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Gewalt-Debatte im Fußball: Künftiger DFL-Chef Rettig plädiert in Dresden für Dialog und Härte

Gewalt-Debatte im Fußball: Künftiger DFL-Chef Rettig plädiert in Dresden für Dialog und Härte

In der Diskussion um die Gewalt in und um Fußballstadien hat der designierte Geschäftsführer des Ligaverbandes DFL, Andreas Rettig, bei einer Diskussionsrunde in Dresden für eine Doppelstrategie plädiert.

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Andreas Rettig wird im kommenden Jahr die Leitung des Ligaverbandes übernehmen.

Quelle: Stephan Lohse

Zum einen müsse gegen Gewalttäter konsequent durchgegriffen werden, sagte Rettig „falsch verstandener Solidarität“ unter Fans den Kampf an. Zudem warb er aber auch für mehr Gespür für die Belange der Fans.

Denn, so sagte Rettig bei der vom MDR organisierten Runde am Dienstagabend im Glücksgas-Stadion, viele Funktionsträger wüssten nicht mehr, wie die Zustände gerade vor den Stadien seien. Wer mit dem Auto direkt in die Stadion-Tiefgarage fahre, sehe davon nichts. Er habe deswegen zuletzt bewusst den Weg der Fans in Richtung Stadion genommen. Dabei habe er leider nicht nur positive Begeisterung erlebt, sondern teils auch Gewalt, die scheinbar normal geworden sei. „Da hört der Spaß auf“, forderte Rettig.

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Trainer, Manager und Funktionäre haben in Dresden über die Zukunft des Fußballs im Osten diskutiert.

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Dem stimmten andere Diskussionsteilnehmer zwar grundsätzlich zu, Dissens gab es aber trotzdem. So wies Christian Beeck, Manager von Energie Cottbus, darauf hin, dass Vereine keine Mittel hätten, Übeltäter empfindlich zu strafen. Selbst ein Stadionverbot sei kein abschreckendes Mittel, so Beeck. Der Bestrafte stünde in drei Jahren wieder im Block. „Das kriegst du nicht geregelt als Verein“, sagte er und forderte er ein stärkeres Engagement der Politik.

„Nur mit moralischen Appellen wird es nichts“, merkte auch Michael Schädlich, Präsident des Halleschen FC, an. Die Ursachen der Fan-Aggressionen würden nicht im Fußball liegen, die Vereine werden allerdings für das Fehlverhalten ihrer Fans bestraft. „Es nervt mich, wenn ich für meinen Einsatz als Verein bestraft werde“, sagte Schädlich. Auch Dynamo Dresden ist davon regelmäßig betroffen. Denn während bei Heimspielen inzwischen nahezu immer Ruhe herrscht, kracht es noch immer ab und zu auswärts. Dort hat Dynamo aber keinen Einfluss auf Organisation oder Ordnereinsatz: Bestraft wird der Club trotzdem, wie Aufsichtsrat Thomas Blümel noch einmal erklärte.

Rettig kündigte zwar an, dass Strafen künftig klarer, individueller und zielgerichteter sein sollen, die Vereine wollte er jedoch nicht aus der Verantwortung entlassen. Auch DFB-Vizepräsident Rainer Milkoreit betonte die Verantwortung der Vereine – auch wenn er nicht sagen konnte, wie es gelingen soll, Gewalttäter zu isolieren.

Ein Weg könnte das Verantwortungsbewusstsein für andere sein, für das Carl-Zeiss-Jena-Trainer Petrick Sander warb. Deeskalation sei das Wichtigste. Und das schaffe keine Seite allein, weder Vereine noch Polizei oder Fans.

Es müsse künftig auch möglich sein, gemachte Fehler zuzugeben, sagte Rettig im Rückblick auf die Partie von Dynamo Dresden bei Hannover 96, als zu wenige geöffnete Stadiontore die Fans mit aufstachelten. Sein Ziel sei zudem, nicht mehr von oben herab zu agieren. Es sei elementar wichtig, auch die Fans von Beschlüssen zu überzeugen und mitzunehmen.

sl

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