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Empfang für Tim Grohmann: Olympiasieger plant Trainerkarriere

Empfang für Tim Grohmann: Olympiasieger plant Trainerkarriere

Als Goldjunge Tim Grohmann am späten Dienstagabend Dresdner Boden betrat, schmetterten ihm Rudergefährten, Verwandte und Freunde ein dreifaches "Hipp,hipp,hurra" entgegen und feierten den Olympiasieger mit tosendem Beifall.

Dresden .

Auch Sportbürgermeister Winfried Lehmann hatte es sich nicht nehmen lassen, den ersten Athleten aus dem in London siegreichen Doppelvierer in der Heimat zu begrüßen. "Wir freuen uns riesig, dass ihr das gestemmt habt und nach 24 Jahren wieder Olympia-Gold in die Landeshaupstadt geholt habt. Wir sind stolz auf euch und werden das noch richtig mit euch feiern", versprach Lehmann. Auch Ulf Tippelt, Generalsekretär des Landessportbundes, Tobias Roßberg, Präsident des Sächsischen Ruderverbandes oder der Freitaler Oberbürgermeister Klaus Mättig wollten ihre Glückwünsche und Blumen an den Mann bringen.

Sogar Ruderlegende und Ex-Bundestrainer Dieter Grahn ließ es sich nicht nehmen, einem seiner Nachfolger die Ehre zu erweisen: "Was die Jungs geleistet haben, war wirklich phänomenal. Ich habe das vor dem Fernseher verfolgt, bei 1500 Meter war ich mich sicher, dass sie es nicht mehr aus der Hand geben", so der Olympiasieger von 1968 und 1972. Der ehemalige Meistermacher-Trainer Hans Eckstein verriet: "Ich habe am Bildschirm mitgefiebert, als hätte ich selbst im Boot gesessen. Ich hoffe, jetzt sind alle Diskussionen um den Erhalt des Bundesstützpunktes vom Tisch."

Ex-Weltmeister Jörg Dießner, seit wenigen Tagen frischgebackener Vater von Söhnchen Anton, klopfte Grohmann anerkennend auf die Schulter: "Jungs, das war allererste Sahne und ganz wichtig für den Standort."

Tim Grohmann stand die Freude über diesen grandiosen Empfang ins Gesicht geschrieben. "Ich habe echt weiche Knie und mir läuft ein kalter Schauer über den Rücken. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass so viele Leute kommen. Das ist überwältigend", gestand der 23-Jährige, der immer und immer wieder seine Goldmedaille zeigen musste. "Sie bekommt bei mir daheim einen Ehrenplatz und wird richtig eingerahmt", verriet der Freitaler, der noch gar keine Zeit hatte, den Olympiasieg zu verarbeiten. "Es ist das Größte, das man als Sportler erreichen kann. In den Stunden und Tagen danach waren wir nur auf Achse von einem Interview zum nächsten. Natürlich haben wir auch ein wenig gefeiert. Jetzt muss ich das alles setzen lassen", meint der Schlagmann des Doppelvierers.

Morgen fährt Grohmann zu seiner Freundin Marie-Louise Dräger nach Rostock fährt, gemeinsam düsen beide dann mit Wohnwagen nach Norwegen zum Ausspannen. "Ich freue mich auf ein wenig Ruhe", gibt Tim zu. Schon am 27. August muss er in Hannover zum Lehrgang bei der Bundeswehr antreten. Außerdem treibt der Olympiasieger seine Zukunftsplanung voran. "Ich beginne in Leipzig ein Sportstudium, will später einmal Trainer werden." Sein Coach Egbert Scheibe findet das super und unterstützt seinen Schützling: "Wir brauchen guten Trainernachwuchs, Tim könnte einmal mein Nachfolger werden. Ich habe selbst einst bei Dieter Grahn trainiert und, er stand mir jetzt mit seiner großen Erfahrung noch hilfreich zur Seite. Wir wollen ohnehin am Bundesstützpunkt einiges umstrukturieren, um den Erfolg langfristig abzusichern. Da kam der Erfolg des Vierers genau zur rechten Zeit."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.08.2012

Astrid Hofmann

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