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Ein „Hammerteil" - historisches Trikot von Richard Hofmann weckt auch in Dresden Begehrlichkeiten

Ein „Hammerteil" - historisches Trikot von Richard Hofmann weckt auch in Dresden Begehrlichkeiten

Die Ankündigung, dass im Juni das Nationalmannschaftstrikot des Dresdner Fußballers Richard Hofmann versteigert wird, hat auch in Dresden einiges Interesse hervorgerufen.

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Auktionator Wolfgang Fuhr mit dem historischen Trikot von Richard Hofmann.

Quelle: Agon SportsWorld

Von einem „Hammerteil" spricht Jens Genschmar, der Geschäftsführer des Dresdner Fußballmuseums und Kenner der Dresdner Fußballgeschichte. Schon die üblichen weißen Trikots der Nationalelf aus dieser Zeit seien extrem selten, farbige Trikots eine noch größere Rarität.

Denn das angebotene Trikot, mit dem der Dresdner Stürmer Richard Hofmann 1930 im Länderspiel gegen England beim 3:3 alle drei deutschen Tore schoss, ist rosa bis rot. Wie Genschmar berichtet, entspricht dies den historischen Tatsachen. Laut der Zeitung „der Fußball" spielte Deutschland an diesem Tag nämlich tatsächlich im roten Ausweichtrikot. Genschmar selbst besitzt das bisher älteste bekannte DFB-Trikot, das im Glücksgas-Stadion aktuell den Treppenaufgang im VIP-Bereich ziert. Sein Stück stammt aus der Zeit „vor 1933", genauer sei dies nicht zu bestimmen.

Die in Kassel ansässige Agon Sportauktionen versteigert Anfang Juni das Trikot, das laut zwei Gutachten echt ist. Von wem das Stück allerdings stammt, ist geheim. Genschmar vermutet, dass das Trikot aus England stammt, wohin es eventuell direkt nach dem Spiel mitgenommen wurde. In England gebe es zahlreiche Fußball-Sammler. Dass es aus der Familie von Hofmann stammt, hält er hingegen für unwahrscheinlich.

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In deisen wird Jens Genschmar selbst den Besuchern die Erinnerungsstücke erklären.

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Den Preis von 15.000 Euro, den das Kasseler Auktionshaus aufruft, hält Genschmar für „extrem". In der Vergangenheit habe es aber schon entschieden höhere Summen bei Fußball-Auktionen gegeben, beispielsweise 50.000 Euro für einen angeblichen WM-Ball von 1930 oder deutlich über 100.000 Euro für das Trikot, in dem der Brasilianer Pelé 1970 Weltmeister wurde. Er selbst wolle nicht mitbieten und auch nicht abschätzen, für welche Summe die Rarität tatsächlich versteigert wird. „Es kann sein, dass es gar nicht verkauft wird, es kann aber auch sein, dass zwei oder drei Leute mitbieten", meint er.

Zu denen will dann auch der Dresdner Roy Helbig gehören. „Das ist ein Stück Geschichte, das man nie wieder bekommt", sagt der Fan von Hofmanns damaligem Verein, dem Dresdner SC. Helbig arbeitet zur Zeit daran, die Geschichte des 113 Jahre alten Clubs in Form eines kleinen Vereinsmuseums darzustellen. Am 30. April, wenn der DSC 114 Jahre alt wird, soll im Internet eine erste kleine Schau zu sehen sein. Fernziel für eine greifbare Ausstellung ist das Jahr 2015, in dem DSC-Legende Helmut Schön 100 Jahre alt geworden wäre. Das Hofmann-Trikot soll dann gewissermaßen das „Kronjuwel" der Sammlung werden. „Wir wollen für das Trikot sammeln", erklärt Helbig, der auf zahlungskräftige Dresdner und Sponsoren hofft. „Das Trikot gehört nach Dresden und zum DSC!"

Stephan Lohse

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