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Erinnerungsstücke von Dynamo Dresden schmücken das Glücksgas-Stadion

Erinnerungsstücke von Dynamo Dresden schmücken das Glücksgas-Stadion

Dresden. Im Dresdner Glücksgas-Stadion schmücken seit Dienstag zahlreiche Erinnerungsstücke die Wände. Jens Genschmar, der Geschäftsführer des Dresdner Fußball-Museums, präsentiert künftig ein paar seiner schönsten Exponate im Stadion von Dynamo Dresden.

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Jens Genschmar und Benjamin Kirsten vor der Trikot-Wand mit dem Aufstiegs-Shirt des Dynamo-Keepers.

Quelle: Stephan Lohse

Zur Eröffnung bekam er zwei weitere Unikate. Dynamo-Idol Hans-Jürgen „Dixi" Dörner überreichte seine Trophäe als DDR-„Fußballer des Jahres" 1977, Torhüter Benjamin Kirsten sein Original-Trikot samt Handschuhen vom Aufstiegsspiel im Frühjahr in Osnabrück.

Direkt nach dem Spiel habe er sein grünes Torwart-Trikot tief in der Sporttasche versteckt. Jetzt schmückt es eine Wand im VIP-Bereich des neuen Stadions, berichtet Kirsten. „Das ehrt mich ungemein", freute sich der Torhüter. Sein Trikot hängt jetzt gemeinsam mit anderen seltenen Stücken. Mehrere Dynamo-Hemden sind dabei, ein Trikot der Nationalelf von Mexiko vom Länderspiel 1992 in Dresden, ein Trikot des Hamburgers Manfred Kaltz von 1974, das Trikot, das Michael Ballack beim Pokalspiel in dieser Saison trug oder das AS-Rom-Trikot, in dem Rudi Völler 1989 gegen Dynamo im Europapokal verlor.

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In deisen wird Jens Genschmar selbst den Besuchern die Erinnerungsstücke erklären.

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„Die Wand hat geradezu danach geschrien, dort Trikots zu präsentieren", berichtet Genschmar. Genau elf Trikots und eine Trainerjacke hängen gerahmt in speziellen Einzelanfertigungen aus der Werkstatt des Christlichen Sozialwerkes in Form einer Mannschaftsaufstellung zwischen den beiden Ebenen des VIP-Bereiches. „Das Ergebnis war sensationell aus unserer Sicht", freute sich Stadionmanager Hans-Jörg Otto.

„Bisher herrschte hier eine Art Turnhallenatmosphäre", sagte Otto. Er und sein Team wollen künftig mehr Atmosphäre und Geschichte in den Stadionneubau einziehen lassen. So sammelt er beispielweise Wimpel der großen Spiele in der neueren Stadiongeschichte. Vom Juniorenländerspiel über den Auftritt der Frauen-Nationalelf und die Frauen-WM bis zum Pokal-Kracher gegen Bayer Leverkusen zeigte er am Dienstag eine kleine Auswahl.

Die „großen" Dynamo-Wimpel hängen an einer beleuchteten Wimpel-Wand hinter Glas. Von den 50er Jahren bis hin zu den großen Europapokal-Abenden gegen die Glasgow Rangers oder Benfica Lissabon können sich die Fans ein Bild von der Dynamo-Historie machen. Auch andere Erinnerungsstücke schmücken jetzt das Stadion. Im Eingangsbereich wartet eine original Kabinenbank mit zahlreichen Unterschriften alter Dynamo-Legenden, im Treppenhaus sind FDGB-Pokal und Meister-Medaillen zu sehen, historische und neuere Fotos aus der Dresdner und speziell der Dynamo-Historie sorgen für Schmuck an den Wänden.

Damit nicht nur die Besucher des VIP-Bereiches die neuen Schmuckstücke in Augenschein nehmen können, soll es künftig zusätzliche Stadionführungen geben. Zwei Mal die Woche will Jens Genschmar selber die Besucher zu einer speziellen „historischen Stadionführung" mitnehmen und dabei die Erinnerungsstücke präsentieren und aus der Dynamo- und der Stadiongeschichte erzählen.

Der FDP-Stadtrat stöbert seit 1989 auf Flohmärkten und inzwischen auch im Internet nach Erinnerungsstücken rund um Dynamo und den Dresdner Fußball. Über 4000 Zeitungen, 1500 Programmhefte, hunderte Anstecknadeln, Wimpel und Fotos besitzt er inzwischen. Zu seinen wertvollsten Schätzen gehören die Original-Goldmedaille der Olympischen Spiele von 1976 von Reinhard Häfner, Helmut Schöns WM-Ausweis von 1974 und das wahrscheinlich einzige erhaltene Nationalmannschaftstrikot aus der Zeit vor 1945.

Von 2006 bis 2010 hatte Genschmar einen Großteil seiner Schätze im Fußballmuseum auf der Hauptstraße ausgestellt. Nachdem das dortige Gebäude abgerissen wurde, lagert fast alles in Kisten und Kartons verpackt. Im Stadion kann er jetzt wenigstens ein paar Stücke wieder zeigen. Für die Zukunft hofft er, zusätzliche kleine thematische Sondeausstellungen im Glückgas-Stadion zeigen zu können. Hierzu gebe es bereits gute Gespräche mit der Stadion-Projektgesellschaft.

Stephan Lohse

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