Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 2 ° Regenschauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Google+
DynamoStürmer Mickael Potés Ziele: Klassenerhalt und Afrika-Cup 2013

DynamoStürmer Mickael Potés Ziele: Klassenerhalt und Afrika-Cup 2013

Die Töppen geschultert schlappte Mickael Poté in Badeschuhen Richtung Hotel. Dem Strahlemann aus Frankreich fiel das Lachen in der vergangenen Woche schwer.

Voriger Artikel
Dresdnerinnen des VC Olympia unterliegen auch Bad Soden
Nächster Artikel
DSC-Damen feiern klaren 3:0-Pflichtsieg gegen Köpenick

Dynamos neuer Top-Stürmer hat seit Sonnabend sein Lachen wiedergefunden. Nach 10 anstrengenden Tagen im Trainingscamp darf er sich heute noch ausruhen, morgen steht aber ein Laktattest auf dem Programm.

Quelle: Picture Point/Sven Sonntag

Lara . Von Tina Hofmann

Seit Sonnabend strahlt der 27-Jährige aber wieder. Nicht nur, dass das harte Trainingslager der Dynamos zu Ende ist, sondern Poté konnte endlich wieder seine Frau und die drei Kinder in die Arme schließen. "Ich bin müde. Ich möchte schlafen" waren die Worte, die der Dynamo-Goalgetter in der Türkei ganz schnell von seinen Kollegen lernte. "Man hat es täglich gehört, irgendwann merkt man es sich", erklärt er.

Die harte Vorbereitung mit drei Einheiten am Tag ging an dem neuen Dresdner Publikumsliebling nicht spurlos vorbei. "Es war wahnsinnig anstrengend, aber es wird sich auszahlen. Da lohnt sich die Schinderei", versucht der 27-Jährige die positiven Seiten zu sehen. Dabei begann das Trainingslager für Poté alles andere als ideal. Gleich in der ersten Einheit nach der Ankunft in Lara humpelte er verletzt vom Platz, musste einige Tage pausieren. "In einem Zweikampf wurde ich genau an der Stelle getroffen, wo ich vor zwei Jahren einen Schienbeinkopfbruch hatte. Es war unglaublich schmerzhaft, aber ich wusste schnell, dass es nicht so schlimm ist", erklärt der Stürmer. Zwar behagte dem ehrgeizigen Spieler die Zwangspause nicht, aber nach mehreren Einheiten mit dem Physiotherapeuten konnte er im Training wieder voll mitziehen. Nur seine Familie fehlte ihm in den Tagen sehr. "Aber wir haben täglich telefoniert", erklärt er.

Poté lebt mit seiner Frau und den Kindern in Dresden, seine achtjährige Tochter lernt in der sächsischen Landeshauptstadt. "Wir haben eine Schule gefunden, in der es eine internationale Klasse gibt", berichtet der Stürmer. Für die Kinder ist der Spieltag immer ein wahres Erlebnis, wenn Papa trifft und das ganze Stadion ihm zujubelt. "Bis jetzt läuft es wirklich gut hier, aber ich weiß, dass es noch schwerer ist, die Tore und Leistungen zu bestätigen", weiß der achtfache Torschütze. In Dresden fühlt sich Poté nicht nur aufgrund der schönen Stadt und den tollen Fans wohl, sondern auch, weil der Trainer ihm großes Vertrauen entgegenbringt. "Es ist ein Geben und Nehmen. Ich spüre, dass der Coach auf mich setzt und ich möchte das mit Toren zurückzahlen. Zudem setzt mich der Trainer als Mittelstürmer ein, auf der Position fühle ich mich am wohlsten", sagt er. Mit seinem Partner im Angriff, Zlatko Dedic, spricht Poté auf dem Spielfeld übrigens italienisch. "Ich hatte mal einen Kumpel in Italien und war öfters da, deswegen kann ich es ganz gut. Auch Deutsch verstehe ich mittlerweile ein bisschen, aber das Sprechen fällt mir noch schwer", sagt der Stürmer.

Potés Mutter stammt aus dem Benin, der Vater von der Elfenbeinküste, geboren ist er in Frankreich. In Sachen Nationalmannschaft entschied er sich schließlich für den Benin. Sein Traum ist die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Im Februar beginnt bereits der lange Weg dahin, wenn in Afrika die Qualifikation für den Afrika-Cup 2013 gespielt wird. Am 29. Februar muss Benin in Äthiopen antreten, sollte Poté nominiert werden, ist er auf jeden Fall dabei. "Ich habe letztes Jahr verzichtet, weil ich noch nicht richtig in Dresden angekommen war und es nur um ein Freundschaftsspiel ging. Nun wird es mit der Qualifikation aber ernst, da werde ich auf jeden Fall spielen", berichtet er. Ob er dann zwei Tage später am 2. März zum Spiel beim VfL Bochum (20.30 Uhr) wieder rechtzeitig vor Ort und einsatzfähig wäre, steht noch in den Sternen. Für den seit Sonnabend laufenden Afrika-Cup, hatte sich der Benin nicht qualifiziert.

Poté will alles dafür tun, dass Dresden die Klasse hält. "Es wird noch richtig hart für uns. Wir dürfen die Situation nicht unterschätzen", weiß der Franzose. Er glaubt aber, dass die Mannschaft im Trainingslager noch enger zusammengerückt ist. "Natürlich kennen wir uns schon ein halbes Jahr, aber zehn Tage permanent zusammen zu sein, ist noch etwas anderes. Man lernt die Mitspieler noch besser kennen und wir haben Gelegenheit, an der Abstimmung zu feilen", sagt er. Doch auch, wenn sich der Erfolg ab 3. Februar nicht sofort einstellen sollte, hat er keine Angst, dass die Stimmung in Dresden kippen könnte. "Hier wird man immer unterstützt, auch wenn es mal nicht so läuft. In Frankreich war das anders, vor allem nach Niederlagen", erzählt Poté. Dass in Dresden einen Tag vor der Abreise in die Türkei rund 300 Menschen in der Centrum-Galerie wegen eines Autogrammes von ihm, Romain Brégerie und Florian Jungwirth anstanden, ist für ihn unglaublich. "So etwas habe ich noch nie erlebt", sagt der 27-Jährige. Auch die Stimmung im Stadion ist einzigartig für ihn. "Ich mag das so sehr, weil in Afrika auch immer eine tolle Atmosphäre herrscht und ich das brauche. Es motiviert zusätzlich", erklärt er. Poté hofft, dass er verletzungsfrei bleibt und 2012 ein Erfolgsjahr wird. "Der Klassenerhalt und die Qualifikation für den Afrika-Cup 2013 sind meine Träume. Ich hoffe, sie gehen in Erfüllung."

Fitter Menze: Nicht nur das Team, sondern auch der sportliche Leiter Steffen Menze kehrte fit zurück. Dabei musste sich Menze sogar vom Mannschaftsbus überholen lassen, blieb aber eisern.

Nikol auf der Titanic: Ex-Dynamo Ronny Nikol reise am Freitag ebenfalls in die Türkei. Der Defensivmann absolviert mit Regionalligist Berliner AK eine Woche Camp auf der "Titanic."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.01.2012

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport
  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr