Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Google+
Für Jörg Dittrich hat die Konkurrenz den Druck

DSC-Vorstand im Interview Für Jörg Dittrich hat die Konkurrenz den Druck

Jörg Dittrich leitet seit 2010 als Vorstandschef die Geschicke der DSC-Volleyballerinnen. Mit dem Gewinn der Meisterschale ging auch für ihn ein großer Wunsch in Erfüllung. Im DNN-Interview spricht der 45 Jahre alte Dachdeckermeister über neue Ziele, alte Probleme und eine bedenkliche Verzahnung.

Voriger Artikel
Winter-Derby im Eishockey wird live übertragen
Nächster Artikel
Volleyball-Meister startet mit fünf Neuzugängen in die Saison

Seit 2010 bei den DSC-Volleyballdamen am Ruder: Jörg Dittrich.Foto: Anja Schneider

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Jörg Dittrich führt seit nunmehr fünf Jahren als Vorstandschef die Geschicke der DSC-Volleyballerinnen. Mit der erstmaligen Titelverteidigung in der vergangenen Saison, der erneuten Steigerung der Zuschauerzahlen und dem Erreichen des Achtelfinales in der Champions League hat der Verein neue Meilensteine gesetzt. Im DNN-Interview spricht der 46-Jahre alte Dachdeckermeister über neue Ziele und Visionen, aber auch nervende Probleme.

Mit der erstmaligen Titelverteidigung hat der DSC Historisches geschafft. Mit welchen Erwartungen und Zielen gehen Sie in die neue Spielzeit?

Ich freue mich, dass es endlich wieder losgeht. Natürlich sind wir auch nach diesem Erfolg keinesfalls satt, aber wir können schon ein Stück gelassener in die Saison starten. Ich genieße es ein wenig, dass sich die Konkurrenten strecken müssen. Der Druck liegt nicht bei uns, dennoch wissen wir genau, dass wir an keiner Stelle nachlassen dürfen. Schön wäre es, wenn wir den Titel verteidigen könnten, und ich würde auch gern nach Mannheim fahren. Unser Ziel ist, qualitativ weiter zu wachsen. Sportlich heißt das, uns unter den Top-Zwölf auf europäischer Ebene festzusetzen. Wirtschaftlich müssen wir es schaffen, für talentierte ausländische Spielerinnen nicht nur Durchgangsstation und kurzfristiges Sprungbrett zu sein, sondern ein längeres, breiteres Sprungbrett zu werden.

Hat sich denn die Titelverteidigung positiv auf die Sponsorengewinnung ausgewirkt?

Ja, weil wir unmittelbar nach dem Gewinn der Meisterschaft den Schwung ausgenutzt haben. Sicher rennen uns die Sponsoren nicht die Bude ein, doch es ist schon etwas leichter bei den Verhandlungen geworden. So können wir den Etat um 100 000 Euro auf 1,6 Millionen Euro aufstocken. Wenn jetzt noch die Unterschrift unter einen wichtigen Vertrag gesetzt wird, dann ist der Etat gedeckelt. Trotzdem wollen wir weitere Steigerungen erreichen, denn im Moment können wir uns die Verpflichtung einer vierten Mittelblockerin noch nicht leisten. Mittelfristig muss es gelingen, das Budget um eine weitere Million Euro zu erhöhen.

Die Zuschauerzahlen sind weiter in die Höhe geschnellt, die Margon Arena war zwölfmal ausverkauft. Stößt der DSC an Grenzen?

So ist es. Wir haben eine Hallenauslastung von 93 Prozent. Da können wir kaum noch wachsen. Mit dem Verkauf von über 600 Dauerkarten haben wir bereits jetzt wieder einen Rekord erreicht. Leider ist die Halle in die Jahre gekommen, da klaffen für uns Anspruch und Wirklichkeit ein Stück auseinander. Seit Jahren wird ein Anbau bei der Stadt angemahnt, der uns eine qualitativ bessere Betreuung unserer VIP-Gäste ermöglicht. Bisher hat sich nichts getan. Beim Catering zahlen wir kräftig drauf, während das bei Mitkonkurrenten eher ein Einnahmeposten ist. Da habe ich den Eindruck, dass wir auch nicht richtig ernst genommen werden. Zudem müssen wir mit dem Betreiber um jede Viertelstunde mehr Trainingszeit heftig diskutieren. Ganz abgesehen davon, dass es bei Regenwetter immer wieder durch das Dach tröpfelt, jetzt zwar eine Notreparatur durchgeführt wird, aber das ist keine langfristige Lösung.

Heißt das, eine größere neue Halle wäre nötig? Was ist aus der Idee geworden, in die Eis-Arena Spiele zu verlegen?

Auf jeden Fall wird in einer Stadt wie Dresden eine Multifunktions-Arena gebraucht, die zwischen 5000 bis 10 000 Zuschauern Platz bietet. Nicht nur für den Sport, sondern auch für andere Veranstaltungen. Dabei geht es in erster Linie um ein ordentliches Betreiberkonzept, ein Investor würde sich dann schon finden. Die Idee mit der Eishalle haben wir verworfen, weil Aufwand und Nutzen nicht im richtigen Verhältnis stehen würden.

Gibt es dennoch Neuerungen in der Margon-Arena für die neue Saison?

Ja, es wurde eine neue Tonanlage installiert, die eine Verbesserung bringt. Wir selbst haben mit Hilfe eines externen Sponsors in neue LED-Banden rund 180 000 Euro investiert. Damit können wir unsere Sponsoren noch zeitgemäßer präsentieren und auch das Publikum besser animieren.

Der DSC hat auch in dieser Saison acht Ausländerinnen in seinen Reihen. Wie steht es um den eigenen Nachwuchs?

Wir investieren nach wie vor in den eigenen Nachwuchs, haben das auch nie zurückgefahren. Wir versuchen, neue Wege zu gehen. So hat sich unser Cheftrainer Alexander Waibl im Sommer noch enger mit den Trainern abgestimmt. Es wäre schön, wenn es gelingen würde, zum Beispiel Talente, die noch nicht so weit sind, um im ersten Team Fuß zu fassen, auf Ausleihbasis bei anderen Erstligisten Spielpraxis sammeln könnten.

Interview: A. Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport
  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr