Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Google+
Galopp: Tscheche gewinnt in Dresden-Seidnitz das "Rennen des Jahres"

Galopp: Tscheche gewinnt in Dresden-Seidnitz das "Rennen des Jahres"

Filip Minarik konnte nach seinem Sieg nur lächeln, brachte aber kein Wort heraus. Der 39-jährige Jockey litt am Sonnabend beim vierten Renntag auf der Galopprennbahn in Dresden-Seidnitz ganz besonders unter der Hitze.

Voriger Artikel
smart Beach Cup auf dem Dresdner Altmarkt vor begeisternder Kulisse
Nächster Artikel
Blasewitzer Aufstiegsträume erfüllen sich nicht

Sovalla mit Jockey Filip Minarik (rote Kappe) gewann das BBAG-Auktionsrennen, Key to fun unter Eduardo Pedroza (l.) wurde am Ende Dritter.

Quelle: Sabine Brose/Sorge

"Ich bin ein blonder, blasser Typ und habe bei solchen Temperaturen schon immer große Probleme", erklärte er später seine kurze "Sprachlosigkeit". Die Leistungen aber brin gt der gebürtige Prager auch bei mehr als 30 Grad im Schatten. Das bewies er auch diesmal, als er im "Rennen des Jahres", dem mit 52 000 Euro dotierten "bwin BBAG Auktionsrennen" über 1200 m mit der dreijährigen Stute Sovalla nichts anbrennen ließ. Mit einem taktisch klugen Ritt hielt der Tscheche die Konkurrenz in Schach und sicherte für das Gestüt Ittlingen und Trainer Peter Schiergen die 25 000 Euro Siegprämie. "Auf der Zielgeraden wusste ich, dass es reicht", meint Minarik und fügt an: "Es ist für mich schon emotional etwas Besonderes, für Peter Schiergen einen Sieg zu erkämpfen. Immerhin habe ich über 14 Jahre für ihn gearbeitet." Und der Pferdenarr, der aus einer Rennsportfamilie stammt und schon immer reiten wollte, freut sich jetzt wohl ganz besonders über jeden Erfolg.

In diesem Jahr war dies bereits der 49. Treffer und damit liegt er in der Statistik hinter Adrie de Vries an zweiter Stelle. Dass er wieder so weit vorn mitmischt, hatten ihm manche im vergangenen Jahr schon kaum noch zugetraut. Denn im September verschwand der kleine Tscheche offiziell wegen "Burn out" für drei Monate von der Bildfläche. Doch am Sonnabend gab er zu, weshalb er sich tatsächlich in Behandlung begab: "Ich hatte ein Alkoholproblem, bin in eine Privatklinik zum Entzug gegangen. Natürlich auf eigene Kosten", berichtet Filip Minarik ehrlich, setzt aber gleich mit einem Lächeln hinzu: "Jetzt geht es mir wieder richtig gut. Ich habe alles hervorragend überstanden und bin absolut fit." Das haben auch Trainer und Besitzer längst registriert, denn als er Ende Dezember wieder ins Geschäft einstieg, wurden aus anfänglich wenigen Ritten schnell immer mehr, auch in Frankreich. Und im Mai bekam er den Traumjob schlechthin angeboten: "Ich bin seither Privatjockey am Gestüt Schlenderhan", berichtet der Ex-Champion, der damit Nachfolger des "fliegenden Holländers" Adrie de Vries wurde. Und auch sein ehemaliger Chef Peter Schiergen arbeitet wieder regelmäßig - und wie man in Dresden gesehen hat, sehr erfolgreich - wieder mit ihm zusammen. Auch in den anderen Rennen zeigte Minarik seine Qualitäten, ritt noch einmal als Zweiter und dreimal als Dritter über die Ziellinie.

Für die Dresdner Farben lief es nicht ganz so erfolgreich wie bei den bisherigen Veranstaltungen. Einmal mehr war es Trainer Lutz Pyritz, der im letzten Rennen des Tages noch jubeln durfte. Die fünfjährige Stute Bear Diva unter dem Italiener Tommaso Scardino gewann den Ausgleich IV über 1900 m und bescherte Pyritz den 15. Jahreserfolg. Zuvor hatten Bear Paolina mit Platz zwei sowie Asuria, Burschentanz und Ustana mit jeweils dritten Plätzen die hervorragende Stallform unter Beweis gestellt. Rechnet man den Überraschungserfolg von France Extreme, dem achtjährigen Hengst des aus Wittichenau stammenden Besitzertrainers Frank Lippitsch noch dazu, dann gab es zwei Dresdner Treffer. Für Trainerin Claudia Barsig sprangen je ein zweiter, dritter und vierter Platz heraus und Stefan Richter verbuchte einen dritten und vierten Rang.

Die Verantwortlichen des Dresdner Rennvereins zeigten sich mehr als zufrieden. Trotz der Hitze kamen fast 6500 Besucher und am Toto wurden insgesamt 129 199,70 Euro verwettet.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.08.2014

Astrid Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport
  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr