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Dynamos Dribbelkönig Gerrit Müller wieder mit dem Ball vereint

Dynamos Dribbelkönig Gerrit Müller wieder mit dem Ball vereint

Fünfeinhalb Monate ist es her, da machte Dynamo in Osnabrück mit dem 3:1 nach Verlängerung die Rückkehr in die Zweitklassigkeit perfekt.

Stuttgart/Dresden .

Stuttgart/Dresden (DNN). Fünfeinhalb Monate ist es her, da machte Dynamo in Osnabrück mit dem 3:1 nach Verlängerung die Rückkehr in die Zweitklassigkeit perfekt. Während die Kameraden damals die Sau raus ließen, kämpfte Gerrit Müller auf Krücken mit Tränen der Enttäuschung. Der 27-Jährige hatte in der Osnatel-Arena bei einer Attacke von Konstantin Engel einen Kreuzbandriss im linken Knie erlitten. Ein Schock für den begnadeten Dribbler, der sich inzwischen im Stuttgarter Reha-Exil erholt hat: "Mir geht es gut, alles läuft nach Plan. Ich kann schon wieder Balltraining machen", berichtet der gebürtige Schwetzinger.

Schmerzen hat er nach der Operation im Juni in Augsburg inzwischen keine mehr, die Tabletten schon zwei Wochen nach dem Eingriff abgesetzt. "Ich bin kein Freund davon. Bis vor kurzen hatte ich noch Schmerzen am Übergang vom Schienbein zum Knie, das hat mich beim Joggen behindert. Aber das ist verschwunden, da spüre ich gar nichts mehr und bin richtig froh drüber", freut sich Müller über einen wichtigen Fortschritt.

So ist auch Balltraining möglich. Pass-Übungen mit dem Therapeuten und Slalom-Dribblings bieten willkommene Abwechslung vom Kraft- und Ausdauertraining in der "VfB-Reha-Welt", dem sportmedizinischen Zentrum des VfB Stuttgart. Mit den Schwaben war Müller 2003 deutscher Amateurmeister - fast täglich trifft er noch alte Bekannte, wenn er morgens zur Therapie und Behandlung kommt. Zu denen gehörte u.a. VfB-Kapitän Matthieu Delpierre, mit dem Müller bis 2005 noch bei der "Zweiten" spielte. Derzeit zählt Stürmer Julian Schieber noch zu den Leidensgenossen Müllers, der täglich zwischen 8 und 16 Uhr an seiner Wiederherstellung arbeitet. Unterbrochen wird das Programm lediglich von der Mittagspause bei der Familie. Müllers Schwiegereltern wohnen in der Nähe, seine Ehefrau Daniela ist auch vor Ort. Die Bankkauffrau nimmt sich gerade eine Auszeit vom Beruf, kocht und kümmert sich auch sonst liebevoll um ihren Mann.

Bis Jahresende wird Müller, der schon am rechten Knie zweimal einen Kreuzbandriss auskurieren musste, noch in der württembergischen Metropole bleiben, dann geht es zurück nach Dresden: "Im Januar möchte ich die Vorbereitung mitmachen", sagt er. Trotz der großen räumlichen Entfernung zwischen den Landeshauptstädten ist Müller bestens im Bilde über das, was bei Dynamo läuft: "Ich halte Kontakt zum Trainer, zu Herrn Menze und auch zu einigen Spielern." Die Punktspiele verfolgt er live im Fernsehen, beim Pokalhit in Dortmund (0:2) war er mit im Signal-Iduna-Park.

Dass er seitdem ständig auf die Krawalle einiger Chaoten unter den Dynamo-Fans angesprochen wird, nervt ihn. Immer wieder muss er erklären: "Für so was habe ich kein Verständnis, das schadet dem Verein, aber auch uns Spielern. Wenn wir vom Pokal ausgeschlossen werden, das wäre schon bitter. Jeder spricht mich darauf an, jeder hat sofort einen negativen Eindruck - aber was soll ich denen sagen?"

Froh stimmen ihn dagegen die Leistungen der Kollegen: "Im Moment sieht es so aus, als ob wir auf jeden Fall die Qualität haben, die Klasse zu halten. Das ist gar keine Frage. Der Trainer hat das gut hingekriegt, die Niederlage in Düsseldorf war unglücklich. Aber wir holen unsere Punkte - jeder ist wichtig." Am 20. November beim Sachsenderby gegen Aue hofft Müller auf den nächsten "Dreier". Dann schaut er persönlich vorbei, um die Kameraden anzufeuern. Heute reist er aber erst einmal nach Augsburg. Bei Dr. Ulrich Boenisch, seinem Operateur, steht eine Routinekontrolle an.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.11.2011

Jochen Leimert

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