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Dynamos trauriger Brasilianer hofft weiter

Dynamos trauriger Brasilianer hofft weiter

"Fußball ist mein Leben", sagt Cidimar Rodrigues da Silva. Man glaubt es ihm aufs Wort, denn schließlich ist er Brasilianer. Umso schwerer fällt es dem Mann, der in Sao Paulo geboren ist, aber seit 2007 in Deutschland spielt, sich mit seiner aktuellen Reservistenrolle bei Dynamo Dresden abzufinden.

Dresden.

Von Jochen Leimert

Umso größer ist seine Hoffnung, am Sonntag (13.30 Uhr) gegen den FSV Frankfurt mal wieder ein paar Minuten zu spielen. Gegen den Verein, für den er bis zum Sommer 50 Zweitliga-Partien bestritt und dabei 13 Tore erzielte.

"Natürlich ist das ein besonderes Spiel für mich, viele Leute aus Frankfurt rufen mich an und fragen, ob ich spiele", erzählt der 27-Jährige, "mein Freund Gledson sogar fast jeden Tag." Dabei müsste sein Landsmann und ehemaliger Mitspieler gar nicht gegen den SGD-Angreifer verteidigen, wenn der aufgestellt wird, denn der mit 1,90 Meter hünenhafte Ex-Rostocker hat in Dresden selbst noch eine Rotsperre aus dem 0:4 gegen Fürth abzusitzen. "Er kommt aber trotzdem mit seiner Familie nach Dresden, wir wollen mit meiner Familie nach dem Spiel zusammen essen gehen", verrät Cidimar.

Gern würde er dem alten Kumpel, den anderen Ex-Kollegen und vor allem seinen Mannschaftskameraden von Dynamo beweisen, dass er hier mehr sein kann als das fünfte Rad am Wagen. "Ich gebe im Training immer 100 Prozent, warte ab, wie sich der Trainer diesmal entscheidet. Im Fußball ist alles möglich", glaubt der Lateinamerikaner, den Dynamo Anfang August in einer Hauruck-Aktion verpflichtete. Nach Pavel Forts Platzverweis beim 0:1 in Fürth hatten die Schwarz-Gelben damals mit Robert Koch nur noch einen einsatzfähigen Stürmer, denn Zlatko Dedic und Mickael Poté waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht an Bord.

Sind die neuen Kollegen alle fit, dann hat es Cidimar schwer, Einsatzzeit zu bekommen. Erst in drei Punktspielen trug er das Dynamo-Trikot. Das letzte Mal durfte er beim 0:3 in Duisburg zwölf Minuten als Einwechsler ran, "seitdem war ich nicht mehr im Kader", sagt er traurig. Ob der Langzeit-Reservist am Sonntag gegen den FSV auf der Wechselbank statt auf der Tribüne sitzt, hat Trainer Ralf Loose noch nicht entschieden. An Trainingsfleiß mangele es Cidimar jedenfalls nicht: "Er trainiert normal mit. Ob er im Kader ist, entscheide ich aber erst kurz vorm Spiel", hält sich Loose zurück.

Auch wenn Fußballer gegen ihre Ex-Vereine immer besonders motiviert sind, wird es wohl wieder eng für Cidimar. Dass der derzeit gesetzte Poté nach einem schweren Magen-Darm-Infekt noch nicht wieder trainieren kann, hat die Chancen des Konkurrenten nicht verbessert, denn der Nationalstürmer des Benin fehlte schon am vergangenen Sonntag beim 1:3 auf St. Pauli, als der Brasilianer auch in Dresden bleiben musste. Cidimars "Fünferpack" beim Test in Senftenberg (8:0) war auch keine große Empfehlung, zu schwach war der Gegner.

Trotzdem gibt sich der gläubige Christ, dessen Lieblingsbuch die Bibel ist, optimistisch. "Was soll ich denn sonst machen?", fragt er. "Im Testspiel hat der Trainer mich eingewechselt und gesagt, ich soll ein paar Tore machen. Das habe ich getan. Nun hoffe ich, dass er wieder zu mir kommt und das Gleiche sagt." Fit sei er auf jeden Fall, betont Cidimar, den alle nur "Cidi" nennen. Die aktuellen Temperaturen sind für ihn auch kein Problem: "Klar ist es kalt, aber ich bin schon lange in Deutschland und habe mich dran gewöhnt." Im Sommer, als er ein neues, reduziertes Angebot des FSV ausschlug, hätte er ins Ausland wechseln können, "aber ich wollte in Deutschland bleiben, denn meine Familie wollte das auch". Bei Dynamo habe er auch ein gutes Gefühl gehabt, als er den Einjahresvertrag unterschrieb, sagt er. Dass sich dann nicht alle Träume erfüllten, ist bitter für ihn. Damit musste er als Profi aber auch rechnen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.12.2011

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