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Eiskunstläufer Jan Hoffmann wird 60

„Ich war ein Wettkampftyp" Eiskunstläufer Jan Hoffmann wird 60

Er ist bis heute der jüngste deutsche Teilnehmer bei Olympischen Winterspielen. Mit nur zwölf Jahren gab Eiskunstläufer Jan Hoffmann 1968 sein Debüt. Bei der vierten Teilnahme krönte er seine Laufbahn 1980 in Lake Placid mit Silber. An diesem Montag wird er 60.

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1977: Jan Hoffmann und seine Trainerin Jutta Müller

Quelle: Archiv

Dresden. „Das halbe Jahrhundert war schon etwas Besonderes und da hat mich das Älterwerden noch gar nicht gestört. Aber die Zahl sechs vor der Null gefällt mir schon nicht mehr so gut“, bekennt Jan Hoffmann. Auch deshalb wird es an diesem Montag nur eine ganz private Feier in kleinem Rahmen geben. Obwohl es zuletzt auch ein paar gesundheitliche Probleme gab, die ihn nachdenklich stimmten, fühle er sich noch nicht so alt, meint der einstige Eiskunstlauf-Star, der seit vielen Jahren am Rande seiner Heimatstadt Dresden als Orthopäde arbeitet.

Die 27 Jahre im Leistungssport haben beim einstigen Weltklasse-Läufer eher keine körperlichen Spuren hinterlassen. „Ich Nachhinein bin ich voll zufrieden, wie alles gelaufen ist und ich würde es wieder so machen, zumal ich auch ein Wettkampftyp war“, sagt der Mediziner.

Schon mit sechs Jahren begann er bei der BSG Verkehrsbetriebe erste Schritte und Sprünge zu lernen. Wenig später wechselte er zum damaligen SC Einheit Dresden und weil es zu jener Zeit noch keine Halle in Elbflorenz gab, zog er schon mit elf Jahren nach Chemnitz. „Zum Glück kam meine Schwester wenig später nach und an jedem Wochenende ging es nach Hause zu den Eltern“, erinnert sich Hoffmann, der unter den Fittichen von Jutta Müller ab 1966 zu einem der besten Eiskunstläufer der Welt reifte. „Dass ich bei der besten Trainerin der Welt trainieren konnte, war mein größtes Plus“, betont Hoffmann und ist seiner Trainerin bis heute dankbar. „Wir stehen immer noch in Kontakt“, berichtet ihr ehemaliger Schützling, den sie schon 1968 als Zwölfjährigen bei seiner ersten Olympia-Teilnahme betreute.

Es folgten drei weitere Olympia-Starts mit der Krönung 1980 in Lake Placid, als er hinter dem Engländer Robin Cousins die Silbermedaille gewann. Zudem führte die Meistermacherin den sprunggewaltigen Sachsen 1974 und 1980 zu zwei WM-Titeln, 1974 und von 1977 bis 1979 zu vier EM-Goldmedaillen sowie weiteren acht Plaketten bei internationalen Titelkämpfen und neun DDR-Meistertiteln.

„Natürlich war ich sehr ehrgeizig und habe durch den Sport Eigenschaften wie Willensstärke, beharrlich Ziele verfolgen und sich durchbeißen können auch für mein späteres Leben mitgenommen“, berichtet Hoffmann, den durch eine schwere Verletzung früh die Arbeit von Medizinern schätzen lernte und wohl auch dadurch inspiriert wurde, eine Arztlaufbahn einzuschlagen. „Eigentlich war meine Karriere 1975 durch eine Meniskusverletzung schon fast beendet. Ich war ziemlich am Boden. Doch die Ärzte haben die Operation super hinbekommen und dank ihrer guten Arbeit habe ich wieder Mut gefasst, dass es weitergeht“, beschreibt er einen wichtigen Punkt in seiner Laufbahn, in der er viele schöne Momente erleben durfte.

„Als Aktiver waren das auf jeden Fall die Spiele von Lake Placid. Schon, dass ich als Fahnenträger für die Eröffnungsfeier ausgewählt wurde, hat mich stolz gemacht. Und dann konnte ich beim Wettkampf meine beste Leistung zeigen, lief die Kür meines Lebens und wurde mit Silber belohnt“, erinnert er sich.

Weil Hoffmann nach seinem Karriere-Ende 1980 dem Eiskunstlaufen als Preisrichter treublieb, erlebte er mittlerweile noch drei weitere Olympische Spiele aus anderer Perspektive. In seiner Sportart sei die Entwicklung inzwischen rasant weitergegangen: „Ich habe zwar den dreifachen Axel probiert, aber nie im Wettkampf gezeigt. Heutzutage sind Vierfache an der Tagesordnung und dazu schwierige Kombinationen. Aber auch in der Choreographie, der künstlerischen Gestaltung hat sich viel getan“, meint Hoffmann.

Auch als Zuschauer ist er ab und zu in der Eishalle zu finden, denn dafür sorgt seine jüngste Tochter. Während seine ältere Tochter Vreni (25) aus erster Ehe in Calgary lebt, betreibt die zehnjährige Marie Sophie Synchroneiskunstlauf bei den „Kleinen Eisteufeln“ in Dresden.

 Astrid Hofmann, dpa

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