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Eishalle: Pochte Dresden auf schlechtes Material

Eishalle: Pochte Dresden auf schlechtes Material

Ist die Stadt an den Rissen im Dach der Dresdner Eishalle selbst schuld? Diesen schweren Vorwurf erhob gestern im DNN-Gespräch Karl-Heinz Kaiser, der Geschäftsführer der mittlerweile insolventen "Dach+Abdichtung Kaiser GmbH" aus Grimma, die das Dach der 2007 eingeweihten Energie-Verbund-Arena verlegt hatte.

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Dank Notabdeckung des Dachs ging das Leben in der Eishalle gestern seinen gewohnten Gang. Derweil wird über die Ursache für die Risse spekuliert.

Quelle: Andor Schlegel

Von christoph stephan

Ihn ärgert es maßlos, dass viele schon wenige Stunden nach Bekanntwerden der flächendeckenden Risse Mitte Februar von Pfusch sprachen, obwohl abschließende Aussagen der Gutachter zur Schadensursache bis heute nicht vorliegen.

"Der Auftraggeber, die Stadt Dresden, bestand ausdrücklich auf die Verlegung des aufgebrachten Materials, Alwitra - 20 Grad, statt des angebotenen Materials Sarnafil", sagt Kaiser. "Ich weiß, dass in Hessen schon einige Alwitra-Dächer genauso wie in Dresden kaputt gegangen sind. Risse nach einem Muster, als hätte man einen Stein gegen eine Windschutzscheibe geworfen."

Während die Dichtungen des in Trier ansässigen Unternehmens Alwitra nur 1,2 Millimeter dick seien, verfügen die der Konkurrenz Sarnafil, ein Konzern mit Sitz in der Schweiz, über eine Stärke von 1,8 Millimetern. Die DNN konfrontierten gestern die Stadtverwaltung mit Kaisers Aussagen, Sportbürgermeister Winfried Lehmann (CDU) erklärte jedoch lediglich: "Vier Gutachter untersuchen das verwendete Material des Daches sowie die Verlegungstechnik, die Baupyhsik der Halle, den Dachaufbau, mögliche Korrosionsursachen und die Statik der Halle. Bisher ist klar, dass das verwendete Material in Verbindung mit den äußeren Einwirkungen wie Kälte eine Schadensursache sein kann. Aber erst wenn alle Untersuchungen abgeschlossen sind, kann die Schadensursache festgestellt werden und können die weiteren notwendigen Schritte eingeleitet werden."

Für Karl-Heinz Kaiser zu spät. Seine Firma ist seit 2010 zahlungsunfähig. "Die Stadt Dresden hatte sich nach dem Bau der Eishalle geweigert, die Schlussrechnung zu zahlen, weshalb ein Schaden von rund 181 000 Euro entstand und die Insolvenz beantragt werden musste", erklärt er. Sven Mania, der Chef des Sportstätten- und Bäderbetriebs, bestätigte den DNN bereits vor einigen Wochen, dass sich die Stadt mit der "Dach+Kaiser Abdichtung GmbH" vor Gericht gestritten hat. Damals ging es nicht um das Eishallendach, sondern um Mängel im Gussasphalt des Arkadengangs. "Wir mussten am Ende weniger zahlen", so Mania.

Experten schließen derweil nicht aus, dass das Dach trotz der 150 000 Euro teuren Notabdeckung komplett heruntergenommen und neu aufgebaut werden muss - spätestens bis zum Herbst. Denn im derzeitigen Zustand könnte es Schneelasten nicht standhalten und würde wohl früher oder später in sich zusammenbrechen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.03.2012

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