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Erinnerungen an Dynamo Dresden: Fußballmuseum zeigt Höhepunkte der Vereinsgeschichte

Erinnerungen an Dynamo Dresden: Fußballmuseum zeigt Höhepunkte der Vereinsgeschichte

60 Jahre sind schon fast ein ganzes Menschenleben. So lange gibt es die SG Dynamo Dresden bereits. Am 12. April 1953 in der Dresdner Schauburg gegründet, hat der Verein Generationen von Fußballanhängern fasziniert, feiern und leiden lassen.

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Dynamo-Trikots im Wandel der Zeit: Anfang der 60er Jahre spielte Dynamo Dresden noch in weinrot-weiß. Zum 60. Geburtstag präsentiert der Verein ein Sondertrikot.

Quelle: Stefan Schramm

Erinnerungen an die zahllosen Höhe- und Tiefpunkte der Geschichte der SGD hält das Dresdner Fußballmuseum wach.

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Auch eines der originalen Ajax-Trikots aus den Spielen von 1971 ist Teil des Dresdner Fußballmuseums. Am 6. Juli 2013 werden die rot-weißen Amsterdamer erstmals seit 42 Jahren wieder in Dresden gastieren. Sie absolvieren ein Testspiel gegen Dynamo.

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Dessen Betreiber Jens Genschmar, seit Jahrzehnten ein glühender Dynamofan, ließ sich schon früh von der Sammelleidenschaft packen. Über die Jahre trug er verschiedenste Andenken an große und kleine Momente der gesamten Dresdner Kickerhistorie zusammen, die durchaus auch viele andere Vereine aus der sächsischen Landeshauptstadt betreffen.

Genschmars zentrales Sammelgebiet sind jedoch die Dynamos. Von Rudi Völlers Roma-Trikot aus den Europacup-Partien gegen Dynamo über Reinhard Häfners Olympia-Goldmedaille von 1976, Dixie Dörners Silbernen Schuh von 1977 bis hin zu Benny Kirstens Aufstiegstrikot vom Spiel gegen Osnabrück – all dies sind Objekte des Museums. Unter anderem auch Fotos, Fachzeitschriften, Plakate, Fahnen und Anstecknadeln gehören dazu. Herausragende Stücke seien zudem sämtliche Meister- und FDGB-Pokalsiegermedaillen, die die Dresdner errungen haben, sowie Dynamos erste Meisterurkunde von 1953.

„Die Teile bekomme ich auf vielen Wegen. Einige erhielt ich direkt von ehemaligen Spielern oder Journalisten, die in der DDR-Zeit auswärts zu Europacup-Spielen reisen durften“, erzählt Genschmar. Manches kaufte er auf Trödelmärkten ein. Auch im Online-Auktionshaus Ebay schlägt er hin und wieder zu. So ist seine Kollektion schon auf geschätzte über 10.000 Einzelstücke angewachsen. Die wollte er bald nicht mehr nur einlagern, sondern der Öffentlichkeit präsentieren.

Schon 2003 organisierte Jens Genschmar anlässlich des 50. Dynamo-Jubiläums eine Ausstellung. Sein Museum eröffnete er im Mai 2006 zunächst im Erdgeschoss eines Plattenbaus nahe dem Goldenen Reiter. Zu den besonderen Highlights gehörte dort ein 20-minütiger Mitschnitt mit englischem Originalkommentar vom Dresdner Europapokalspiel gegen Liverpool in der Saison 1975/76. In einem eigens angelegten Fußballkino konnten die Besucher noch mal mitzittern.

Ende 2010 musste das Fußballmuseum ausziehen, da das Gebäude an der Hauptstraße anschließend abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wurde. Neue Ausstellungsflächen fand Genschmar im November 2011 im VIP-Bereich des Glücksgas-Stadions, das er schon Jahre zuvor als perspektivisches Domizil auserkoren hatte. Der Stadionprojektgesellschaft stellte er zahlreiche wertvolle Leihgaben zur Verfügung, mit denen sich die Spielstätte der Dynamos seither schmückt.

Früher oder später möchte Genschmar die Ausstellung vergrößern, um viele weitere Objekte im Glücksgas-Stadion präsentieren zu können. Seiner Einschätzung zufolge harmonieren die drei Partner Verein, Stadionprojektgesellschaft und Fußballmuseum gut miteinander. Langfristiges Ziel sei ein richtiges Vereinsmuseum an der Lennéstraße. „Ich treibe die Sache voran, damit die Leute merken, dass sich etwas tut“, so Genschmar. Er möchte gezielt Besitzer alter Fußballandenken ansprechen, damit diese ihre Sammlerstücke dem Museum zur Verfügung stellen.

Zudem bietet Genschmar historische Stadionführungen an. Dabei zeigt er den Interessenten natürlich auch das Fußballmuseum und unternimmt mit ihnen eine gedankliche Reise durch mittlerweile sechs Jahrzehnte Vereinsgeschichte. Für den nächsten Termin am Sonntag um 16 Uhr gebe es noch freie Plätze. Die Anmeldung ist im Stadion möglich. Weitere Termine sind montags 10 Uhr, mittwochs 15 Uhr und freitags 17 Uhr. Nur nicht am 12. April. Da weilt Genschmar, wie es sich für einen richtigen SGD-Fan gehört, beim Auswärtsspiel in Berlin gegen den 1. FC Union, und wünscht sich drei Punkte zum Vereinsgeburtstag.

Stefan Schramm

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