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Francesco Friedrich nach Verletzung zurück am Anschub-Bügel

Zweierbob-Weltcup Francesco Friedrich nach Verletzung zurück am Anschub-Bügel

Eigentlich wollte Zweierbob-Weltmeister Francesco Friedrich „kein Risiko eingehen“ und die Weltcup-Rennen in St. Moritz „im Sitzen angehen“, ohne den rechten Oberschenkel-Muskel zu belasten. Doch eine Woche vor der WM in Innsbruck/Igls stand er doch am Bügel und unterstützte seinen Anschieber.

Der Pirnaer Osteopath Stefan Haustein macht Zweierbob-Weltmeister Francesco Friedrich fit für die WM.
 

Quelle: Daniel Förster

Pirna.  Eigentlich wollte Zweierbob-Weltmeister Francesco Friedrich „kein Risiko eingehen“ und die Weltcup-Rennen in St. Moritz (Schweiz) „im Sitzen angehen“, ohne den rechten Oberschenkel-Muskel zu belasten, der dem 25-Jährigen nach dem Faserriss Probleme macht. Das hatte der Pirnaer noch auf der Massagebank bei Osteopath Stefan Haustein auf dem Sonnenstein angekündigt. An diesem Wochenende, eine Woche vor der WM in Innsbruck/Igls (Österreich), überraschte der verletzte Pilot und Titelverteidiger: Der frühere Leichtathlet stand doch am Anschub-Bügel und unterstützte seinen Anschieber an beiden Tagen beim Start im Lauf. Zwar mitgebremster Kraft und ohne die von ihm gewohnte Explosivität, aber immerhin. „Nach so kurzer Zeit?! Das hätte ich nicht erwartet“, ist Osteopath Haustein erstaunt. Hatte der ihm doch geraten: „Mach vorsichtig.“

Friedrich hatte sich beim Weltcup Wochenende (19. - 23. Januar) im westkanadischen Whistler (Nordamerika) einen zwei Zentimeter langen Muskelfaserriss im Adduktorenbereich mit Einblutungen in die Muskelhülle zugezogen. Die Verletzung war so schlimm, dass Friedrich kaum Gehen geschweige denn Stehen konnte, sagte der Bundestrainer des deutschen Bobkaders, Christoph Langen. Eine Woche lang wurde Francesco Friedrich daraufhin intensiv behandelt. Mehrere Physiotherapeuten kümmerten sich um ihn. „Ich wurde bestens betreut“, so Friedrich. Seine wichtigste Hilfe bekam er vom Osteopathen, Physiotherapeuten und Heilpraktiker Stefan Haustein (35) in seiner Heimatstadt Pirna. Gleich nach der Rückkehr aus Kanada war er zu ihm in die Praxis auf den Sonnenstein geeilt. Der Spezialist brachte ihn mit einer umfangreichen Faszientherapie wieder auf die Beine. Auch sein Verdienst: Franz war nach vier Tagen schmerzfrei. „Die Therapeuten in Kanada und auch nach seiner Rückkehr hatten aber ihn gut vorbehandelt“, sagt der Experte.

Haustein löste die Spannungsketten und Blockaden in Friedrichs Muskelapparat, behandelte die angerissene Faszien, damit der Muskel wieder ordentlich versorgt und der Heilungsprozess beschleunigt wird. Haustein ist genauso wie Friedrich zuversichtlich. „Wir hoffen, dass der Muskel schnell wieder an Stabilität gewinnt“, sagt der Osteopath. Und das scheint – wie man sieht - zu funktionieren. Friedrichs Genesung schreitet offensichtlich gut voran. Er entscheide von Tag zu Tag. „Ich muss in mich reinfühlen, muss schauen, wie weit ich gehen kann“, sagt der angeschlagene Leistungssportler. Wenn es so weiter geht, sieht es gut aus, dass er bei der WM wieder richtig fit ist.

Wer Francesco Friedrich kennt und seine Karriere verfolgt, wird wissen, dass er Ende August, Anfang September während der Saisonvorbereitung an einer gleichartigen Verletzung laborierte. Sie trat am anderen Bein an haargenau der gleichen Stelle auf. „Das sind offenbar so bisschen meine Schwachstellen“, wenn der Bobfahrer beim Anschieben den Schlitten explosionsartig in Bewegung bringt. Nur vor einem halben Jahr war der Muskelfaserriss „ein ganzes Stück größer“, als jetzt.

Den Weltcup in St. Moritz konnte er nicht weglassen. Denn es galt „keine Punkte einzubüßen“. Schließlich ging um eine gute Ausgangsposition für die WM. Je mehr Punkte, umso besser. „Wer die meisten Punkte im Gesamtklassement hat, darf bei der WM als Erster die Startnummer wählen“, erklärt der Friedrich. „Und je eher man startet, desto weniger Bobs haben das Eis zerstört, desto besser ist die Bahn und umso schneller kann ich fahren.“ Vor dem neuerlichen Muskelfaserriss hatte Friedrich die Saison mit fünf Siegen in fünf Weltcuprennen im Zweier und Vierer begonnen und sich damit zum Topfavoriten aufgeschwungen.

Friedrich hat für seinen WM-Start von den Ärzten grünes Licht bekommen und geht seine Titelverteidigung überzeugt optimistisch an. „Ich hoffe auf eine Punktlandung für Samstagfrüh 9.30 Uhr zum Zweierbob-Rennen“, sagt der Pilot aus Pirna im Hinblick auf die ersten beiden Zweierbob-Läufe am 13. Februar.

Aus jetziger Sicht wird er wie geplant, am 13. und 14. Februar bei der WM im Zweier und das Wochenende darauf im Vierer starten. Trotz Handicap setzt er alles daran, die jeweils vier WM-Rennläufe im Zweier und im Vierer durchzuhalten.

Im besten Fall könnte der für den SC Oberbärenburg startende Francesco Friedrich nach 2013 (St. Moritz) und 2015 (Winterberg) in Innsbruck (Österreich) zum dritten Mal in Folge Weltmeister im kleinen Schlitten werden. Und das auf einer Bahn, die ihm „relativ gut liegt“ und seinem „Fahrstil sehr entgegen“ kommt. „Sie ist ähnlich der in Winterberg, fordert aber der gegenüber im ersten Teil noch ein bisschen mehr Arbeit.“ Chancen sieht er aber vor allem im „langsamen Abschnitt“. „Wenn wir dort richtig losmachen, können wir viel Weg gegenüber der Konkurrenz gut machen“, betont Friedrich. Das erste offizielle WM-Training der Männer auf der Bahn in Innsbruck-Igls ist bereits am Dienstag.

Von Daniel Förster

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