in der Transferperiode bis Ende August nicht möglich, aber Zeit, in kleiner Runde mit der Familie in Weißig zu feiern, habe ich. Eine Riesenfete gab es ja erst zum 60., das muss fünf Jahre später nicht schon wieder sein.

Welche Pläne haben Sie für die nächsten Jahre?

Ich bin fit und möchte mithelfen, das Projekt in Leipzig zum Erfolg zu führen. Die Zuschauerzahlen haben gezeigt, dass es angenommen wird. Ich habe als Fußball-Lehrer und in zehn Jahren im Scouting viel Erfahrung gesammelt, die ich gern weitergebe.

Welche Rolle spielen Sie im Konzept von Ralf Rangnick, dem neuen starken Mann bei RB Leipzig?

Es ist höchste Zeit, dass wir mit der ersten Mannschaft den nächsten Schritt machen und den Aufstieg schaffen. Für das neue Nachwuchsleistungszentrum werden wir ein Netzwerk aufbauen, um das Ganze mit Qualität zu untersetzen. Wir wollen einen Kader zusammenstellen, in dem möglichst viele Talente aus der Region stehen, die sonst in den Westen abwandern würden. Das hat nicht nur mit den Trainingsbedingungen und einem schönen Internat, sondern auch mit Personen, sprich qualifizierten Nachwuchstrainern zu tun. Bisher war ich als Chefscout vor allem für den Männerbereich tätig, für den Nachwuchs blieb zu wenig Zeit.

Wann waren Sie das letzte Mal bei Dynamo im Stadion?

Ich war recht oft da. Auch in der 2. Liga gibt es bei vielen Mannschaften Spieler, die für uns interessant sind - bei Dynamo allerdings weniger.

Wie bewerten Sie die Entwicklung bei Ihrem Ex-Klub?

Sehr positiv. Es ist aber auch ein wenig gefährlich, weil einige, die nicht viel vom Fußball verstehen, jetzt schon wieder nach den Sternen greifen wollen. Das kann ins Gegenteil umschlagen. Dynamo sollte sich stabilisieren, die Leistung vom vergangenen Jahr bestätigen. Dann kann man sich, wenn es finanziell machbar ist, punktuell verstärken und angreifen. Die 1. Bundesliga ist mittelfristig möglich.

War es richtig, Torjäger Mickael Poté nicht zu verkaufen?

Wenn man sich als Mannschaft weiterentwickeln will, kann man so einen Spieler nicht verkaufen. Ihn hat hier keiner gekannt, aber er hat die Mannschaft mitgeprägt. Ihn zu veräußern, wäre ein Fehler. Man kann nicht jedes Jahr neu anfangen.

Schauen Sie sich das Spiel gegen West Ham United an? Von den Europacup-Spielen gegen englische Teams haben Sie immer geschwärmt...

Man müsste noch einmal 18 oder 25 sein, dann würde ich nach England gehen. Wenn nichts anderes anliegt und man mich ins Stadion lässt, schaue ich am 27. Juli vorbei.

Denken Sie noch oft an Ihre Partien gegen Liverpool oder Leeds?

Das waren Highlights, denn wir in der DDR haben doch relativ wenig international spielen können - und wenn, dann war es oft im Ostblock. Lose gegen englische Teams im Europapokal waren immer eine Riesensache. Wir haben dreimal gegen Liverpool gespielt, sind dreimal rausgeflogen, auch wenn es mal knapp war. Aber das Fluidum war fantastisch.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.07.2012

Interview: J. Leimert

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