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Fans von Dynamo Dresden wollen Stadionnamen kaufen - Verantwortliche zeigen sich skeptisch

Fans von Dynamo Dresden wollen Stadionnamen kaufen - Verantwortliche zeigen sich skeptisch

Dynamo Dresdens Fans wollen den Stadionnamen kaufen. Nachdem der bayrische Energieversorger Goldgas, der sich die Namensrechte am Glücksgas-Stadion jährlich eine hohe sechsstellige Summe kosten lässt, offenbar kein großes Interesse mehr an der Vereinbarung hat (DNN berichteten), sehen nun die Traditionalisten im Fanlager ihre Chance.

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Ist der Namen Glücksgas-Stadion bald Geschichte? (Archivbild)

Quelle: Dominik Brüggemann

Sie wollen an die Stelle des Unternehmens treten und selbst den Namen des Dresdner Fußballstadions bestimmen.

Die Rückbenennung in Rudolf-Harbig-Stadion oder gleich Dynamo-Stadion als neuer Name stehen unter anderem im Raum. Auf der nächsten Mitgliederversammlung am 17. November soll der Vorschlag diskutiert, wenn auch nichts dazu beschlossen werden, wie Robert Pohl sagt. Bei dem Vizevorstand der Fangemeinschaft Dynamo glühen derzeit die Drähte. „Die Euphorie ist sehr groß“, sagt er über die Idee, die sich wie ein Lauffeuer unter den Anhängern verbreitet hat. Eine am Donnerstag bei Facebook ins Leben gerufene Gruppe mit dem sprechenden Namen „Dynamofans kaufen ihr eigenes Stadion zurück“ hat jetzt schon mehr als 1000 Mitglieder. „Wenn es doch möglich war, zu dem Geisterspiel gegen Ingolstadt über 30.000 Dynamofans und Sympathisanten dazu zu bewegen, für ein Fußballspiel, was keiner besuchen darf, einen Geldbetrag zwischen fünf und 25 Euro zu berappen, wieso ist es dann nicht möglich, nochmals 30.000 Dynamofans dazu zu bewegen, einen finanziellen Beitrag in Höhe von zum Beispiel zehn Euro zu leisten?“, fragt dort Riccardo Berger, der als Mitinitiator auftritt.

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Jahrzehntelang der Name von Dynamos Heimspielstätte: Rudolf-Harbig-Stadion. (Archivbild)

Quelle: Madeleine Arndt

Eine Rechnung, die nur bedingt aufgeht, wie Pohl weiß. „Noch weiß niemand, welche Summe man finanzieren müsste“, sagt er. Die Spekulationen bewegen sich zwischen 300.000 und 650.000 Euro, die die Fans aufbringen müssten. Jährlich. Zum Vergleich: Bei der sehr gut gelaufenen Aktion Brustsponsor haben die Fans einmalig etwa 150.000 Euro berappt.

Ebenso ist offen, ob die Verantwortlichen mitmachen. Das sind neben dem Verein der Vermarkter Sportfive und die Stadion Dresden Projektgesellschaft, die mit den Einkünften aus den Namensrechten einen Teil der Betriebskosten deckt. In den nächsten Wochen wolle man mehr herausfinden, Gespräche mit allen Parteien seien geplant, sagt Pohl dazu.

„Wir finden es wie immer toll und vorbildlich, wie sich die Fans bei solchen Gelegenheiten zusammenfinden“, teilt Dynamo Dresdens Sprecher Enrico Bach mit. Welche Chancen er dem Projekt einräumt, verrät er jedoch nicht. Dafür sei es schlicht zu früh. Der Verein selbst geht jedoch auch auf Sponsorensuche. Da Goldgas wegen der Vertragslaufzeit bis 2015 gebunden ist, könne man das jedoch „ganz ruhig und seriös“ angehen. „Es ist eine Aufgabe, die viel Arbeit braucht, aber unsere Situation könnte schlechter sein“, sagt Bach über den Sponsor, der nach der Übernahme durch die Luxemburger Fondsgesellschaft BluO offenbar das Interesse am Sportsponsoring verloren hat. Das bedeutet aber auch, dass den Anhängern genügend Zeit bleibt, ihre Initiative zu entwickeln.

Auch Hans-Jörg Otto, der den Stadionbetrieb leitet, spricht von einer „charmanten“ und „lustigen“ Idee. „Spätestens bei dem Geisterspiel hat man gesehen, was da zusammenkommen kann“, sagt er über das Engagement der Fans. Wie Dynamo selbst sieht er auch wenig Handlungsdruck, in der Sache rasch etwas zu entscheiden. Einen Einwurf hält er den Traditionalisten unter den Anhängern allerdings entgegen: „Die Frage ist, ob es auf lange Sicht nicht Projekte gibt, die mehr Aufmerksamkeit verdienen als der Name des Stadions."

Felix von Löbbecke, beim Vermarkter Sportfive für Dynamo Dresden zuständig, begrüßt grundsätzlich, wenn sich Fans für ihren Verein engagieren. Ob die Fans langfristig das Geld aufbringen könnten, stellte er allerdings in Frage. „Eine so hohe Summe über mehrere Jahre wird für eine private Initiative schwer zu stemmen sein“, teilte von Löbbecke schriftlich mit. Das Namensrecht am Dresdner Stadion sei sehr attraktiv, so Löbbecke. Er gehe davon aus, einen adäquaten Nachfolger für Goldgas zu finden.

Uwe Hofmann

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