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Dynamos Fans organisieren Proteste

Dynamos Fans organisieren Proteste

Der Schock über den Schuldspruch des DFB-Sportgerichtes, Dynamo Dresden aus dem Pokal zu werfen, steckte den Verantwortlichen des Klubs gestern noch tief in den Knochen.

Dresden .

Dresden (DNN/JOL/dpa). Der Schock über den Schuldspruch des DFB-Sportgerichtes, Dynamo Dresden aus dem Pokal zu werfen, steckte den Verantwortlichen des Klubs gestern noch tief in den Knochen. Eine Entscheidung, ob der Verein innerhalb einer Woche vor dem DFB-Bundesgericht in Berufung geht, ist noch nicht gefallen. Derweil organisieren die Fans Protestaktionen.

Der Sportliche Leiter Steffen Menze erläuterte Dynamos Zögern in Sachen Berufung damit, "dass da eine rechtliche Beratung vonnöten ist. Ich glaube, da sind Fachleute gefragt, weil das ja doch Dimensionen annimmt, die wir als normale Angestellte des Vereins gar nicht absehen können". Er persönlich hält die Berufung für sinnvoll und bat die Fans, vor der möglichen zweiten Verhandlung besonnen zu reagieren: "Ich kann nur an die Leute appellieren, sich nicht irgendwelchen Sachen hinzugeben, die sich von der Gefühlswelt her entwickeln könnten." Aggressive Unmutsbekundungen gegenüber dem DFB seien der falsche Weg. Seine Enttäuschung über das kompromisslose Vorgehen des DFB war indes noch nicht verraucht. Dass Dynamos Bemühungen in punkto Gewaltprävention und der freiwillige Verzicht auf das Gästekartenkontingent am Sonntag in St. Pauli gar nicht würdigt wurden, regt ihn besonders auf: "Die Vorlage, die wir gegeben haben, wurde scheinbar in keiner Weise beachtet."

Auch Präsident Andreas Ritter ist verbittert: "Ich bin zutiefst enttäuscht. Wenn man das Urteil der beiden Vereine ansieht, dann ist es in höchstem Maße befremdlich, dass bei uns an der Höchststrafe festgehalten wird und die Strafe für Dortmund abgemildert wird. Es ist fast schon ein Affront gegenüber Dynamo Dresden." Dresdens Sport-Bürgermeister Winfried Lehmann (CDU) pflichtete ihm bei: "Die Vorfälle in Dortmund sind zwar in keiner Weise zu entschuldigen, dennoch ist es eine harte, unverhältnismäßige Entscheidung. Man hätte alles in den Kontext zu den anderen Szenarien anderer Vereine setzen müssen."

Borussia Dortmund kündigte derweil an, die Geldstrafe in Höhe von 8000 Euro nicht zu akzeptieren. "Wir sehen uns zu Unrecht bestraft", sagte ein BVB-Sprecher der dpa.

Ganz anders sehen das Dresdner Fans, deren Wut sich aber vor allem gegen den DFB richtet. Die Fangemeinschaft Dynamo nannte das Sportgerichtsurteil "eine schreiende Ungerechtigkeit" und rief ihre Mitglieder auf, "dieser Farce zu begegnen", heißt es auf der Homepage. Torsten Rudolph, Sozialarbeiter vom Fanprojekt Dresden und Zeuge der Verhandlung in Frankfurt, warnte bei aller Enttäuschung über das aus seiner Sicht vorgefertigte Urteil, das alle Anstrengungen und Erfolge bei der Fanarbeit in Dresden ignoriere, vor Scharfmacherei: "Ich hoffe auf kreativen Protest und darauf, dass alles im Rahmen bleibt." Aber die Fans sollten den DFB ruhig "mit Mails zuschütten". Jens Genschmar, langjähriger Dynamo-Fan und Inhaber des Dresdner Fußball-Museums, zog für sich die Konsequenzen und beendete die Zusammenarbeit mit dem DFB, dessen Stiftung für das Deutsche Fußball-Museum in Dortmund kostenlos Leihgaben von ihm haben wollte.

Befürchtungen, dass sich Hauptsponsor Veolia nach dem Ausstieg bei Hansa Rostock nun auch bei Dynamo zurückzieht, bewahrheiteten sich bislang nicht. SGD-Aufsichtsrat Jens Heinig, einer der Geschäftsführer des Unternehmens, gestand, "dass ich total erschüttert bin und aus meiner Sicht das Urteil auch nicht passend und gerecht für diese Geschichte ist". Er sei gespannt, was man bei den nächsten Vorfällen für Urteile fällen will, "ob man dann einen Ausschluss aus der Liga machen will", meinte Heinig. Vor einer endgültigen Entscheidung über die Fortführung der Zusammenarbeit mit Dynamo wolle er erst in Ruhe mit dem Verein sprechen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.11.2011

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