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Gleichgeschlechtliche Tanzpaare tragen in Radebeul Deutsche Meisterschaft aus

Gleichgeschlechtliche Tanzpaare tragen in Radebeul Deutsche Meisterschaft aus

Männer und Frauen wirbeln über das Parkett - so lässt sich Turniertanz allgemein beschreiben. Das gilt auch für das heute beginnende Tanzturnier in der Radebeuler Lößnitzsporthalle, allerdings mit einer entscheidenden Ausnahme.

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Das Tanzpaar Beate Fricke (l.) und Anja Schulze tanzt um die Deutsche Meisterschaft.

Quelle: Samuel Herzog

Wo sonst je ein Herr die Hand einer Dame ergreift, geben sich Männer- und Frauenpaare die Ehre. Heute und morgen tanzen 63 gleichgeschlechtliche Paare die Deutsche Meisterschaft in den Standard- und Lateinamerikanischen Tänzen aus.

Organisiert hat das Turnier der Dresdner Tanzsportklub Residenz. Dort tanzen zwölf Paare "Equality", wie die Spielart unter den Tänzern heißt. "Die meisten kommen natürlich aus der schwul-lesbischen Szene", sagt Beate Fricke, die die 2010 ins Leben gerufene Sparte von Beginn an trainiert. Das gilt jedoch bei weitem nicht für alle. Die Sozialpädagogin Fricke etwa hat sich genauso wie ihre Tanzpartnerin Anja Schulze aus sportlichem Interesse zum Mitmachen entschieden. "Man kann mit den Rollen spielen, wie man es will", sagt die Gymnasiallehrerin Schulze. Während klassische Paare klar festgelegt sind - der Mann führt, die Frau folgt - ist das im Equality völlig offen. Das geht so weit, dass die beiden Frauen mitunter mehrfach während ein und desselben Tanzes die Führung wechseln lassen. "Mal bin ich Macho, mal kann ich sehr damenhaft sein", sagt die 36-jährige Fricke zu dem Wechselspiel.

Seit 2001 tanzt die zweifache Mutter mit einer anderen Frau. Damals habe ihr der männliche Tanzpartner gefehlt. Das Inserat einer Tänzerin, die eine Mitstreiterin suchte, hatte dann ihre Neugier geweckt. Später ist sie dann auf die 31-jährige Schulze zugegangen, der ebenfalls der männliche Partner abhanden gekommen war. Wie reagiert das Umfeld auf einen solchen Wechsel? "Die klassische Frage ist immer: Wie geht denn das und wer führt bei uns überhaupt?", sagt Schulze. Während sie und ihre Partnerin nicht so festgelegt sind, lässt sich das vor allem bei männlichen Paaren relativ pragmatisch beantworten: Der größere von beiden übernimmt die Führung, gerade bei den Standardtänzen.

Doch nicht nur das Sportliche reizt die beiden Frauen. Die Atmosphäre sei bei "Equality"-Turnieren einfach eine andere. "Es geht nicht so diszipliniert und streng zu", sagt Schulze. Die gleichgeschlechtlichen Paare sehen vieles lockerer als die klassischen Turniertänzer, was auch mit dem Einfluss der schwullesbischen Szene zu tun habe, wie Fricke meint. So ist die Kleiderordnung nicht so streng, was manch buntem Vogel zugute kommt.

Die achte Deutsche Meisterschaft ist die erste, die in Ostdeutschland ausgetragen wird. "Wir wurden vom Verband darum gebeten, sie hier auszurichten", sagt Fricke. Die Dresdner Gruppe ist mit Ausnahme von Berlin die einzige in der Region, weshalb das Turnier auch Werbung für den Sport sein soll. Auf die haben die Dresdner Tänzer bisher meist verzichtet, was sich aber in der nächsten Zeit ändern soll. So bietet sie ab Anfang Juni einen sechswöchigen Schnupperkurs für Anfänger an. Wer nur einmal zusehen möchte, kommt heute und morgen besonders ab 15 Uhr auf die Kosten, wenn die Paare der Hauptgruppe tanzen.

heute und morgen, jeweils ab 10 Uhr: 8. Internationale offene Deutsche Meisterschaft für Frauen- und Männerpaare, Lößnitzsporthalle Radebeul, Steinbachstr. 13, Eintritt 10 Euro; Schnuppertraining des Tanzsportklubs Residenz ab 5. Juni immer Di. 18-19 Uhr, Tanzlokal Enderstr. 59 (Dachgeschoss), Anmeldung bei Sabine Reh unter sportwart@tsk-residenz.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.05.2012

Uwe Hofmann

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