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Fernduell zwischen Dynamo Dresden und Aue: Absteiger wollen anständig bleiben

Fernduell zwischen Dynamo Dresden und Aue: Absteiger wollen anständig bleiben

Wenn Sachsens Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden und Erzgebirge Aue beim Saisonfinale am Sonntag verbissen um den letzten freien Nichtabstiegsplatz kämpfen, dann spielen ausgerechnet die beiden sportlich schon feststehenden Absteiger Zünglein an der Waage.

Dresden.

Während die Schwarz-Gelben zu Hause Tabellenschlusslicht SSV Jahn Regensburg empfangen, müssen die "Veilchen" beim Vorletzten SV Sandhausen ran. Wettbewerbsverzerrung wollen sich die beiden letztjährigen Aufsteiger danach nicht vorwerfen lassen.

Regensburgs Pressesprecher Till Müller geht fest davon aus, dass der in 14 Spielen unter Noch-Trainer Franciszek Smuda sieglose SSV in Dresden noch einmal forsch auftritt: "Wir haben uns trotz des schon seit mehreren Spielen feststehenden Abstiegs in den letzten Partien nicht hängen lassen. Gerade gegen Kaiserslautern kann man auch mal eine Klatsche kriegen, wir haben uns aber gut aus der Affäre gezogen. Auch davor waren die Spiele noch ganz ordentlich. In Dresden geht es für unsere Spieler zum einen darum, sich achtbar von den Fans zu verabschieden. Zum anderen geht es für einige um ihre persönliche Zukunft, bei vielen läuft der Vertrag aus."

Beim 1:3 gegen Kaiserslautern standen nur sechs Spieler mit gültigem Drittliga-Vertrag in der Startelf der Oberpfälzer, von 29 Profis im Kader haben nur 15 einen Kontrakt, der auch eine Klasse tiefer gilt. "Für alle anderen geht es darum, sich zu zeigen und darum zu kämpfen, dass ihr Vertrag bei uns verlängert wird oder mögliche andere Interessenten aufmerksam werden", unterstrich Müller.

Dass Dynamos Ex-Trainer Ralf Loose neuer Coach in Regensburg wird, wie es die Mittelbayerische Zeitung andeutete, und er dem SSV Jahn ein paar Tipps geben könnte, hält Till Müller für abwegig: "Hier schwirren derzeit so viele Namen herum. Ob an der Personalie Loose etwas dran ist, weiß ich nicht. Wenn es so wäre, dann wüsste ich davon."

Beim SV Sandhausen gibt man sich ebenfalls hochmotiviert: "Wir werden Aue nichts schenken und 90 Minuten Vollgas geben", sagte Hans-Jürgen Boysen vor seinem letzten Spiel als SVS-Trainer. Der Coach, der früher in Offenbach einen Co-Trainer namens Steffen Menze hatte, will sich mit Anstand aus dem Hardtwald-Stadion verabschieden, bevor er das Zepter an seinen Nachfolger Alois Schwartz (kommt aus Erfurt) übergibt. Schwartz wird sicher schon einer von erwartet 5000 Zuschauern im Stadion sein, denn Erfurt beendet die Serie bereits am Sonnabend in Rostock.

SVS-Pressesprecher Siegfried Müller bekräftigt, dass dem kleinen Verein sein guter Ruf viel wert ist: "Wir wollen keine Wettbewerbsverzerrung und unsere verhältnismäßig gute Heimbilanz weiter aufbessern. Aus diesem Grund läuft die Vorbereitung auf Aue genauso, als wenn es noch um den Klassenerhalt ginge." 13 Spieler haben bislang Verträge für die Dritte Liga, vier Leihspieler wechseln voraussichtlich zurück zu Erst- oder Zweitlisten, Jan Fießer zu Aufsteiger Bielefeld. Der Rest kann sich noch für andere Vereine empfehlen. Auch bei Dynamo: Sportchef Steffen Menze hat schon bei Sandhausenern vorgefühlt, ob sie künftig für Dynamo spielen würden.

Vielleicht können sie aber sogar weiter zweitklassig in ihren jetzigen Verein kicken, denn sollte der VfR Aalen keine Lizenz kriegen, könnte Sandhausen mit Schützenhilfe noch die Kurve kriegen. "Im Moment spielt eine Insolvenz Aalens in unseren Planungen keine Rolle. Kommt es aber doch dazu und der Drittletzte - also Dresden oder Aue - gewinnt in der Relegation, dann würde Sandhausen nachrutschen", sagte Siegfried Müller, "der Drittligist hat bei einer Niederlage keine Chance nachzurücken." Das heißt: Sandhausen müsste dann Dynamo oder Aue am 24. und 28. Mai die Daumen drücken, um selbst drinzubleiben. Müller glaubt aber, dass Aalens Mäzen Berndt-Ulrich Scholz den VfR noch rettet: "Es ist bei ihnen eine schwierige Situation, weil Imtech als Hauptsponsor mit 3,5 Millionen Euro weggebrochen ist. Wir machen uns im Moment aber keine Hoffnungen, weil der Aalener Präsident in der Vergangenheit viele Dinge bewerkstelligt hat. Warum sollte er es diesmal nicht bewerkstelligen?"

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.05.2013

Jochen Leimert

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