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Erfolgreich trotz Handicap - Dresdens beste Sportler mit Handicap

Erfolgreich trotz Handicap - Dresdens beste Sportler mit Handicap

Schwimmer Robin Goldberg vom Dresdner Gehörlosensportverein zog auch 2014 wieder erfolgreich seine Bahnen. Der 25-Jährige, der seit Jahren mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Phil zur Nationalmannschaft gehört und auf zahlreiche internationale Erfolge verweisen kann, sammelte im Mai bei den Deutschen Meisterschaften in Hamburg wieder Titel en masse.

Siebenmal stand er auf dem obersten Treppchen, gewann unter anderen die Titel über 50 und 100 Meter Rücken, über 100 Meter Schmetterling und 200 Meter Freistil. Höhepunkt des Jahres war die 11. Schwimm-EM der Gehörlosen im Juli im russischen Saransk. Dort absolvierte Robin Goldberg wieder ein Mammutprogramm. Zwar verfehlte er die Medaillenränge knapp, kehrte dennoch mit Top-Platzierungen heim. In drei Staffel-Wettbewerben belegte er mit dem deutschen Team jeweils Rang vier, über 200 Meter Rücken wurde er mit persönlicher Bestzeit Fünfter, dazu erreichte er dreimal den sechsten Rang, stellte dabei zwei weitere persönliche Rekorde auf.

Dressurreiter Steffen Zeibig von der SG Versehrte Dresden hat in seiner Laufbahn schon viele Erfolge errungen. Auch 2014 verlief für den 37-Jährigen, dem von Geburt an der rechte Unterarm, der rechte Unterschenkel und der linke Fuß fehlen, wieder sehr erfreulich. Während sich sein unverwüstliches 19-jähriges Pferd Waldemar langsam aus dem Sport zurückzieht, hat er mit der 10-jährigen Stute Feel Good ein neues Eisen im Feuer. So gewann er mit ihr bei den Deutschen Meisterschaften auf dem Gestüt Bonhomme bei Potsdam in seiner Klasse die Bronzemedaille. Danach wurde für die Weltreiterspiele im französischen Caen nachnominiert. "Das war der erste internationale Auftritt mit der Stute. Mit zwei sechsten und einem siebten Platz bin ich zufrieden", so Zeibig, für den das ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu den Paralympics 2016 in Rio war.

Keglerin Christine Schoffer vom ESV Dresden ist sehbehindert, aber auf der Kegelbahn seit vielen Jahren ein Ass. Die 64-Jährige, die seit 1982 kegelt, startete bis vor fünf Jahren in der Leistungsklasse B2, in der Sportler antreten, die noch einen Rest Sehvermögen besitzen. In dieser Klasse feierte sie viele nationale Titel und im Jahr 2000 ihren größten Erfolg, als sie Vizeeuropameisterin wurde. Inzwischen muss die Athletin in der B1 ran, in der nur Vollblinde ihr Können messen. Vor zwei Jahren gewann sie hier erstmals den deutschen Meistertitel, den sie 2014 erfolgreich verteidigte. Bei den Titelkämpfen im Juli in Augsburg erkämpfte sie sich bei den Seniorinnen der WK 5 mit 429 Kegeln Gold. Einmal wöchentlich trainiert sie beim ESV, während Blindenhund Rocky auf sie wartet.

Leichtathlet Sven Conrad von der SG Versehrte, der schon 2000 an den Paralympics in Sydney teilnahm und bis 2002 viele internationale Wettkämpfe für die Nationalmannschaft bestritt, hält immer noch den deutschen Rekord im Speerwerfen. Auch 2014 kann der 42-jährige Unternehmer im Bereich Medizintechnik auf schöne Erfolge verweisen. Conrad, der spastisch halbseitig gelähmt ist, wurde bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften der Behinderten im Juni in Berlin mit 31,61 Metern Meister in der Klasse F/T 37. Im starken Teilnehmerfeld waren auch Sportler aus Polen und Tschechien. Sein SGV-Gefährte Stephan Eismann machte übrigens mit Silber den Doppelerfolg perfekt.

Leichtathlet Peter Munkelt von der SG Versehrte betreibt seinen Sport seit über 40 Jahren mit viel Herzblut. Der 69-Jährige war schon etliche Male DDR-Meister und holte sich 2014 bei den Meisterschaften mit 8,78 Metern im Kugelstoßen Silber. Dabei musste der Dresdner, der bei einem Betriebsunfall Ende der 60-er Jahre den linken Arm verlor, in der offenen Klasse gegen sehr starke Konkurrenz antreten. Seit vielen Jahren leitet Munkelt die Sektion Leichtathletik der SG Versehrte Dresden und arbeitet zudem als Übungsleiter.

Leichtathlet Henry Schenker von der SG Versehrte hält seinem Sport schon über 50 Jahre die Treue. Der 72-Jährige ist blind und benötigt zum Wettkampf eine Begleitperson. Das übernimmt oft sein Sohn Kai. Schenker war früher schon mehrfacher DDR-Meister, startet jetzt in der offen Klasse (alle Schadensklassen) der Senioren ab 70 Jahre. 2014 sicherte er sich in seiner Klasse im Speerwurf mit einer Weite von 20,75 Metern den Titel als Deutscher Meister.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.02.2015

Astrid Hofmann

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