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Francesco Friedrich: „Im Zweier hinken unsere Bobs hinterher“

Bobfahren Francesco Friedrich: „Im Zweier hinken unsere Bobs hinterher“

Der Pirnaer Francesco Friedrich ist erst 25 Jahre jung, hat aber bei der Weltmeisterschaft in Innsbruck/Igls mit dem Titel-Hattrick bereits Großes geleistet. Schon 2013 ging der für Sachsen Oberbärenburg startende einstige Leichtathlet mit seinem ersten WM-Gold in St. Moritz als jüngster Zweier-Weltmeister in die Historie ein.

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Nicht nur wegen des erneuten Weltmeistertitels überglücklich: Francesco Friedrich und seine Frau Magdalena werden im Sommer Eltern.

Quelle: Foto: Imago

Dresden. Der Pirnaer Francesco Friedrich ist erst 25 Jahre jung, hat aber bei der Weltmeisterschaft in Innsbruck/Igls mit dem Titel-Hattrick bereits Großes geleistet. Schon 2013 ging der für Sachsen Oberbärenburg startende einstige Leichtathlet mit seinem ersten WM-Gold in St. Moritz als jüngster Zweier-Weltmeister in die Historie ein. Nachdem er im vergangenen Jahr seinen Titel in Winterberg mit viermal Laufbestzeit verteidigte, ist der dritte Triumph unter besonders schwierigen Umständen zustande gekommen und deshalb umso höher einzuschätzen. Die DNN sprachen mit dem bodenständigen und stets bescheidenen Athleten nach den Feierlichkeiten.

Haben Sie nach diesem Hattrick so richtig Party gemacht?

Francesco Friedrich: Nein, bei der großen Athletenfete bin ich nicht gewesen. Ich habe es eher ruhig angehen lassen, war mit meiner Frau Magdalena und meinen Eltern in der Innsbrucker Altstadt gemütlich essen. Sie bleiben auch bis zur Entscheidung im Vierer in Innsbruck.

Welchen Stellenwert hat dieser Titel für Sie?

Er ist schon etwas Besonderes, hat für mich einen noch größeren Stellenwert als die beiden zuvor, als wir von vorn gefahren sind und dominiert haben. Diesmal war es der Abschluss der bisher schwierigsten, aufregendsten und wohl verrücktesten Saison, die ich je erlebt habe. Nach der Verletzung drei Wochen vor der WM wusste ich vorher nicht, was möglich ist und ich musste gerade am Start erst wieder den richtigen Rhythmus finden. Den fand ich dann erst am zweiten Tag, und so ging unser Schlachtplan, mit einer Aufholjagd doch noch Gold zu holen, auf.

Trotz des deutschen Doppelerfolges monierte Bundestrainer Christoph Langen anschließend Nachteile auf dem Materialsektor. Sehen Sie das ähnlich?

Ja. Jeder, der im Zweier unter den Top-20 war, hat einen schnelleren Schlitten als wir. Schon seit Olympia 2012 in Sotschi geht die Entwicklung im Zweier bei der FES (Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten – die Red.) in die falsche Richtung. Um nicht falsch verstanden zu werden, unsere Kufen sind Weltklasse, aber die Geräte an sich nicht. Da zeigt sich im unteren Bahnbereich, dass wir nicht auf der Höhe sind.

Wieso konnten Sie und auch Johannes Lochner dann trotzdem die Konkurrenz in Schach halten?

Wir hatten Glück, dass die WM auf einer Soft-Bahn wie Innsbruck stattfindet. Da ist der Druck nicht so hoch. Doch auf Hochgeschwindigkeitsbahnen wie in Übersee oder auch in Sotschi, wo die nächste WM stattfindet, haben wir klare Nachteile. Das zeigt auch immer der Blick auf die Zwischenzeiten. Wenn wir am Start nicht so schnell gewesen wären, hätte es schon anders ausgesehen. Da muss also dringend etwas passieren.

Sie haben inzwischen schon wieder das Training für den Vierer aufgenommen. Sie haben zu Saisonbeginn mit den Weltcup-Siegen in Altenberg und Winterberg gezeigt, dass Sie auch im großen Schlitten um Gold fahren können. Was rechnen Sie sich aus?

Erst einmal kann ich nach dem Titelgewinn viel beruhigter und entspannter an den Start gehen. Der Oberschenkel hat gehalten und wird es hoffentlich auch weiter tun. Natürlich liegt uns die Bahn, im Vierer sind wir gerätetechnisch auch voll dabei. Doch im großen Schlitten müssen noch viel mehr Komponenten zusammenpassen. Der Start, die Abgangsgeschwindigkeit und natürlich der Einstieg aller vier Athleten muss stimmen. Und dazu muss ich auch gut fahren. Ich hoffe, dass ich diesmal einen Podestplatz schaffe, das ist mir im Vierer noch nie gelungen.

Mit wem werden Sie an den Start gehen?

Mit Thorsten Margis, Candy Bauer und Gregor Bermbach. Martin Grothkopp, der nach seiner Verletzung den Sprung ins Team nur knapp verpasst hat, testete für uns zuletzt mit Albrecht Klammer Material am Königssee, wird aber beim letzten Weltcup am Königssee noch einen Einsatz bekommen.

Es war am Rande der WM zu hören, dass Sie und ihre Frau im Sommer das erste Mal Eltern werden?

Ja, im Juli ist es soweit. Das war eigentlich auch so geplant. Da ich im vergangenen Jahr meinen Abschluss als Polizeimeister gemacht habe, muss ich im Sommer nicht mehr nach Bad Endorf. Und da denke ich, kann ich Familie und Sport gut unter einen Hut bringen.

Von Astrid Hofmann

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