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Ein Blick in Dynamos Requisite

Ein Blick in Dynamos Requisite

24 Tage lang bis zum Weihnachtsabend öffnen die DNN wie bei einem Adventskalender jeden Tag ein ganz besonderes Türchen. Wir blicken hinter Fassaden, in sonst nicht zugängliche Räume und hinter geheime Türen.

Dieses Mal sind wir im "Bauch" des Glücksgas-Stadions zu Gast bei Dynamo-Zeugwart Olaf Adler. Er hütet das Trainingsgerät der Zweitliga-Profis, wäscht deren Arbeitskleidung und packt alles sauber anhand einer Checkliste für anstehende Aufgaben zusammen.

Olaf Adler hat viel zu tun, als er Besuch von den DNN bekommt. Dynamos "Requisiteur" bereitet am Freitagnachmittag gerade die Abfahrt zum Auswärtsspiel in Rostock vor. Das heißt für den 44-Jährigen: Trikots, Hosen und Stutzen abzählen, die dicken Jacken bereitlegen, Ballsäcke schleppen, Hütchen und Handtücher einpacken und die Ballpumpe nicht vergessen! Zwei große Taschen und sieben Kisten Ausrüstung müssen in den Bus, der heute um 10 Uhr am Stadion losfährt. Dazu kommen noch Besteck, Bananen und vorgekochtes Essen: "Das wird angeliefert und im Bus warm gehalten, damit es unterwegs auf einer Raststätte gegessen werden kann", erzählt Adler.

Ohne Helfer wie ihn wären manche Kicker aufgeschmissen, denn die meisten Profis sind es gewohnt, dass ihre Arbeitskleidung und das Trainingsgerät immer sauber griffbereit liegen. "Die Spieler müssen sich nur um ihre Schuhe selbst kümmern, alles andere bekommen sie gemacht", schmunzelt Adler, der seit 2010 als Zeugwart für die Schwarz-Gelben arbeitet.

Früher spielte er selbst im Dynamo-Trikot, schaffte es nach zehn Jahren im Nachwuchs bis in die 2. Männermannschaft, mit der er noch ein Jahr in der DDR-Liga kickte. Nach der Wende spielte er noch mit dem späteren DFB-Nationalstürmer Alexander Zickler und dem späteren Bundesliga-Profi René Beuchel, der heute als SGD-Teammanager wieder mit ihm arbeitet, zusammen bei den Dynamo-Amateuren. Was ein Fußballer braucht, das weiß der gelernte Elektriker aus dem Effeff.

Immer mal wieder muss er auch Sonderwünsche ("geheim") erfüllen, sich zudem um die musikalische Beschallung ("querbeet") der Kabine kümmern: "Was machbar ist, versuche ich hinzukriegen." Kleinere Reparaturen gehören dazu. Selten sagt Adler einmal nein: "Ich vergreife mich nicht an einem 250 Euro teuren Schuh. Das sind High-Tech-Produkte. Außerdem bekommen die Spieler jedes Vierteljahr neue vom Ausrüster und haben jeder mindestens sieben, acht Paar."

Weil es anders als zu DDR-Zeiten nicht an Ausrüstung mangelt, wird nicht immer sorgsam damit umgegangen. Pro Saison verschwinden immer wieder Bälle beim Training oder Testspielen. "Wenn die ein Kind nicht gleich zurückbringt, ist schnell mal einer weg", sagt Adler. Neue Spielgeräte bekommt Dynamo als Zweitligist von der Deutschen Fußball-Liga gestellt, die alle Profiklubs der Bundesligen mit einheitlichen Bällen ausstattet. Manchmal ist aus dem Modell "Torfabrik" von Adidas aber auch die Luft raus. Dann muss Adler die von den Spielern zu arg malträtierte "Pille" aussortieren.

Die meisten Profis achten aber auf ihre Sachen. "In der Kabine hält sich die Ordnung im Rahmen, dennoch es gibt es Unterschiede. Einige Spieler denken, es ist selbstverständlich, dass ihnen alles nachgeräumt wird. Bei anderen merkt man, dass sie eine gute Kinderstube hatten. Mickael Poté ist einer der letzteren - immer höflich, immer ordentlich." Das gefällt Adler, der selbst trotz Checkliste auch schon mal was vergessen hat. "Letzte Saison hatte ich auf der Fahrt nach Wiesbaden Hosen einer bestimmten Größe liegen lassen. Zum Glück hatte ich noch die weißen mit, in denen wir dann auch gespielt - und unseren ersten Auswärtspunkt geholt haben."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.12.2011

JOL

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