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Dynamos Sportchef Steffen Menze: "Wir bezahlen keine hohe Ablöse"

Dynamos Sportchef Steffen Menze: "Wir bezahlen keine hohe Ablöse"

Bei Steffen Menze (42) glüht im Trainingslager das Handy. Der Sportliche Leiter bemüht sich um Verstärkungen. Zugleich rückt Dynamos Vertragsverlängerung mit ihm und Trainer Ralf Loose näher.

Lara .

Frage: Wie schätzen Sie die momentane Personalsituation ein?

Menze: Die Lage hat sich nicht verbessert, im Gegenteil. Marcel Heller wird länger ausfallen. Das kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Wir werden versuchen, in der Offensive noch eine Alternative zu schaffen. Ich habe bereits mit Volker Oppitz darüber gesprochen, er sieht das genauso. Auch in Sachen Defensive machen wir uns Gedanken. Wir zweifeln nicht an unseren Spielern, haben aber das Gefühl, dass wir da zu dünn aufgestellt sind. Auf bestimmten Positionen darf nicht mehr viel passieren.

Ist ein Ausleihgeschäft ein Thema?

Auf jeden Fall. Aber es ist nach wie vor schwierig für uns, Spieler aus der Bundesliga auszuleihen, weil es große Unterschiede in den Gehältern zwischen erster und zweiter Liga gibt. Wir sind auf Hilfe angewiesen. So etwas ist im Winter manchmal noch schwieriger umzusetzen. Wir haben mit diesem Modell aber jemanden an der Hand. Die Personalie wird sich spätestens heute klären. Einen anderen Spieler hatte ich an der Angel; der ist aber nach Wolfsburg gegangen, weil der VfL ganz locker eine Ablösesumme von 300 000 Euro gezahlt hat. Aus meiner Sicht wird der Spieler in Wolfsburg keine Rolle spielen - das ist schade.

Wie gut stehen die Chancen, dass es mit dem anderen Kandidaten klappt?

Wir gehen immer so heran, dass wir keine hohe Ablöse oder Ausleihgebühr bezahlen müssen. Dann ist die Frage, wie interessant es für den Spieler und den Verein ist, das Geschäft einzugehen. Manchmal ist es auch für den Spieler nicht attraktiv genug. Wir wollen immer Leute, die uns sportlich wirklich weiter helfen. Generell haben wir aber Fortschritte gemacht. So sind wir zum Beispiel durch die Transfers von Brégerie, Gueye und Poté in Frankreich keine Unbekannten mehr.

Wie ist es im Moment um Ihren finanziellen Handlungsrahmen bestellt?

Ich kenne die Zahlen nicht bis ins letzte Detail. Aber es ist derzeit nicht so schwierig, auf dem Spielermarkt aktiv zu werden. Wir wollen aber natürlich nichts unnütz ausgeben.

Steht das Modell der externen Finanzierung noch zur Debatte?

Aktuell nicht. Vor Weihnachten saßen wir mit Volker Oppitz zusammen und haben darüber gesprochen, dass uns ein zusätzlicher Abwehrspieler gut zu Gesicht stehen würde. Dabei hatten wir noch nicht eingeplant, dass wir Cidimar abgeben und so Gelder frei werden. Das Thema externe Finanzierung ist eine separate Sache zwischen Volker Oppitz und dem Aufsichtsrat. Es muss sich zeigen, wie sich das weiter entwickelt. Über Krankschreibungen und anderes haben wir Gelder aus dem Etat frei, können auch damit vielleicht noch etwas anfangen.

Haben Sie im Trainingslager schon Gespräche mit den Spielern geführt?

Ich habe mit allen Spielern gesprochen, deren Vertrag ausläuft, auch mit den Akteuren, die wir ausgeliehen haben. Mit Zlatko Dedic bin ich noch zu keinem Ergebnis gekommen, mit Filip Trojan werde ich mich am Ende des Trainingslagers noch einmal verständigen. Sebastian Schuppan und Toni Leistner habe ich ein neues Vertragsangebot gemacht. Ansonsten bin ich glücklich, dass wir viele Spieler haben, die über die Saison hinaus an den Verein gebunden sind.

Wie sieht es mit Ihrem eigenen und dem Kontrakt des Trainers aus?

Wir sind uns grundsätzlich einig. Ich hatte noch einmal ein Gespräch mit Volker Oppitz und Thomas Bohn. Über Inhalte kann ich noch nichts sagen, aber ich gehe davon aus, dass es klappt. Auch mit dem Trainer sind wir auf einem sehr guten Weg. Für ihn ist es wichtig, dass wir als Dynamo Dresden ein Fundament schaffen, auf dem wir längerfristig die zweite Liga halten können. Zudem hat er klar gesagt, dass er etwas aufbauen möchte und keine Sprunghaftigkeit erleben will.

Wie ist es um die Etatplanungen für die kommende Saison bestellt?

Der Etat wird so sein wie jetzt, plus die Einnahmen aus dem Pokal. Das ist die Mindestvoraussetzung. Letztes Jahr sind wir ein wenig smart an die Sache gegangen und mussten schnell feststellen, dass es so extrem schwer wird, einen guten Kader zusammenzustellen. Wir haben uns sukzessive gesteigert, das Niveau wollen wir halten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.01.2012

Interview: Tina Hofmann

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