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Eissporthalle Dresden: Stadt sieht Schuld für Hallendebakel beim Generalplaner

Eissporthalle Dresden: Stadt sieht Schuld für Hallendebakel beim Generalplaner

Wer hat Schuld an dem Debakel um das Dach der Dresdner Eissporthalle? Wie Sportbürgermeister Winfried Lehmann (CDU) am Freitag auf DNN-Nachfrage erklärte, steht die Antwort auf diese Frage noch immer nicht zweifelsfrei fest.

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Harald Wolff (li.) und Gabor Höhn entsorgten am Freitag die durchnässte und modrige alte Dämmung vom Dach der Energie-Verbund-Arena.

Quelle: Carola Fritzsche

Allerdings rückt der Verdacht nach Auswertung verschiedener Gutachten weg von der mittlerweile insolventen Dachdeckerfirma "Dach- und Abdichtung Kaiser GmbH" aus dem Grimmaer Ortsteil Nerchau hin zum verantwortlichen Generalplaner.

Generalplaner war beim Bau der Energie-Verbund-Arena das in München ansässige Büro "Schmidt-Schicketanz und Partner", dessen Gesellschafter Hans Jürgen Schmidt- Schicketanz pikanterweise auch am Bau der 2006 eingestürzten Eislaufhalle in Bad Reichenhall beteiligt war. "Eines der wichtigsten Ergebnisse der Gutachten ist, dass die Dachdecker nur gemacht haben, was ihnen die Generalplaner aufgetragen haben und dass so für die Dresdner Eishalle offenbar ungeeignetes Material verbaut wurde", betont Lehmann. Er rechnet damit, dass sich beide Seiten früher oder später vor Gericht treffen werden. Die Stadt werde nicht auf den Kosten für die eingetretenen Schäden sitzen bleiben, gibt sich Lehmann mit Blick auf mögliche Regressforderungen kämpferisch. Bei Schmidt-Schicketanz reagiert man zurückhaltend. "Uns liegt ein Teil der Gutachten vor, aber ich werde mich nicht an Spekulationen über die Ursache für die Risse im Dach der Dresdner Eishalle beteiligen. Das Ganze ist ein Versicherungsfall", sagt Geschäftsführer Christoph Nagel-Hirschauer. Vertreter des Büros seien in den vergangenen Monaten zweimal vor Ort gewesen, er bedaure sehr, was passiert ist. "Gehen Sie bitte davon aus, dass niemand absichtlich ein Dach baut, dass nach nicht einmal fünf Jahren kaputt geht", so Nagel-Hirschauer.

Parallel zur Suche nach der Ursache für die Schäden läuft die 2,1 Millionen Euro teure Sanierung des Eishallendachs auf Hochtouren. "Am Anfang hat es geklemmt, inzwischen ist aber alles richtig gut ins Rollen gekommen", sagt Jörg Dittrich, Geschäftsführer der mit den Arbeiten beauftragten Dachdeckerfirma "Dittrich" aus Dresden. Zeitverzug gebe es mittlerweile so gut wie keinen mehr. Bis zu 30 Dachdecker, Elektriker, Stahlbauer sowie Profis für Korrosions- und Blitzschutz arbeiten von Montag bis Sonnabend.

"Wir haben uns fest vorgenommen, den Spielplan der Eislöwen zu gewährleisten", so Dittrich. Da das erste Heimspiel der neuen Saison am 28. Oktober stattfindet und allein der "Aufbau" der Eisfläche zehn Tage in Anspruch nimmt, muss das Dach bis spätestens Mitte Oktober geschlossen sein.

Herbstliches Wetter mit viel Regen würde diesen Zeitplan allerdings gefährden. "Die neue Dämmung, die wir einbauen, darf nicht nass werden. Deshalb ist für uns jeder Schauer schlecht", erklärt Dittrich.

Die Eishalle war am 15. Februar dieses Jahres überraschend gesperrt worden, weil Tauwasser vom Dach heruntertropfte und an den Wänden entlanglief. An der gesamten Decke hatten sich bis zu mehrere Zentimeter breite Risse gebildet, insgesamt über eine Länge von mehr als sechs Kilometern.

Siehe auch www.dnn-online.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.08.2012

Christoph Stephan

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