Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 16 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Eishallendach eine Rostlandschaft

Eishallendach eine Rostlandschaft

Mehr als zwei Stunden dauerte gestern Nachmittag der Krisengipfel im Rathaus. Sportbürgermeister Winfried Lehmann (CDU) und Sportstättenchef Sven Mania saßen mit den Eislöwen-Verantwortlichen am Tisch, um das Liquiditätsproblem im Detail zu erörtern, das den Eislöwen durch das marode Eishallendach droht.

Voriger Artikel
DNN-Barometer: Olympia-Lieblingsprogramm Leichtathletik
Nächster Artikel
Dresden Titans starten mit Auswärtsspiel in die zweite Liga

Komplett verrostet präsentiert sich Arbeitern das Eishallendach unter der ersten Dämmschicht.

Quelle: Uwe Hofmann

Dresden . Von Astrid Hofmann und Uwe Hofmann

Dresden (DNN). Mehr als zwei Stunden dauerte gestern Nachmittag der Krisengipfel im Rathaus. Sportbürgermeister Winfried Lehmann (CDU) und Sportstättenchef Sven Mania saßen mit den Eislöwen-Verantwortlichen am Tisch, um das Liquiditätsproblem im Detail zu erörtern, das den Eislöwen durch das marode Eishallendach droht. Dabei legte der Eishockey-Zweitligist ein umfangreiches Zahlenwerk auf den Tisch. "Da haben sich die Verantwortlichen wirklich sehr viel Mühe gemacht und auch mehrere Varianten durchgerechnet", lobte Mania. Bürgermeister Winfried Lehmann betonte nach den intensiven Diskussionen: "Die Stadt will den Eishockeystandort auf jeden Fall erhalten und wir werden alles tun, was rechtlich möglich ist. Es geht dabei um einen guten sechsstelligen Betrag, den die Eislöwen in nicht rückzahlbaren Zuschüssen und Darlehen erhalten sollen, um ihre Liquidität zu gewährleisten." Über konkrete Zahlen wollte der Bürgermeister keine Auskunft geben, meinte aber zumindest: "Bis zu 150 000 Euro kann die OB entscheiden. Das wird aber nur ein Teil sein, über die Gesamtsumme muss im Finanzausschuss Anfang Herbst entschieden werden." Um jetzt aber über eine schnelle Hilfe zu befinden, müsse er das Zahlenwerk erst genauer anschauen. "Bis Montag werden wir der Betriebsgesellschaft mitteilen, was geht und wie wir helfen können", kündigte Lehmann an.

Matthias Broda meinte nach dem Krisengipfel: "Es war ein konstruktives Gespräch. Auch wenn die Kuh noch nicht vom Eis ist, bin ich schon zufrieden. Aber erst am Dienstag werden wir entscheiden, ob wir mit dem Angebot der Stadt leben können und spielen werden oder nicht. Ich glaube fest daran, dass wir eine Lösung finden", so Broda, der auch ein Konzept vorstellte, wie die Eislöwen bis zur Dachfertigstellung sportlich klarkommen wollen: "Wir würden die ersten zwei Spieltage frei haben, sieben Heimspiele drehen und auswärts antreten und eine Partie in Chemnitz absolvieren." Die ESBG hat schon signalisiert, dass sie eine solche Lösung mittragen würde.

Bleibt die Frage: Wird das Dach rechtzeitig bis spätestens Ende Oktober fertig? Gestern gab es bei der lang erwarteten Öffnung des Daches schon einige Überraschungen. Auf einem etwa 600 Quadratmeter großen Abschnitt haben Arbeiter die rissige Dachfolie abgeschält und die darunter liegenden Dämmschichten entfernt. Dabei sind sie auf eine völlig korrodierte Blechschicht gestoßen, die sich nur sehr schwer abbauen lässt. Schrauben und Bleche sind derart zusammen gerostet, dass sie meist nur durch Einsatz eines Trennschneiders voneinander gelöst werden können. Erst unter dieser Rosthaube kommen weitere Dämmschichten und schließlich die metallene Dachhaut zum Vorschein, die Gutachter vom Institut für Korrosionsschutz IKS gestern schon untersucht haben. Dabei geht es insbesondere darum, ob der Korrosionsschutz noch intakt ist. Erste Proben deuten beim oberflächlichen Betrachten darauf hin.

Eigentlich sollten die Experten heute erst auf das Dach der Eishalle steigen, man wolle aber keinen Verzug bei den Arbeiten und habe sie deshalb so früh wie möglich dazu gebeten, meint Knut Häntzschel vom Sportstätten- und Bäderbetrieb. Heute soll die Begehung abgeschlossen sein, spätestens morgen der erneute Aufbau der Dämmschichten beginnen. Am Sonnabend könnte dann schon die erste Dämmschicht, die Dampfsperre wieder aufgebracht sein. Dann kommt der nächste Abschnitt dran.

Ob dieser Zeitplan zu schaffen ist, lässt Häntzschel allerdings offen. "Wir müssen uns wie bei einem Altbau auf Überraschungen gefasst machen", sagt er über die erst vor knapp fünf Jahren eröffnete Eishalle. Probleme bereitet vor allem die verrostete Blechschicht. Womöglich stellen die Gutachter beim Blick in den darunter liegenden Dachaufbau auch noch gravierendere Schäden fest, warnt Häntzschel.

Mehr zum Thema auf www.dnn-online.de.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.07.2012

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport
  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr