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Endlich tut sich was im Steyer-Stadion in Dresden

Endlich tut sich was im Steyer-Stadion in Dresden

Für die Weltrekordler wird das Heinz-Steyer-Stadion immer ein Stück Himmel auf Erden bleiben. Ein Ort, ein Höhepunkt, die Wirkungsstätte einer sportlichen Lebensleistung.

Eine Erinnerung, der auch Unkraut nichts anhaben kann. Doch die Zeit bleibt nicht stehen und Gegenwart braucht einen Sinn. Die Sportler von heute leben nicht von Erinnerungen, sondern von Training und Wettkämpfen. Sie brauchen ein gutes Umfeld, Umkleidekabinen und warmes Wasser, sie wollen Wettkämpfe austragen können und auch Gäste einladen. Da hilft auch die historische marode Holztribüne wenig. Längst schon sollte sie Geschichte sein, ihr Abriss Symbol eines Neuanfangs. Im Herbst 2013 sieht es jedoch aus wie immer. Das Unkraut gedeiht in der warmen Herbstsonne, die Holztribüne trotzt dem Wind, aber nicht dem Regen - und auch die Kurven sind immer noch geschlossen. Höchstens 4500 Besucher dürfen derzeit in das Stadion, früher waren es einmal bis zu 65 000.

Vom nächsten Frühjahr an soll es jedoch vorwärts gehen: Im März will die Stadt mit den Bauarbeiten am neuen Funktionsgebäude beginnen. Darüber informierte Karl Schuricht, Sprecher der Stadt Dresden. Insgesamt 1,6 Millionen Euro werde das Vorhaben kosten. Das Geld sei im aktuellen Doppelhaushalt eingeplant. Im neuen Funktionsgebäude entstehen auf zwei Etagen 13 Umkleide-Kabinen mit Sanitärräumen sowie einem Geschäftszimmer und weiteren Toilettenanlagen für Damen und Herren. Außerdem erhalten die Schiedsrichter eine eigene Umkleidekabine mit Duschen und Toiletten. Das Gebäude werde künftig mit Fernwärme versorgt, erklärte Schuricht. Zudem solle geprüft werden, ob Synergien mit der Abwärme aus der Klimaanlage gewonnen werden können. Läuft diesmal alles nach Plan, könnten sich im Oktober 2014 die ersten Sportler und Trainer in neuen Räumen umziehen und duschen.

Eigentlich sollte es in diesem Herbst schon so weit sein, der Beginn der Arbeiten war ursprünglich für das Frühjahr 2013 geplant. Allerdings lief die Ausschreibung für den Rohbau erst ab August. "Wegen deutlicher Budgetüberschreitung" musste sie letztlich sogar aufgehoben werden, erklärte Schuricht. Jetzt werde sie wiederholt, damit die Arbeiten nach dem Winter beginnen können.

Das geplante Funktionsgebäude ist jedoch nur der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Geplant sind weiterhin die Sanierung der Nord-, Stein- und Südtribüne sowie der Spiel- und Wettkampffläche, der Flutlichtanlage und der Anzeigetafeln. "Für die weiteren Bauabschnitte gibt es eine Vorplanung", sagte Schuricht. Diese sei jedoch weder finanziell noch zeitlich untersetzt. Auch für den geplanten Abriss der Holztribüne machte die Stadt keine weiteren Angaben.

Schon vor zwei Jahren wollte der Sportstättenbetrieb in Zusammenarbeit mit den Nutzervereinen ein langfristiges Konzept für das Stadion erarbeitet haben. Doch auch Ende des Jahres 2013 - zwei Jahre später - liegt weder ein Konzept noch eine Strategie vor. Wieder einmal hinkt der Dresdner Sportstättenbetrieb seinen eigenen Ansprüchen hinterher. Die Leidtragenden sind Sportler, Trainer und der Sportstandort Dresden überhaupt.

Fest steht nur eines: Künftig soll das Stadion etwa 12 000 Besucher fassen und Spielstätte der German Football League werden - der höchsten Spielklasse im American Football. Außerdem können - so die vorläufige Planung - die Bundesliga-Fußballfrauen sowie die Fußball-Regionalligisten der Männer im neuen Stadion spielen. Auch in der Leichtathletik soll die renovierte Spielstätte für nationale Nachwuchswettkämpfe und Regionalwettbewerbe unter Berücksichtigung des Status "Bundesstützpunkt" genutzt werden. Soweit das Vorhaben.

Auf dem Weg zur Wirklichkeit braucht es jedoch noch viel Zeit und auch viel Geld. Mehr als zehn Millionen Euro wird die komplette Sanierung nach Berechnungen aus dem Jahr 2011 kosten. Die jährlichen Baukostenanpassungen exklusive. Nur vier Millionen Euro sind bislang im Haushalt verankert. Bleibt eine Differenz von über sechs Millionen Euro. Und eine Frage nach den künftigen Prioritäten.

Das Potenzial für sportliche Hochleistungen im Dresdner Steyer-Stadion jedenfalls ist da. Nicht nur in der Vergangenheit, auch in der Gegenwart.

Katrin Tominski

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