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Dynamo tritt auf der Stelle: Pacult-Elf spielt nur 0:0 gegen Duisburg

Dynamo tritt auf der Stelle: Pacult-Elf spielt nur 0:0 gegen Duisburg

Peter Pacult schaute etwas verwundert auf den Computerausdruck, als er sich nach dem Spiel die Statistik zur Hand nahm. Dass Dynamo gegen den MSV Duisburg mehr Ballbesitz und mehr Zweikämpfe gewonnen hatte, schien ihn zu überraschen.

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Neu-Dynamo Denis Streker (links) vor Duisburgs Goran Sukalo am Ball.

Quelle: Dehli-News / Frank Dehlis

"Das ist sehr positiv für uns", nahm er die Zahlen erfreut zur Kenntnis, fügte aber sofort an: "Wir hatten zu wenig Chancen und auch kein Tor." Offen bekannte er: "Wir hätten die drei Punkte gern gehabt, aber der Gegner hat es uns sehr, sehr schwer gemacht." Während sich der Dynamo-Coach nicht wirklich mit dem 0:0 anfreunden konnte, fiel das seinem Duisburger Kollegen Kosta Runjaic leicht: "Wir können zufrieden sein: ein Punkt auswärts, zu null - das ist die Richtung, in die wir uns bewegen wollen."

Das klang bescheiden, war es auch, denn eigentlich waren die "Zebras" an diesem Abend die bessere Mannschaft. Duisburg hatte viel mehr Torgelegenheiten, verschenkte in Dresden zwei Punkte. Schon in der 2. Minute hatten die Westdeutschen die erste Großchance, als Srdjan Baljak knapp am langen Pfosten vorbei schoss. Dynamo brauchte zehn Minuten, um sich davon zu erholen. Vom Pressing, das Pacult in der Vorbereitung einüben ließ, war nichts zu sehen. Duisburg machte das Spiel, ließ Dynamo laufen und wartete auf Fehler der Gastgeber, die nicht mit Fehlpässen geizten und kaum ins Kombinieren kamen. Einzig Idir Ouali brachte über den rechten Flügel immer mal wieder Gefahr, doch das Zuspiel in die Mitte kam nie an. "In zwei, drei Situationen hat uns der letzte Pass gefehlt", merkte Pacult später an. Er lobte den Franko-Algerier dennoch für sein enormes Laufpensum auf dem sehr tiefen Geläuf, das sich durch den Regen im Spielverlauf weiter verschlechterte.

Dass es bis zuletzt spannend blieb, lag vor allem an Benjamin Kirsten. Der Torwart, dem Pacult aus einer "Bauchentscheidung" heraus, den Vorzug vor Florian Fromlowitz gegeben hatte, rechtfertigte das Vertrauen schon in der 19. Minute, als er im Herauslaufen gegen Ex-Dynamo Ranisav Jovanovic klärte. Gegen den Dresdner Aufstiegshelden von 2004 parierte Kirsten vier Minuten später noch einmal, als der Duisburger nach einem Konter frei zum Schuss kam. Es waren nicht die letzten Paraden Kirstens in der ersten Halbzeit, er hatte deutlich mehr zu tun als sein Gegenüber Roland Müller, der nur einmal bei einem Distanzschuss von Ouali eingreifen musste (39.). Ansonsten verfehlte Dynamo das MSV-Tor deutlich - wie bei Oualis mutigem Seitfallzieher (38.).

Für seinen Mut, dem erst 19 Jahre alten Tobias Müller im Sturm zu seinem Profidebüt zu verhelfen, wurde Pacult nicht belohnt. Müller lief zwar viel, hatte in den Zweikämpfen gegen die robusten Rheinländer aber keine Chance. Selbst Mickaël Poté, der als Kapitän auflaufen durfte, fehlte die Durchschlagskraft. Schiedsrichter Knut Kircher aus Rottenburg ließ so manches Foul am Dresdner Torjäger laufen. Er brachte das Publikum mehrmals mit zweifelhaften Entscheidungen gegen sich auf, ließ beispielsweise den heftig winkenden Anthony Losilla nach Behandlungspause an der Seitenlinie schmoren. Eine pure Machtdemonstration.

In der zweiten Halbzeit plätscherte das Spiel lange dahin, Duisburg konzentrierte sich mehr und mehr darauf, den Punkt zu verwalten. Dynamo kam erst etwas in Schwung, als Pacult Neuling Tobias Kempe (mit Licht und Schatten) auswechselte (60.) und wenig später Pavel Fort für Müller brachte (69.). Jänicke war es, der die vielleicht beste Chance der Schwarz-Gelben vorbereitete, doch seine scharfe Eingabe von rechts verpasste Neuzugang Denis Streker hauchdünn mit der Fußspitze (70.). Kein Glück hatte Streker auch in der Nachspielzeit, als sein Kopfball über die Latte flog.

Doch eigentlich gehörte die letzte Viertelstunde wieder den Gästen. Kirsten musste mehrmals ran, hielt seine Mannschaft im Spiel. Nachdem Jovanovic nach einem Konter neben das Tor geschossen hatte (89.), machte sich Kirsten bei Goran Sukalos satter "Rakete" ganz lang und lenkte die Kugel mit einer tollen Flugeinlage zur Ecke (90.).

"Wir sind froh, dass wir ihn haben. Er strahlt was aus, ist ein super Keeper", bekam Kirsten nach dem Abpfiff Lob von Neuling Streker. Der Hoffenheimer Leihspieler war erleichtert, dass Dynamo für seinen "hohen Aufwand" wenigstens mit einem Punkt belohnt wurde. Innenverteidiger Romain Brégerie war traurig: "Ich bin nicht ganz zufrieden. Unser Ziel waren drei Punkte, und wir haben einen gekriegt. Das ist nicht genug." Peter Pacult sah das auch so. Mit Blick auf die anderen Ergebnisse tröstete er sich aber damit: "Es ist nicht allzuviel Gravierendes passiert."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.02.2013

Jochen Leimert

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