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Geplantes Feuerwerk erhitzt Gemüter in Dresden-Seidnitz

Pyro Games neben Pferdeställen Geplantes Feuerwerk erhitzt Gemüter in Dresden-Seidnitz

Auf der Galopprennbahn in Seidnitz will es der Dresdner Rennverein im Jubiläumsjahr 2016 richtig krachen lassen. Am 2. Oktober sollen auf dem Gelände erstmals die Pyro Games stattfinden - unmittelbar in der Nähe der Ställe, in denen gut 60 Pferde untergebracht sind.

Trainerin Claudia Barsig gibt ihrem Pferd Tim Rocco nach einem Rennsieg unter Jockey Alexander Pietsch (r.) ein Küsschen. Doch nun macht sie sich große Sorgen.

Quelle: Archiv

Dresden. Auf der Galopprennbahn in Seidnitz will es der Dresdner Rennverein im Jubiläumsjahr 2016 richtig krachen lassen. Beim gestrigen Neujahrsempfang des DRV, zu dem rund 90 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Sport ins Barococo am Altmarkt geladen waren, verriet Präsident Michael Becker: "Am 2. Oktober werden bei uns erstmals die Pyro Games stattfinden." Im Jahr des 125-jährigen Bestehens der beliebten Rennbahn im Osten der sächsischen Landeshauptstadt soll das schon traditionelle Duell der Feuerwerker, das bisher im Ostragehege stattfand, viele Besucher anlocken.

Aber gerade wegen dieses Events ist schon jetzt in Seidnitz "Feuer unterm Dach". Denn Trainerin Claudia Barsig, die 2015 auch das "Silberne Hufeisen" als erfolgreichste Heimtrainerin gewann, bringt das auf die Palme: "Diese Idee gab es schon im Jahr zuvor. Da haben wir Trainer das eindeutig abgelehnt. Unmittelbar in der Nähe unserer Ställe, wo rund 60 Pferde stehen, so etwas zu veranstalten, finde ich verantwortungslos. Unsere Besitzer waren schockiert, zumal mit uns diesmal niemand vorher gesprochen hat. Aber schon seit einiger Zeit werden die Karten dafür im Internet angeboten", ärgert sich die 46-Jährige, die die Frage aufwirft: "Wer haftet am Ende dafür, wenn etwas passiert?"

Rennvereins-Präsident Michael Becker teilt die großen Bedenken nicht: "Es wird Sorge dafür getragen, dass die Pferde geschützt sind. Und gezündet wird das Feuerwerk am äußersten Ende der Bahn." Und er fügt erklärend hinzu: "Wir müssen Einnahmen für den Rennverein generieren. Dazu gehört, dass wir die Rennbahn für andere Veranstaltungen öffnen. Bei den Pyro Games rechnen wir mit einem Gewinn von 8000 bis 10 000 Euro." Barsig und auch Heike Frohburg, Mitbesitzerin des Rennstalles von Trainer Stefan Richter, hoffen jetzt, dass bei einer Besprechung mit Stadt, Ordnungs- und Veterinäramt am 16. Februar die Veranstaltung doch noch gestoppt wird.

Ein wenig traurig sind Claudia Barsig und ihre Trainerkollegen auch, dass gerade im Jubiläumsjahr die Anzahl der Renntage auf der Heimbahn auf nur noch sechs zurückgeht. Richtete man in Seidnitz 2015 noch acht Renntage aus, sind es diesmal zwei weniger. Michael Becker sieht den Grund dafür im geringen Pferdebestand in Deutschland: "Der ging in den vergangenen Jahren deutlich zurück, dabei gab es aber 2015 vier Prozent mehr Rennen. Diesen ungesunden Trend wollen wir nicht mitmachen, aber wir sind recht zuversichtlich, dass wir vielleicht im Oktober doch noch einen siebenten Renntag ins Programm nehmen können", so der DRV-Präsident, der nach einem erfolgreichen Rennjahr mit 12,5 Prozent mehr Umsatz am Toto auch für 2016 zuversichtlich ist: "Die Rahmenbedingungen sind nicht optimal, aber auch nicht existenzbedrohend."

Bei den bislang sechs terminierten Renntagen sind übrigens diesmal nur zwei (18. Juni/6. August) mit Rennen, die der französische Wettanbieter PMU europaweit überträgt, dabei. Im vergangenen Jahr waren es vier. "PMU hat seine Strategie vor allem auf Wochentage ausgerichtet. Wir aber wollen keine Rennen ohne Besucher, sondern möchten am Wochenende möglichst viele Zuschauer und darunter auch viele Familien mit Kindern auf die Bahn locken", betont Michael Becker.

Renntage: 7. Mai, 18. Juni, 6. August, 4. September, 25. September, 16. November.

Astrid Hofmann

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