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Ex-Spieler: Dynamo Dresden ist auswärts nun noch mehr im Nachteil

Ex-Spieler: Dynamo Dresden ist auswärts nun noch mehr im Nachteil

Die Maßnahmen der Dynamo-Vereinsspitze stießen in und außerhalb der sächsischen Landeshauptstadt auf geteiltes Echo. Während sich aktuelle Spieler des Tabellenvorletzten der 2. Fußball-Bundesliga gegenüber den DNN nicht äußern wollten, zeigten ehemalige Kicker der Schwarz-Gelben zwar Verständnis für den Verzicht auf mitreisende Fans, zweifelten aber die nachhaltige Wirksamkeit an.

Bei Union Berlin und Erzgebirge Aue war man auch nicht gerade begeistert.

Ex-Dynamo-Profi Christian Fröhlich, derzeit beim Oberligisten Heidenauer SV aktiv, ist skeptisch: "Ich glaube nicht, dass es hilft, Ruhe reinzubringen. Aber die andere Seite ist, dass der Verein ein Zeichen setzt. Von Vereinsseite muss was passieren, aber ob es hilft, wage ich zu bezweifeln. Ich glaube, das ist eine Sache der Justiz. Die Täter muss man dingfest machen. Für die Mannschaft wird es jetzt noch schwerer, vielleicht zeigt sie aber auch eine Trotzreaktion." Dynamo-Idol Hansi Kreische meinte: "Ob das, was Dynamo jetzt macht, da hilft, weiß ich nicht. Der Mannschaft hilft es nicht. Sie hat nun einen Nachteil." Steffen Heidrich, Ex-Kapitän und jetzt Manager in Aue, bedauert, dass der Ostklassiker ohne Gästefans auskommen muss. Dem MDR sagte er: "Eine Superkulisse mit Fans von beiden Mannschaften ist das, was so ein Sachsenderby ausmacht. In dem Fall wäre das nicht mehr gegeben."

Bei Union Berlin gibt man sich nachdenklich: "Bislang liegen uns noch keine Informationen aus Dresden vor. Es sind auch einige Fragen zu klären", sagte Pressesprecher Christian Arbeit. "Wie zum Beispiel will Dynamo verhindern, dass Fans aus Dresden anreisen und sich Karten an der Tageskasse kaufen?", gibt Arbeit zu bedenken. Auch ein möglicher Einnahmeverlust dürfte ein Thema sein.

Korinna Dietrich vom Fanprojekt Dresden e.V. meint zum Vier-Punkte-Plan: "Es ist klar, dass was gemacht werden muss. Es ist aber fraglich, ob man damit jene erreicht, die sich ein-, zweimal im Jahr bei solchen Spielen austoben. Viele andere Auswärtsfahrer bestraft man mit. Was sehr gut ist, ist die Aufstockung der Fanabteilung. Das ist eine sehr gute Maßnahme, die hoffentlich bald umgesetzt wird."

Stefan Wende, Exil-Dresdner aus Coesfeld und Mitglied im Fanclub Dynastie Münsterland, war sauer: "Klar musste der Verein jetzt irgendwie reagieren, aber die eigenen Fans auszusperren ist überzogen. Ich habe mir für die Spiele gegen Braunschweig und Union extra freigenommen. Für uns in NRW liegt Braunschweig halbwegs in der Nähe. Solche Spiele nehmen wir natürlich gern mit. Leider trifft es nun auch uns Auswärtsfans, die mit Randale nichts zu tun haben."

Derweil hat sich eine Gegenbewegung gegen die Randalierer formiert. Eine Facebook-Gruppe mit dem Namen "Wir brennen für Dynamo - ganz ohne Pyro und Gewalt!" plant Aktionen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.02.2013

Jochen Leimert

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