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Dynamos nächster Gegner Aalen kämpft um die Lizenz

Dynamos nächster Gegner Aalen kämpft um die Lizenz

Seit gestern hat Dynamo Dresden die Zweitliga-Lizenz für die kommende Saison sicher, den Klassenerhalt aber nicht. Dynamos nächstem Gegner geht es derweil umgekehrt: Der VfR Aalen ist nach einer tollen Premierensaison in der 2. Fußball-Bundesliga sportlich voll im Soll, doch finanziell plagen den Tabellenneunten Sorgen.

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Aalens Spieler feierten zuletzt einen 2:1-Sieg über Absteiger Regensburg, doch sorgenfrei ist der Tabellenneunte der 2. Liga keineswegs.

Quelle: dpa

Aalen/Dresden. Bis zum 23. Mai muss der kleine Klub aus der 66 000-Einwohner-Stadt in Württemberg Bürgschaften über sechs Millionen Euro bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) nachweisen. Eine Herkulesaufgabe, der sich die Schwarz-Weißen mit viel Engagement widmen.

Gut zwei Wochen vor dem Tag der Entscheidung geben sich die Aalener weiter optimistisch, ihr Ziel zu erreichen. VfR-Präsident Berndt-Ulrich Scholz, ein Unternehmer aus der Recycling-Branche, hatte schon vor Wochen erklärt, für drei Millionen Euro zu bürgen. Die noch fehlenden Millionen versucht man, über verschiedene Kanäle aufzutreiben. Wie weit die Bemühungen gediehen sind, darüber hüllt sich der Verein in Schweigen: "Wir werden mit Sicherheit keine Wasserstandsmeldungen abgeben, aber wir sind zuversichtlich, die Situation zu meistern", sagte VfR-Pressesprecher Sebastian Gehring auf DNN-Anfrage.

Einen wichtigen Teilerfolg konnte der VfR gestern vermelden. Die DFL verlängerte nach einer Beschwerde des Vereins die Ausnahmegenehmigung für die Scholz-Arena um ein Jahr. Ursprünglich hatten die DFL-Funktionäre gefordert, die 13 251 Plätze bietende VfR-Spielstätte zur kommenden Saison auf ein Fassungsvermögen von 15 000 Plätzen auszubauen. Aalens OB Wolf-Dietrich Fehrenbacher und VfR-Geschäftsführer Ferdinand Meidert hatten deshalb am Freitag persönlich bei der DFL vorgesprochen. Es war nicht umsonst.

Damit können sich die VfR-Macher nun allein auf die Suche nach Bürgen konzentrieren. Gehring erklärte: "Es ist natürlich keine einfache Lage, aber wir haben Gespräche mit bisherigen Partnern und potenziell neuen geführt, die Interesse signalisiert haben zu helfen." Neben der Gewinnung von großen Sponsoren spielt auch die Akquise von kleinen und Kleinst-Geldgebern eine wichtige Rolle im Rettungskonzept des Klubs.

So werden Fanschals mit dem Aufdruck "Die Ostalb für den VfR" zu 20 Euro das Stück verkauft, seit Freitag sind auch "Unterstützer-Bausteine" zu haben. Für 50, 100 oder 250 Euro können sie die Anhänger erwerben, um sich so auf der Unterstützer-Seite im Internet, im Stadionheft oder auf der Unterstützer-Wand im Stadion verewigen. "Wir haben das am Freitag erstmals im Stadion vorgestellt, hatten schon viel Interesse seitens der Fans, die sich größtenteils erst informiert haben. Einige haben die Formulare aber auch gleich ausgefüllt", berichtet Gehring. Die Schals seien "richtig gut weg gegangen". Auf die 2003 in Dresden geborene Idee, nach dem Absprung von Trikotsponsor Imtech selbst als Brustsponsor aufzutreten, sind die Anhänger aber noch nicht gekommen.

Von denen hat der VfR auch längst nicht so viele wie der frühere Erstligist Dynamo. Zwar ist die Fanszene in der Kreisstadt am Limes noch überschaubar, aber es tut sich was. Gehring: "Wir können uns als kleiner Verein nicht mit Traditionsvereinen wie Dresden messen, haben nicht die Historie, aber im letzten Jahr ist viel gewachsen - wir kommen ja von einem Zuschauerschnitt von 4200 in der 3. Liga, sind jetzt bei 7500. Wir konnten die Zahl der verkauften Dauerkarten verdoppeln." Eine beachtliche Entwicklung, wie er zu Recht findet. Für den letzten Spieltag haben sich 2000 Fans angesagt, die mit nach München fahren wollen: "Vor zwei, drei Jahren wären das vielleicht 150, 200 gewesen."

Auch die Mannschaft zieht mit, gewann von den letzten fünf Spielen drei und verlor nur gegen Köln, obwohl der Etat von 14,8 auf 12 Millionen Euro gedrückt wurde und viele Vertragsgespräche auf Eis liegen. Rechtsverteidiger Thorsten Schulz (28) heuerte für die kommende Saison schon bei Dynamo an, er wird sich aber am Sonntag würdig vom Aalener Publikum verabschieden wollen. Ein Spaziergang auf der idyllischen Ostalb wird es für Dynamo sicher nicht - und auf den Lizenzentzug sollte man auch nicht hoffen. Das gehört sich nicht und wäre sowieso viel zu riskant.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.05.2013

Jochen Leimert

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