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Hallescher Fußball im Aufwind - Stadioneinweihung gegen HSV-Profis

Hallescher Fußball im Aufwind - Stadioneinweihung gegen HSV-Profis

Jahrelang wurde in Halle um den Stadionneubau gerungen. Heute wird der Erdgas-Sportpark auf dem Grund des alten Wabbel-Stadions mit einem Freundschaftsspiel gegen den Hamburger SV (Anstoß: 19.25 Uhr) eröffnet.

Halle/Dresden .

HFC-Kapitän Maik Wagefeld (30) freut sich auf das Spektakel, das für den Halleschen FC rein sportlich aber nicht das wichtigste Spiel in dieser Woche ist.

Frage: Ihr Klub hat gerade 3:0 gegen Meppen gewonnen, liegt nur einen Punkt hinter dem Regionalliga-Spitzenreiter auf Rang drei und jetzt wird das neue Stadion eingeweiht. Schwebt man an der Saale auf Wolke sieben?

Maik Wagefeld: Ich glaube nicht. Ich denke, dass wir gut gestartet sind und es sehr gut läuft. Wir haben vier Siege und zwei Unentschieden geholt, sind ungeschlagen. Aber ich glaube schon, dass so ein Stadion ein Faustpfand für die Zukunft sein kann, wie es das auch bei Dynamo Dresden ist.

Wie gefällt Ihnen die neue Arena?

15 000 Leute passen rein. Es ist ein schönes, kleines und enges Fußballstadion. Für Halle und die Verhältnisse hier ist es völlig ausreichend. Wir freuen uns darauf, hier drin spielen zu können und auch darüber, dass drumherum alles professioneller wird.

Im Vergleich zur Anlage in Halle-Neustadt, wo der HFC zuletzt kicken musste, kommt das neue Stadion ja fast einem Palast gleich, oder?

Ja natürlich. Halle-Neustadt war nur eine Ausweichspielstätte. Aber der Platz, den wir dort hatten, der war wie ein Golfplatz. Ich habe noch nie auf einem besseren Platz gespielt. Dennoch sind wir sehr froh über den Umzug. Wir haben jetzt unseren Trainingsplatz direkt am Stadion und müssen nicht mehr mit den Autos zum Training fahren. Das hat schon genervt.

Ist die Partie gegen den HSV schon ausverkauft?

Ja, schon lange.

Bei Dynamo haben Sie es selbst erlebt, dass es anfangs in einem neuen Stadion oft nicht läuft. Auch Sachsen Leipzig hatte einst Probleme im neuen Zentralstadion. Fürchten Sie, dass der HFC angetrieben von vielen erwartungsvollen Fans zu euphorisch im neuen Rund nach vorn stürmt und in Konter läuft?

Leipzig kann und will ich nicht beurteilen. Was Halle und Dynamo unterscheidet, ist, dass die Leute hier sehr bodenständig sind. Man merkt eine gewisse Euphorie, aber die ist nicht so extrem wie in Dresden. Unser Trainer (Sven Köhler, ehemals Co-Trainer von Christoph Franke bei Dynamo/d. Red.) ist kein Lautsprecher, die junge Mannschaft steht nicht so unter Druck wie Dynamo. Wir wollen gerne aufsteigen, wollen gerne hoch, aber es herrschen in Halle andere Verhältnisse als in Dresden.

Es wird also noch nicht von der ersten Liga geredet...

Es wird auch nicht von der zweiten Liga geredet, von der dritten schon. Halle spielt seit vier Jahren immer oben mit, letztes Jahr vielleicht nicht ganz so, aber wir wollen wieder vorn mitmischen. Der Kader ist klein, hat aber Qualität - wie damals bei Dynamo, als wir unter Christoph Franke aufgestiegen sind. RB Leipzig ist der absolute Topfavorit, aber man sieht, dass in dieser Liga alles möglich ist. Wir haben gegen Hannover, Wolfsburg und Kiel schon drei schwere Spiele weg, sind ungeschlagen. Wenn es so weitergeht, können wir am Ende mit vorn sein.

Ihr Ex-Trainer Peter Pacult und Sie waren bei Dynamo nicht die besten Freunde. Haben Sie sich schon in Magdeburg für den Punktgewinn des FCM beim 1:1 in Leipzig bedankt?

Wir haben erst sechs Spiele gehabt, 28 kommen noch. Da besagt so ein 1:1 noch gar nichts. Wir waren auch zwei Spieltage lang Erster, alle haben plötzlich gesagt: Jetzt seid ihr die Gejagten! Doch es geht sehr eng zu, und wir müssen den Abstand auch weiter eng halten. Es wehrt sich keiner, wenn wir zur Halbserie oben sind. Natürlich wäre es noch schöner am letzten Spieltag vor RB zu stehen - und wenn möglich auf Platz eins.

Am Sonntag geht es zum Tabellen-führer Hamburger SV II. Kann man sich da jetzt gegen die HSV-Profis überhaupt verausgaben?

Wir haben sehr viele junge Spieler, die das erste Mal vor großer Kulisse spielen. Das Stadion ist schick, es macht Spaß, hier zu spielen. Das sollten wir genießen. Unser Hauptaugenmerk liegt aber definitiv auf dem Sonntag. Es bringt ja nichts, wenn wir uns gegen die Profis gut verkaufen, und am Sonntag geht das Ding in die Hose.

Haben Sie alte Freunde aus Dresden zum Eröffnungsspiel eingeladen? Ihr Kumpel Sascha Pfeffer stammt ja sogar aus Halle...

Das wollte ich, aber "Pfeffis" Bruder hatte schon sechs Karten geordert. Ich weiß gar nicht, ob "Pfeffi" dabei ist. Da müsste ich jetzt schwindeln. Aber meine Familie, Freunde und auch einige Dynamo-Sponsoren, die mit mir befreundet sind, habe ich eingeladen. Sie kommen auch alle. Das zeugt davon, dass Halle für den einen oder anderen Dresdner interessant ist.

Sind Sie nach Halle umgezogen?

Ich bin Pendler, schlafe ein- bis zweimal die Woche in Halle bzw. bei Leipzig. Ich möchte auch in Dresden wohnen bleiben.

Halles Neues Stadion

Bauzeit: 12 Monate;

Baukosten: 17 Millionen Euro (11 Mio. kamen von der Stadt, 6 Mio. vom Land);

Fassungsvermögen: 15 000 Zuschauer, alle Plätze sind überdacht;

Extras: Rasenheizung, Photovoltaik-Anlage auf dem Dach (noch im Bau);

Betreiber: Stadion Halle Betriebs GmbH;

Namensponsor: Verbundnetz Gas AG. Der Vertrag bringt jährlich 500 000 Euro und läuft zehn Jahre.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.09.2011

Interview: Jochen Leimert

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