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Fußballsicherheitsgipfel in Berlin: Dresdner Fanvertreter zeigt sich enttäuscht

Fußballsicherheitsgipfel in Berlin: Dresdner Fanvertreter zeigt sich enttäuscht

Schärfere Stadionverbote, erneute Ächtung von Pyrotechnik und ein Verhaltenskodex: Das große Maßnahmenpaket hat der deutsche Fußball im Kampf gegen Gewalt beim Fußballsicherheitsgipfel in Berlin nicht geschnürt.

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Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (l) im Gespräch mit DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.

Quelle: Jörg Carstensen

Fanvertreter zeigen sich entsetzt, ein Club spricht von einer „Akklamationsveranstaltung“. Stehplätze wird es in deutschen Fußballstadien jedoch auch weiterhin geben.

Für die SG Dynamo Dresden saßen Aufsichtsratschef Thomas Bohn und Geschäftsführer Christian Müller am Tisch. Abgesandte von Fan-Organisationen waren zu der Konferenz selbst nicht geladen - anders als in der Task Force Sicherheit, die vorab Empfehlungen für den Gipfel erarbeitet hatte. So tagten die Anhänger wenige hundert Meter entfernt und zeigten sich besonders von den verschärften Stadionverboten entsetzt. „Da verschlägt es einem die Sprache. Das sieht danach aus, dass die Repressalien erhöht werden“, fürchtete René Lau von der Arbeitsgemeinschaft Fananwälte, „meines Erachtens ist der Gipfel für die Fans eine Katastrophen.

Auch der Dresdner Christian Pohl, Sprecher der Interessengemeinschaft Unsere Kurve, äußerte sich am Mittwoch gegenüber DNN-Online unzufrieden. „Es ist schade, dass das Thema Pyrotechnik so konsequent abgekanzelt wird. Für die Fans ist das unzureichend“, so Pohl, der im Vorfeld eine offene Diskussion zwischen Fanvertretern, DFB und Politik gefordert hatte. Er sei unsicher, wie die Fans jetzt reagieren. Dass man sich gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit ausspricht, sei natürlich richtig. Trotzdem sei auch eine offene Diskussion über die Sanktionen wichtig, um die Fans mit ins Boot zu holen.

Als absolutes „No-Go“ bezeichnete er das Verbot der Stehplätze in Stadien. Billige Stehplätze würden im Interesse der Politik verdrängt und die Fußballvereine kümmerten sich zu wenig um die Beibehaltung. „Es gibt Gerüchte, das die Abschaffung längst beschlossen ist und nur noch der richtige Zeitpunkt abgewartet wird“, meint Pohl, der in Dresden auch Mitglied der Fangemeinschaft Dynamo ist.

Beim Sicherheitsgipfel berieten auf Einladung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) die Vertreter der anderen 53 Proficlubs mit Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und dem Vorsitzenden der Innenministerkonferenz, Lorenz Caffier (CDU), über Maßnahmen gegen Gewalt in Stadien. An dem Treffen nahmen auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und der DFL-Chef Reinhard Rauball teil. Einzig der 1. FC Union Berlin nahm nicht an dem Gipfel teil und lehnte die vereinbarten Inhalte ab.

dbr/dpa

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