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Galopp-Renntag in Dresden-Seidnitz zwischen Tragödie und Triumph

Galopp-Renntag in Dresden-Seidnitz zwischen Tragödie und Triumph

Glück und Leid lagen am dritten Galopp-Renntag in Seidnitz bei den Lokalmatadoren sehr eng zusammen. Gleich zum Auftakt gab es für Trainerin Claudia Barsig einen Schock.

Dresden.

Im ersten Rennen stürzte der von ihr betreute vierjährige Wallach Talk Later so unglücklich, dass er sich das Schulterblatt brach und sofort eingeschläfert werden musste. Claudia Barsig weinte bittere Tränen, konnte selbst von Ehemann Gert kaum getröstet werden. "Es war für sie das erste Mal, dass ein Pferd durch einen Rennunfall stirbt", erklärte Gert Barsig, warum der Schmerz besonders groß war. Zum Glück kam Jockey Stephen Hellyn ohne Blessuren davon. Der Belgier avancierte wenig später sogar zum "Helden des Tages", als er für die Dresdner Farben das mit 52 000 Euro dotierte "Rennen des Jahres" gewann.

Mit der dreijährigen Stute Al La Carte aus dem Lot von Stefan Richter setzte er im "bwin BBAG Auktionsrennen" einen Glanzpunkt. Obwohl die Vollblüter vor dem Start auf eine Geduldsprobe gestellt wurden, weil Super Anna ausbüchste und dann zum Nichtstarter erklärt werden musste, zeigte Al La Carte anschließend ihre Qualitäten über die Fliegerdistanz von 1200 Metern. In einem spannenden Schlussspurt wehrte Hellyn mit Al La Carte den Angriff von Donatella (2.) und Topfavoritin Best Dreaming (3.) ab und gewann nach Zielfotoentscheid.

Zum dritten Mal nach 2009 und 2011 ging damit der Sieg an den Stall Oberlausitz, hinter dem der Sponsor des Rennens steht. "Zugetraut hatte ich der Stute das. Allerdings war ich mir nach der langen Warterei vorm Rennen nicht sicher, weil sie dadurch nervös wird. Sie ist da wie ein großes Kind. Zugute kam ihr jedoch, dass sie sich auf der Bahn auskennt", schätzte Stefan Richter nach dem grandiosen Triumph ein. Im Auktionsrennen in Hoppegarten Anfang September soll nun der nächste Start der vom Stall Oberlausitz selbst gezogenen Al Qahira-Tochter sein. Stephen Hellyn strahle nach dem Husarenritt: "Das war ein Riesenfinish. Auf der Ziellinie wusste ich, dass es gereicht hat."

Und weil es so gut lief, legte der Belgier im sechsten Rennen nach und versah mit dem Sieg von Pyrenean Music die traurige Claudia Barsig mit einem kleinen "Trostpflaster" und sorgte zugleich mit den zweiten Dresdner Treffer an diesem Renntag. Hellyn war damit der einzige Reiter, der doppelt gewann.

Jeweils einen Erfolg nahmen die beiden Schiergen-Brüder Dennis und Vinzenz mit nach Hause. Der 18-jährige Dennis siegte für seinen berühmten Vater Peter Schiergen mit Peaceful Mind und der erst 15-jährige Vinzenz siegte mit Sterngold für die Hallenser Trainerin Angelika Glodde. Für den mittleren Spross der drei Schiergen-Söhne war es bei seinem ersten Einsatz in Seidnitz der erste Sieg und insgesamt in seiner noch jungen Laufbahn der siebente Treffer. Lediglich der erst 12-jährige Laurenz muss noch ein wenig warten, bis er in die Fußstapfen seines berühmten Vaters treten kann. Doch er übt bereits - wie früher auch Dennis und Vinzenz - bei Ponyrennen.

Für die Lokalmatadoren standen am Abend nicht nur die beiden Siege, sondern weitere gute Platzierungen zu Buche. So freute sich Lutz Pyritz im Auftaktrennen über die Plätze zwei und drei durch seine Schützlinge Bear Diva und Ustana. Stefan Richter komplettierte seine starke Tagesbilanz mit dem zweiten Platz von Wanderlust und Rang drei von Toward Glory.

Sehr zufrieden zeigten sich die Verantwortlichen des Dresdner Rennvereins mit dem Umsatz am Toto, der mit 131 282,02 Euro sogar ein wenig die Erwartungen übertraf. Er wäre sogar noch höher ausgefallen, allerdings mussten wegen der Nichtstarterin Super Anna im Hauptrennen reichlich 2000 Euro an Wetteinsätzen zurückgezahlt werden. "Natürlich war der Renntag durch den bedauerlichen Unfall am Anfang etwas überschattet, aber ich denke, die Zuschauer haben dennoch einen überaus spannenden Renntag erlebt und auch wir sind insgesamt zufrieden", so das Fazit von Präsident Christoph Winkler.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.08.2013

Astrid Hofmann

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