Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Google+
Flutschäden an Dresdens Sportanlagen verschlingen 11 Millionen Euro

Flutschäden an Dresdens Sportanlagen verschlingen 11 Millionen Euro

Dreieinhalb Monate nach dem Hochwasser Anfang Juni kämpfen die davon betroffenen Dresdner Sportvereine noch vielfach mit den Folgen. 10,9 Millionen Euro an Gesamtkosten für die Flutschadensbeseitigung wurden der Landesdirektion gemeldet, 2,4 Millionen Euro davon werden für Reparaturen in Bädern veranschlagt.

Voriger Artikel
Dixie Dörner kandidiert für Aufsichtsrat von Dynamo Dresden
Nächster Artikel
Knieverletzung – Eislöwen-Verteidiger Hájek im Krankenhaus

Auf einigen Anlagen sind die Rasenplätze nach der Flut immer noch zu großen Teilen unbenutzbar.

Quelle: Jochen Leimert

Doch Aufträge konnten bisher erst in Höhe von 840 000 Euro ausgelöst, erst 330 000 Euro davon abgerechnet werden. Die Maßnahmen verteilen sich auf 270 Einzelpositionen. Immerhin sind weitere Aufträge mit einem Volumen von 600 000 Euro in Vorbereitung, teilte der städtische Eigenbetrieb Sportstätten und Bäder mit.

Von Beginn an war klar, dass die Schadensbeseitigung an den elbnahen Sportanlagen eine Mammutaufgabe werden würde. Während manch Verein ungeduldig auf Wiederherstellung der von ihm genutzten Anlage pocht, bittet der Eigenbetrieb um Verständnis, dass viele Maßnahmen noch Zeit brauchen. "Auf so ein Hochwasser und die daraus folgenden Schäden bereitet man sich ja nicht vor", gibt Jana Zesch, beim Eigenbetrieb zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, zu bedenken. Man liege mit dem, was man auf den Weg gebracht hat, "aber schon sehr gut". So nennt Zesch zwei positive Beispiele, aus denen klar wird, welche Prioritäten die Stadt bisher setzte: "Wir hätten wirklich nicht gedacht, dass wir das Freibad Wostra noch aufmachen können. Auch im Sportpark sind die Arbeiten sehr weit fortgeschritten."

Im Ostragehege hat sich die Situation in der Tat spürbar verbessert. Seit dem 16. September stehen die Plätze 6 und 16 wieder für den Trainings- und Wettkampfbetrieb zur Verfügung. Platz 12 (Kunstrasen) ist bereits seit dem 12. August, Platz 20 seit dem 17. August wieder nutzbar. Der Kunstrasen auf Platz 21 soll bis Ende Oktober fertig sein, wenn die Witterung mitspielt. Die Jungs von der Dynamo-Nachwuchsakademie können seit dem 30. August auch wieder auf Platz 18 kicken, Platz 15 wurde vergangene Woche freigegeben. Ob die B-Kampfbahn um Platz 6 bis Ende Oktober repariert werden kann, hängt ebenso vom Wetter ab.

Neben dem Freibad Wostra (war seit 10. Juli offen) und dem Sportpark mit der Dynamo-Nachwuchsakademie widmet sich der Eigenbetrieb verstärkt der Wiederinbetriebnahme des Bootshauses Cotta. Noch in diesem Monat sollen dort die Krafträume wieder übergeben werden, das Ruderbecken im Oktober.

Bei allen anderen Anlagen hofft man, zumindest dieses Jahr noch einen Winterbetrieb zu sichern oder durch die Sanierung erst 2014 keine zusätzlichen Schäden zuzulassen. Bis auf drei wurden alle eingereichten Schadensmeldungen im Maßnahmeplan-Entwurf der Landesdirektion so bestätigt wie beantragt. Allerdings gibt es noch einen Haken: "Wir warten dringend auf den bestätigten Maßnahmeplan sowie die Durchführungsverordnung, um entsprechende Planeraufträge und Fördermittelanträge stellen zu können", teilt Dresdens Pressesprecher Karl Schuricht mit.

Die Vereine sehnen indes Hilfe herbei, denn der Trainings- und Wettkampfbetrieb lässt sich nicht auf Dauer auf Ausweichanlagen verlagern. Von den 18 Nachwuchs-Fußballteams der SG Striesen, die an der Salzburger Straßen zu Hause sind, spielten und trainierten zwar zunächst viele bei den Männern auf der ebenfalls der Stadt gehörenden Sportanlage Bärensteiner Straße mit, doch der Rasen dort hat durch die Überbelastung so gelitten, dass nur noch die B1 und die C1 dort auflaufen können. Im Nachwuchszentrum, das der Lockwitzbach im Juni überflutet hatte, wurde bislang nur ein Viertel der Rasenfläche notdürftig neu angesät. Das Training und den Spielbetrieb von 300 Kindern und Jugendlichen beinahe täglich neu zu organisieren, kostet Geld und Nerven. "Wir hoffen sehr, dass sich auf unserem Platz schnell was tut, denn die Zustände sind unhaltbar. Ich warte jeden Tag auf einen Anruf, dass es los geht", sagt Geschäftsstellen-Leiterin Simone Werner.

Frohe Kunde erreichte gestern indes Michael Sorge. Der Vereinschef von Blau-Weiß Zschachwitz wurde am Nachmittag per Telefon informiert, dass eine Reinigungsfirma unterwegs ist: "Mitte der Woche sollen die Wiederherstellungsarbeiten an unserem Kunstrasenplatz beginnen."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.09.2013

Jochen Leimert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport
  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr