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Footballer besorgt über geringes Interesse an der GFL

Footballer besorgt über geringes Interesse an der GFL

in Berlin die beiden besten deutschen Football-Mannschaften beim German Bowl aufeinandertreffen, stößt das nur auf geringes öffentliches Interesse.

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Schwäbisch Halls Trainer Siegfried Gehrke würde die Liga gern verkleinern.

Quelle: imago sportfotodienst

Schwäbisch Hall. Sie werden wieder die Helme gegeneinander hämmern. Die New Yorker Lions aus Braunschweig wollen ihren deutschen Meistertitel gegen die Schwäbisch Hall Unicorns verteidigen. Aber wenn am Sonnabend in Berlin die beiden besten deutschen Football-Mannschaften beim German Bowl aufeinandertreffen, stößt das nur auf geringes öffentliches Interesse. "Weil es keine potente Liga gibt, ist die Wahrnehmung in den Medien gering", sagt Siegfried Gehrke, der Schwäbisch Hall seit 1991 trainiert.

American Football erlebt in Deutschland derzeit eine Phase mit Licht und Schatten. Auf der einen Seite kommt immer wieder der Vergleich mit der NFL Europe, die von 1991 bis 2007 existierte. In den Tagen der aus den USA gesponserten Liga boomte Football in Deutschland. Zu Spielen der German Football League (GFL) kamen hingegen in der aktuellen Saison im Schnitt 1500 Zuschauer, zu Spitzenpartien rund 5000. Den German Bowl sahen vergangenes Jahr etwa 12 600 Fans. Im Fernsehen laufen mit Ausnahme des Finales keine deutschen Spiele. Indes zeigt ein Privatsender seit dieser NFL-Saison jedes Wochenende Live-Übertragungen aus den USA. Dabei dominiert die deutsche Nationalmannschaft die Europameisterschaften. Und aus den USA kommen positive Schlagzeilen: Im Februar gewann Sebastian Vollmer als erster Deutscher den Super Bowl.

Dazu passt, dass in Deutschland immer mehr Menschen Football spielen. Fast 54 000 Mitglieder zählen die rund 450 Vereine; vor 15 Jahren waren es erst rund 19 000, wie der American Football Verband Deutschland (AFVD) angibt. Gehrke fordert, dass die in Nord und Süd geteilte GFL kleiner werden müsse, um attraktiver zu werden. "Manche Teams haben Schwierigkeiten, den Kader zusammenzubekommen. Wenn eine Mannschaft hoch überlegen ist, dann ist das nicht schön anzusehen", sagt der Coach. Die Finalisten Braunschweig und Schwäbisch Hall verloren jeweils nur ein Saisonspiel. Sie feierten aber häufiger Kantersiege wie ein 58:7 oder ein 62:14.

Doch Gehrkes Idee stößt nicht überall auf Gegenliebe: Zum Beispiel die Rhein-Neckar Bandits aus Mannheim oder die München Cowboys halten nichts davon. "Eine Reduktion der Mannschaften könnte aufstrebenden Vereinen den Weg in die oberste Liga verwehren, muss aber nicht zwangsläufig zu einer Qualitätssteigerung in der Liga führen", argumentiert Cowboys-Sprecher Dirk Mackedanz. Sören Glöckner, Präsident der Dresden Monarchs, sieht in der Anzahl der Vereine auch kein Problem: "Acht Mannschaft je Staffel halte ich vom Grundsatz her für eine vernünftige Größe." Weniger Spiele sollten es aus wirtschaftlichen Gründen keinesfalls werden, glaubt man bei den Monarchs, die wie im Vorjahr im Halbfinale an den Schwäbisch Hall Unicorns scheiterten.

Auch der AFVD lehnt eine Verkleinerung der Liga ab: Eine deutliche Spreizung des Niveaus gebe es zwar. Dem AFVD zufolge liegt das an den unterschiedlichen Etas von 100 000 bis zu knapp einer Million Euro. Doch in anderen Sportarten sei das genau so. "Eine Verkleinerung wäre das falsche Signal. Wenn wir als Sportart in Deutschland anerkannt werden wollen, dann brauchen wir eine bestimmte Größe", sagt AFVD-Sprecher Christian Piwarz.

Am Sonnabend (18 Uhr/Eurosport) hofft Schwäbisch Hall auf viele Zuschauer und eine Revanche gegen den favorisierten Rekordmeister Braunschweig. Denn zuletzt verloren die Unicorns zwei Endspiele gegen die Norddeutschen. Nach der deutlichen Klatsche (9:47) vor einem Jahr im German Bowl und dem knapperen Resultat (14:24) im Eurobowl im Juni gibt sich Gehrke optimistisch: "Wir kommen langsam ran. Wir hoffen, dass der Trend weitergeht."

Nikolai Huland

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