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Dynamos neue Masche

Dynamos neue Masche

Dynamos Angreifer sind voll im Soll: Zlatko Dedic und Pavel Fort erhöhten ihr Trefferkonto am Freitag beim 2:0-Sieg in Bochum auf zehn bzw.

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Zwei Garanten des Sieges von Bochum haben allen Grund zur Freude: Benjamin Kirsten (l.) und Romain Brégerie.

Quelle: Thomas Eisenhuth

Dresden . Von Jochen Leimert

Dresden (DNN). Dynamos Angreifer sind voll im Soll: Zlatko Dedic und Pavel Fort erhöhten ihr Trefferkonto am Freitag beim 2:0-Sieg in Bochum auf zehn bzw. fünf. Mickael Poté hat zudem neun, Robert Koch auch schon sieben zu Buche stehen. Dass Stürmer Tore machen, erwartet jeder. Aber es überrascht, dass ihre Treffer neuerdings oft tief aus der Abwehr heraus vorbereitet werden.

Mitverantwortlich für solch tolle Tore wie das von Koch, das es sogar in die Auswahl zum "Tor des Monats Februar" in der ARD-Sportschau schaffte, ist vor allem ein Mann: Romain Brégerie. Der vom FC Metz gekommene Franzose legte in Bochum gleich beide Tore auf - und wie! Trainer Ralf Loose war schwer beeindruckt: "Das waren kluge Zuspiele. Das zweite von Brégerie war noch sehenswerter - wie von Kaiser Franz zu seinen besten Zeiten." Der Trainer lobte aber nicht nur den Innenverteidiger für seine gefühlvollen Pässe, sondern auch die Vollstrecker: "Das Glück war, dass beide Spieler auch die Geduld hatten, an der Schnittstelle ein bisschen zu warten, bis das Abspiel da war, weil solche Aktionen schnell im Abseits enden." Dedic (11.) und Fort (47.) aber blieben cool, die VfL-Abseitsfalle schnappte ins Leere. Das nervte Bochums Trainer Andreas Bergmann: "Wir haben mit zwei unglaublichen Stellungsfehlern wieder zwei Gastgeschenke gemacht."

Brégerie indes feixte. Für ihn war es eine perfekte Woche. Erst überraschten seine Landsleute in Bremen die DFB-Elf, dann durfte er Dynamo zum Sieg verhelfen. Dass die Franzosen die Deutschen im Weserstadion mit 2:1 besiegten, das steigerte seine Freude im Training. Der Sieg der Gallier machte ihn froh, "sonst hätte ich mir in der Kabine was anhören müssen". Die gute Laune nahm er mit ins Spiel und krönte seine starke Leistung mit den Torvorlagen vier und fünf. Damit zog er mit den Vorderleuten Koch und Filip Trojan gleich, ist jetzt mit ihnen bester Vorbereiter.

Auf die Frage, was denn die Mittelfeldspieler künftig tun, wenn Dynamo die Tore weiterhin aus der Abwehr oder sogar wie gegen Duisburg (2:0) durch Torwart Benjamin Kirsten vorbereitet, antwortete Trojan grinsend: "Wir Mittelfeldspieler sind dazu da, um zu verteidigen!" Irgendwann spricht sich die Masche zwar einmal herum, aber solange sie funktioniert, mag Brégerie nichts ändern: "Im Moment klappt es, wir werden es weiter versuchen." Er weiß um die Vorzüge von Poté oder Dedic, die vorn starten wie Raketen und ihr Ziel finden. "Dedic liebt es, wenn er Platz vor sich hat. Und Potés Qualität ist es, dass er sehr schnell ist. Und wenn ich keine Lösung finde, dann spiele ich einen weiten Ball auf sie. Dann ist sehr realistisch, dass es ein Tor wird", sagt Brégerie. Gegen Ingolstadt sei aber erst einmal wieder Kirsten an der Reihe.

Dem Torhüter gelingt momentan auch fast alles. In Bochum zeigte er tolle Paraden gegen Nika Gelashvili und erntete verdientes Lob. "Kirsten war unglaublich", fand Brégerie. Cristian Fiel beobachtete: "Zwei Dinger hat er überragend rausgeholt, darüber sind wir glücklich." Und Trainer Loose schloss sich an: "Wir haben bei zwei, drei Chancen des Gegners einen guten Torwart gehabt, der glänzend reagiert hat."

Als Dank an seine Truppe gab er ihr bis morgen frei. Loose selbst übernachtete bei seinen Eltern in Dortmund und machte sich am Sonnabend auf zur Spielbeobachtung. Wohin, verriet er nicht. Klar ist nur, dass Dynamo im Sommer u.a. einen Dedic-Ersatz braucht. Der Slowene ist nur ausgeliehen und soll laut VfL-Sportdirektor Jens Todt nach Saisonende zurück nach Bochum. Dedic begrüßte nach Spielende seine alten und wohl auch künftigen Kollegen und verbrachte auch das Wochenende an der Ruhr. Dynamo-Sportchef Steffen Menze gibt sich keinen Illusionen hin, ihn aus seinem noch bis 2013 laufenden Vertrag herauszukaufen: "Wir haben nicht die Finanzkraft wie Bochum." Sollte Fürths Dani Schahin nicht zu haben sein, dann brauchen Loose und er Alternativen. Um Brégerie brauchen sie sich nicht zu sorgen. Der 25-Jährige hat noch ein Jahr Vertrag in Dresden und will nicht weg: "Ich muss erst einmal wieder eine Stadt finden, in der ich mich so wohlfühle."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.03.2012

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