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Eislöwen-Krise schwelt weiter

Eishockey Eislöwen-Krise schwelt weiter

Das war ein bitterer Jahresabschluss der Dresdner Eis-löwen. Das Team von Trainer Thomas Popiesch verlor gestern Abend vor 4412 Zuschauern und damit ausverkauftem Haus das Sachsenderby gegen die Eispiraten aus Crimmitschau mit 2:4.

Die Dresdner Rene Kramer (l.) und Harrison Reed (3.v.l.) bedrängen Ryan Nie im Tor der Eispiraten Crimmitschau, doch der Keeper kann parieren.

Quelle: Soccerfoto

Dresden. Das war ein bitterer Jahresabschluss der Dresdner Eis-löwen. Das Team von Trainer Thomas Popiesch verlor gestern Abend vor 4412 Zuschauern und damit ausverkauftem Haus das Sachsenderby gegen die Eispiraten aus Crimmitschau mit 2:4 (1:3, 0:1, 1:0). Damit können die Elbestädter im alten Jahr keine Trendwende einläuten, sondern stecken weiter in einer Krise. Vladislav Filin gestand anschließend: "Das ist schon kein Hänger mehr, dafür dauert es jetzt zu lange." Allerdings weiß auch der Förderlizenzspieler aus Berlin nicht, woran es liegt, zeigte sich ratlos.

Bereits der Spielbeginn lief ganz und gar nicht nach dem Wunsch der blau-weißen Fangemeinde. Kaum hatte Bob-Weltmeister Francesco Friedrich nach dem Ehrenbully das Eis verlassen, gab es für die Gastgeber die erste eiskalte Dusche. Es waren gerade eine Minute und 44 Sekunden gespielt, als Ex-Eislöwe Vincent Schlenker seinen Stürmerkollegen Eric Lampe mustergültig bediente und der Crimmitschauer Goldhelm ließ sich diese Chance nicht entgehen, netzte zum 1:0 ein. Nur langsam erholten sich die Hausherren vom Schock. Die erste dicke Möglichkeit für die Dresdner hatte Mark Cullen auf dem Schläger, doch er scheiterte an Gäste-Goalie Ryan Nie. Eine Minute später aber vollendete Filin einen schönen Spielzug zum 1:1-Ausgleich (6.).

Eigentlich hätte das den Eislöwen Sicherheit geben müssen. Doch sie leisteten sich nur zwei Minuten darauf einen schweren Fehler in der Defensive. Erneut bewies Eric Lampe seine Qualitäten, fing den Puck ab, marschierte auf Brett Jaeger zu und markierte unter dem Jubel der rot-weißen Fans die 2:1-Führung für die Eispiraten. Bei den Popiesch-Schützlingen machte sich wieder einmal Verunsicherung breit. Statt zu agieren, reagierten sie nur.

Dabei blieb vieles Stückwerk, während die Westsachen mit starker Defensivarbeit die Dresdner weitestgehend von ihrem Tor fernhielten. Kamen die Elbestädter doch einmal bis vors gegnerische Gehäuse, wie Max Campbell (11.) oder Sebastian Zauner (16.), war Ryan Nie zur Stelle. Und das Drittel endete, wie es begann - mit einem Treffer für die Gäste aus dem Sahnpark. John Tripp lupfte den Puck aus dem Gewühl heraus ins Tor von Brett Jaeger. Eine bis dahin enttäuschende Vorstellung der Eislöwen.

Nach dem Pausentee hofften die blau-weißen Anhänger auf Besserung. Vergeblich. Zwar versuchten die Dresdner zu Beginn, mehr Druck zu machen, doch es war eher ein Anrennen ohne System. Zu oft ließen sie sich den Puck vom Gegner von der Kelle nehmen, verloren die Zweikämpfe oder kamen einen Schritt zu spät. Viel zu selten kamen die Pässe an. Die Eispiraten standen dagegen sicher in der Defensive und in der 28. Minute lenkte Alexander Höller einen Schuss von Ty Wishart zum 4:1 in den Winkel. Dabei sah auch Brett Jaeger nicht gerade gut aus. Danach nahm Thomas Popiesch auch einen Wechsel vor, beorderte Marvin Cüpper ins Tor.

Zumindest klassierte der Berliner Förderlizenz-Keeper keinen Treffer mehr. Doch bis zur Pause änderte sich trotzdem nichts am Spielstand, denn die Eis-löwen vertändelten ihre Chancen immer wieder. Zu Beginn des Schlussdrittels schienen die Hausherren noch einmal Gas zu geben und als Kapitän Steven Rupprich (46.) das 2:4 erzielte, schien doch noch etwas möglich. Aber als die Hausherren wenig später nicht einmal ein Powerplay zum Anschluss nutzen konnten, schwand langsam das letzte Fünkchen Hoffnung. Auch eine Auszeit von Thomas Popiesch zwei Minuten vor dem Ende und die Herausnahme des Torhüters brachten keine Wende mehr, zumal Nie keine Schwäche offenbarte.

Während die Crimmitschauer Fans ihre Lieblinge schon minutenlang mit stehenden Ovationen feierten, herrschten bei den Eislöwen-Anhängern Frust und Enttäuschung vor. Nach der Schluss-Sirene gab es ein Pfeifkonzert und erneut einige "Popiesch-Raus-Rufe". Vladislav Filin gab zu: "Ich weiß nicht, was los ist. Wir sind einfach nicht da. Wir sind vorbereitet, doch wenn wir aufs Eis gehen, passieren uns immer wieder dieselben Fehler."

Astrid Hofmann

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