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"Dynamo ist für mich Herzenssache"

"Dynamo ist für mich Herzenssache"

Künstler, Politiker, Wissenschaftler, Sportler, Vertreter von Kirchen und Religionsgemeinschaften und weitere Persönlichkeiten öffnen den DNN wieder die Türen ihres Zuhauses.

Zum zehnten Mal stellen wir interessante Menschen in einer zwölfteiligen Serie privat vor. Heute sind wir zu Gast beim Präsidenten von Dynamo Dresden Andreas Ritter und seiner Frau Beate. Beide sind gebürtige und überzeugte Freitaler. Aus diesem Grund haben sie auch ihr Haus vor zehn Jahren in ihrer Geburtsstadt gebaut. Sie entschieden sich bei der Grundstückswahl für einen Platz unterhalb des Burgwartsberges, von dem aus sie einen wunderbaren Blick auf den Freitaler Windberg und den Ortsteil Potschappel haben. Unweit des Hauses ist nicht nur der frühere Trainingsplatz des passionierten Fußballfans, sondern auch der Ortsverein des DRK. Im Souterrain gibt es außer einer vom Hausherrn äußerst selten genutzten Werkstatt und zwei Kinderzimmern seit neuestem auch einen Probenraum.

Andreas Ritter

Dynamo-Präsident

- geboren am 24.1. 1962 in Freital

-  Familienstand: verheiratet; zwei erwachsene Töchter aus erster Ehe und zwei in die Ehe gebrachte Kinder

-  gelernter Maschinen- und Anlagenmonteur, Sozialbetriebswirt

-  seit 1984 hauptamtlich beim DRK; ab 1990 Geschäftsführer des Freitaler DRK-Kreisverbandes, zu dem alle klassischen Felder der Rotkreuzarbeit gehören; der Kreisverband beschäftigt derzeit 503 Mitarbeiter

-  im Frühjahr 2010 als Vize-Präsident von Dynamo nachgerückt, seit November 2010 Dynamo-Präsident, 2011 Wiederwahl

Von Kerstin Ardelt

Beate Ritter trägt die letzten Malereimer aus dem Wohnzimmer. "Wir haben einen Teil unseres Wohnzimmers komplett umgestaltet", verrät sie und zählt zu den Neuerungen neben einem frischen Wandanstrich moderne Holzmöbel und eine vorgezogene, mit zwei Nischen und indirekter Beleuchtung ausgestattete Wand. Damit ist Platz geschaffen für ein Bücherregal und einige besonders schöne Vasen und Plastiken. Gegenüber lädt eine riesige Sofalandschaft aus weißem Leder zum Ausruhen und Relaxen ein. Hier sitzt die vierköpfige Familie jedoch erst in den Abendstunden oder an den Wochenenden, wenn kein Dynamo-Spiel angesetzt ist. Der vordere Wohnbereich ist einem langen Tisch vorbehalten, der bis zu acht Personen Platz bietet, sowie einer Einbauküche.

Der Blick vom Wohnzimmer der Ritters kann schöner nicht sein: Sie sehen direkt auf das Freitaler Wahrzeichen, den Windberg. Zu ihren Füßen liegt der Freitaler Ortsteil Potschappel und nur wenige Fußminuten entfernt das Fußballstadion vom Sportverein Blau-Weiß Stahl Freital. Als die Ritters vor zehn Jahren ihr Haus am Fuße des Burgwartsberges bauten, war es dieser herrliche Blick auf ihre Geburtsstadt, der die Standortwahl bestimmte. Entsprechend groß ist auch die Fensterfront, die quasi die gesamte Hausbreite einnimmt.

Ein Stockwerk darüber hat der jüngst wiedergewählte Dynamochef Andreas Ritter sein Büro. Auf seinem Schreibtisch steht eine Handpuppe, die einen Ritter im Dynamogewand zeigt. Bis auf diesen "Dynamo-Ritter" und zehn Fußballwimpel, die jeweils limitierten Auflagen entstammen, gibt es in dem modernen Haus von Andreas Ritter keinen sichtbaren Hinweis für das größte Hobby von Freitals DRK-Chef - Dynamo Dresden. Lediglich der schwarz-gelbe Fanschal hängt gleich neben der Eingangstür an der Garderobe. Dabei vergeht kaum ein Tag, an dem bei den Ritters nicht über Fußball gesprochen wird. "Unsere ganze Familie ist von dem Virus ,Dynamo' infiziert", gibt der gebürtige Freitaler offenherzig zu.

Bei ihm selbst sei das mit elf Jahren passiert, als ihn sein Vater das erste Mal mit ins Stadion schleppte. Seine Frau Beate erwischte es endgültig nach seinem Antritt ins Präsidentenamt. Inzwischen vergeht kein Heimspiel und - wenn beruflich vereinbar - auch kein Auswärtsspiel, an dem das Ehepaar Ritter nicht auf der Tribüne sitzt. Selbst die beiden großen Töchter aus erster Ehe haben bei der medizinischen Absicherung der Dresdner Fußballmannschaft seit Jahren einen festen Platz. So steht Tochter Kristin als gelernte Krankenschwester bei jedem Spiel am Fußballrand für den zügigen Abtransport von Verletzten bereit. Ihre ältere Schwester Cathleen musste erst einmal eine Pause einlegen, ihre beiden kleinen Söhne verlangen diese Auszeit.

Ehrenamt und Beruf unter einen Hut zu bringen und dabei die Familie nicht zu vernachlässigen, gerät bei dem vielbeschäftigten Andreas Ritter zuweilen zum Spagat. Da ist auf der einen Seite seine Arbeit als Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbands und Dienstherr von 503 Mitarbeitern und auf der anderen Seite das Engagement bei Dynamo, wo er ein Präsident für alle sein will. "Glücklicherweise bringt meine Frau viel Verständnis auf und unterstützt mich, wo es geht", betont er. So kümmert sich die im Freitaler Ortsteil Pesterwitz niedergelassene Heilpraktikerin neben ihrem Job um das im südlichen Stil gehaltene Haus, den Garten und die zwei noch schulpflichtigen Kinder. Damit hat der für die nächsten drei Jahre wiedergewählte Präsident den Rücken frei für sein Fußball-Engagement.

Zu seinen Aufgaben im Stadion gehöre bei den Spielen u.a. die Betreuung der VIP-Gäste, verrät der Präsident. So begrüßte Andreas Ritter in seiner Amtszeit zuletzt den beliebten Schauspieler und Moderator Herbert Köfer. Aber auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Innenminister Markus Ulbig (beide CDU) sind schon seiner Einladung ins neue Stadion gefolgt.

Bevor sich Andreas Ritter im Präsidium verdient machte, sicherte der Hobby-Kicker und DRK-Chef allwöchentlich mit ehrenamtlichen DRK-Mitgliedern die sanitätsdienstliche Erstversorgung im Dynamo-Stadion ab. Als Einsatzleiter betreute er ab 2002 Spieler und Zuschauer mit sieben Sanitätern und einem Rettungs- oder Krankenwagen. Inzwischen sichern 40 Sanitäter, zwei Notärzte, drei Rettungswagen sowie zwei Krankenwagen und ein Materialwagen große Spiele mit bis zu 29 000 Zuschauern ab.

Für private Aktivitäten bleibt Andreas Ritter wenig Zeit. Lediglich sein kleines Wochenendhaus in Vorpommern ist eine Oase, wohin er sich gern mit seiner Familie zum Bootfahren und Ausruhen zurückzieht. Ansonsten nutzt er freie Stunden zum Radfahre0n, Joggen, Motorradfahren und für gemütliche Stunden im Kreise seiner zahlreichen Freunde. In seiner gut eingerichteten Werkstatt im Souterrain findet man ihn dagegen höchst selten. Die wird eher von den Kindern genutzt, die ihre Zimmer gegenüber haben.

Den bevorstehenden Jahreswechsel feiert das Ehepaar erstmals nicht zuhause. Bisher war es immer der spektakuläre Ausblick auf das Feuerwerk gewesen, das ab 24 Uhr den Freitaler Himmel verzaubert, der die Ritters in ihrem Haus hielt. Diesmal soll mit Freunden in großer Runde in einem Vereinshaus in Freital-Weißig das neue Jahr begrüßt werden. Den Weihnachtsabend feierte die Familie dagegen in kleiner Runde. Es gab Kartoffelsalat mit Wiener Würstchen und nach der Bescherung ein wenig Hausmusik im Souterrain des Hauses. Für solche Zwecke und natürlich auch zum Üben verwandelten die Ritters ihr Gästezimmer in einen Probenraum. Andreas Ritter greift dann zur Triangel, während seine Frau Flöte, Sohn Erik Schlagzeug und Tochter Rica Klavier spielen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.12.2011

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