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Fassungslosigkeit bei Dynamo Dresden: Verein und Fans nach Ausschreitungen von Kaiserslautern erschüttert

Fassungslosigkeit bei Dynamo Dresden: Verein und Fans nach Ausschreitungen von Kaiserslautern erschüttert

Nach den erneuten Ausschreitungen beim Auswärtsspiel der SG Dynamo Dresden am Freitagabend in Kaiserslautern herrscht bei den Schwarz-Gelben entsetzen.„Diese Typen machen den Fußball und das Ansehen unseres Vereins kaputt.

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Während des Spiels hatte die Polizei die Lage noch weitestgehend im Griff - danach hatten Chaoten aber Oberwasser.

Quelle: dapd

Nach den erneuten Ausschreitungen beim Auswärtsspiel der SG Dynamo Dresden am Freitagabend in Kaiserslautern herrscht bei den Schwarz-Gelben entsetzen.

„Diese Typen machen den Fußball und das Ansehen unseres Vereins kaputt. Wir werden in Zusammenarbeit mit der Lauterer Polizei und den Sicherheitskräften alles tun, die Gewalttäter zu ermitteln und mit aller Härte zu bestrafen“, kündigte Geschäftsführer Christian Müller an. Obwohl Dynamo bei DFB und DFL unter schärfster Beobachtung steht und der Verein zudem noch immer darum kämpft, nächstes Jahr doch noch im DFB-Pokal antreten zu dürfen, zeigten Teile der Fanszene, weswegen Dynamo bei manchen Zuschauern inzwischen eher berüchtigt als berühmt ist.

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0:3 musste sich Dynamo Dresden am Freitagabend beim 1. FC Kaiserslautern geschlagen geben. Vor und während des Spiels sorgten die Gästefans einmal mehr für Ärger. Sie zündeten Pyrotechnik und zettelten Randale an.

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Nachdem im Stadion zunächst massenhaft unerlaubte Pyrotechnik abgebrannt wurde, gelang es der Polizei zunächst noch, die Stürmung eines Nachbarblocks durch Dynamo-Fans zu verhindern. Nach dem Spiel war die Polizei aber machtlos. Nach Angaben der örtlichen Beamten griffen Chaoten Lauterer Fans auf dem Rückweg vom Stadion an. Die Schläger attackierten Busse, die FCK-Fans zum Parkplatz oder zurück in die Stadt bringen sollten. Sie zertrümmerten die Glasscheiben, um in die Fahrzeuge zu gelangen. Augenzeugen berichteten gegenüber der Zeitung „Die Rheinpfalz“ von Schlägern, die ins Innere der Pendelbusse vorzudringen versuchten, um dort wild um sich zu schlagen. Ein Mann erlitt durch herumfliegende Scherben Schnittverletzungen, eine Frau einen Schock. 70.000 Euro Gesamtschaden an Bussen und Einsatzfahrzeugen meldete die Polizei.

„In den Bussen befanden sich zum größten Teil Frauen, Kinder und ältere Personen. Den Bussen wurden die Außenspiegel abgerissen, die Kennzeichen abgetreten. Die Scheiben wurden eingeschlagen mit allem, was die Strasse hergab. Mit Tannenbäumen und Bauzäunen wurden Straßenbarrikaden errichtet, um die Busse an der Weiterfahrt zu hindern. In die Busse wurde eingedrungen und wahllos auf die Insassen eingeprügelt“, schilderte Riccardo Berger, Vorsitzender des Vereins "Ein Herz für Dynamo“, die Vorfälle via Facebook.

Zu Vorwürfen gegen die rund 600 Beamten, sie seien nicht präsent gewesen, sagte Einsatzleiter Franz-Josef Brandt der „Rheinpfalz“: „Ich bedauere die Verletzten und die Leute, die Angst hatten, sehr. Aber wir mussten wegen konkreter Hinweise auf massive Auseinandersetzungen zwischen den Fangruppen an mehreren anderen Orten in der Stadt umplanen. Deswegen konnten in der Kantstraße, wo wir kein derart großes Gewaltpotenzial erwartet hatten, nicht so viele Kräfte eingesetzt werden wie geplant.“ Festnahmen gab es allerdings keine.

Dass sich im Nachhinein Foto- und Videoaufnahmen finden, welche die Täter überführen, gilt als unwahrscheinlich. Denn viele Fans berichten von Drohungen, sobald im Fanblock Fotohandy oder Kamera gezückt werden. Entsprechend gering dürfte die Zahl der Beweisbilder sein.

Für das Berufungsverfahren gegen den Pokalausschluss seien die Vorfälle jedenfalls „ein verheerendes Signal“, so Dynamo-Geschäftsführer Müller, „obwohl wir eigentlich glauben, gute Argumente dafür zu haben, nicht ausgeschlossen zu werden. Sicherlich werden aber Dinge anders zu betrachten sein, als es noch vor Freitag der Fall war.“

JOL / sl

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