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Hängepartie um Oberliga-Aus für Borea Dresden - Spieler müssen auf Freigaben warten

Hängepartie um Oberliga-Aus für Borea Dresden - Spieler müssen auf Freigaben warten

Nach dem Aus für die Oberliga-Mannschaft des SC Borea Dresden hängen die einstigen Spieler des Vereins momentan in der Luft. Bei Borea haben sie keine Verträge mehr - bei anderen Vereinen auflaufen dürfen sie aber auch nicht.

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Die ehemaligen Spieler von Borea müssen auf ihre freigabe warten.

Quelle: Norman Rembarz

Denn die offizielle Wechselfrist ist abgelaufen - und einen Fall wie diesen sehen die Regularien nicht vor.

So berichtet Oliver Krause, Präsident des Leipziger Landesligisten BSG Chemie Leipzig, dass sich der Verein mit einem Spieler einig sei. Er könne diesem zwar einen Vertrag geben, einsetzen dürfe er den Spieler nach aktuellem Stand aber erst im Januar. Die einstigen Spieler des SC Borea waren bisher davon ausgegangen, dass sie für einen anderen Club sofort hätten auflaufen dürfen, hatte Ex-Kapitän Sascha Dietze noch am Freitag berichtet.

Lutz Mende, der Leiter des Spielbetriebs beim Sächsischen Fußballverband (SFV), bestätigt, dass es Probleme mit den Spielberechtigungen gibt. „Grundsätzlich gilt die Wechselfrist", so Mende gegenüber DNN-Online. Eine Sonderregel gebe es nicht. Er kündigte aber an, dass der Verband im Rahmen der Spielordnung nach Wegen suchen will, den betroffenen Spielern zu helfen.

„Das sind aber immer Einzelfallentscheidungen, bei denen wir sehen müssen, ob es sich um einen Vertrags- oder einen Amateurspieler handelt", so Mende weiter. So lässt beispielsweise die Spielordnung des Deutschen Fußball-Bundes zu, dass die Wartefrist für Amateur-Spieler entfällt, wenn ein Verein den Spielbetrieb einstellt und die Abmeldung des Spielers erst nach der Einstellung des Spielbetriebs erfolgte. Vertragsspieler könnten sich demnach wieder zurück in den Amateur-Status versetzen lassen, um eine Sperre zu umgehen.

Hauptproblem ist, dass der sächsische Verband bislang nicht entscheiden kann. Zwar ist das entsprechende Schreiben von Borea bereits beim für die Oberliga zuständigen Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) eingegangen, wie deren Geschäftsführer Holger Fuchs bestätigte. Das rechtskräftige Urteil kann aber nur das Sportgericht fällen, bei dem der Fall nun liegt. Damit liegt für den Sächsischen Verband keine offizielle Mitteilung vor, dass Borea die erste Mannschaft zurückgezogen hat. „Wir können erst handeln, wenn uns konkrete Anfragen vorliegen", sagte Mende.

Der SC Borea Dresden war im August in größere Finanzschwierigkeiten geraten. Unter anderem hatte die Sparkasse die Konten des Vereins gesperrt, nachdem dieser mehrere Kredite nicht mehr bedient hatte. Der Verein hatte den Spielern danach freigestellt, sich einen neuen Verein zu suchen. Bis zum Ende der Wechselfrist hatten zahlreiche Kicker den Jägerpark verlassen, viele Spieler blieben jedoch.

Um die Insolvenz des Gesamtvereins abzuwenden und die Jugendmannschaften zu retten, entschloss sich der Club Anfang September jedoch, die Oberliga-Mannschaft zurückzuziehen, die Verträge der Spieler wurden aufgelöst. Da vor Saisonbeginn auch das Reserveteam zurückgezogen wurde, verfügt Borea Dresden damit über keine Herren-Mannschaft mehr.

Stephan Lohse

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